AUTOREN

Martin Bechtloff, CIIA, CEFA
Vice President, ETF Distribution
Hierzu kann eine Vielzahl von Projekten gehören, die auf die Lösung einiger ökologischen Probleme abzielen. Dies macht Instrumente mit Mittelverwendung zu einer hervorragenden Möglichkeit für AnlegerInnen, die unmittelbare Wirkung des von ihnen eingesetzten Kapitals zu sehen.
Ein Beispiel: Eine Kategorie im Bereich der grünen Emissionen, die verstärkt in den Blickpunkt rückt, ist die Biodiversität. Im Jahr 2022 wurden 60 Anleihen begeben, bei denen als Mittelverwendung Projekte für den Schutz der Biodiversität vorgegeben waren.1 Dies ist für AnlegerInnen zunehmend von Bedeutung, da die Erreichung einer Netto-Null-Wirtschaft ohne den Schutz von Wäldern, Wasserquellen und sensiblen Bereichen für die Luftqualität und die Biodiversität nicht möglich ist.
Nach unserer Auffassung sind nachhaltige Anlagen die Zukunft unserer Branche, und wir müssen nach vorne blicken, um die Auswirkungen unserer Anlageentscheidungen in der realen Welt zu verstehen. Immer mehr AnlegerInnen wollen Einfluss auf Unternehmen und Regierungen nehmen, indem sie nicht nur Veränderungen fordern, sondern auch anbieten, Kapital für Lösungen bereitzustellen, die auf die Beschleunigung ökologischer Fortschritte abzielen. Das dürfte zu einem rasch wachsenden Markt für grüne Anleihen führen, den wir mitgestalten wollen.
Da die geopolitische Unsicherheit, die anziehende Inflation und die steigenden Zinssätze die Neuemission grüner Anleihen bremsten, war 2022 allerdings ein schwieriges Jahr. Nach einem kräftigen Wachstum des Marktes in den Vorjahren von rund 37 Mrd. USD im Jahr 2014 auf knapp 582 Mrd. USD im Jahr 2021 ging die Emissionstätigkeit 2022 im Jahresvergleich um 16 % zurück. Dennoch machten nachhaltige Anleihen in diesem Jahr nach wie vor rund 5 % des Gesamtvolumens der Schuldtitel aus. Dies impliziert, dass die beobachtete Verlangsamung nicht idiosynkratisch, sondern Teil einer generellen Belastung globaler Anleihen war.2
1 Climate Bonds Initiative, per Mai 2023, Green Bond Market 2023.
2 Climate Bonds Initiative,
Diversifizierungsvorteile:
Wir alle kennen die Redewendung „Nicht alle Eier in einen Korb legen“. Unserer Auffassung nach sollte ein Portfolio auf der Rentenseite aus verschiedenen festverzinslichen Bestandteilen bestehen. Da die europäischen Zinssätze im Laufe der nächsten Monate sinken könnten, sprechen wir uns auch für Investitionen in Anleihen mit längeren Durationsprofilen aus.
Es gibt viele gute Gründe, in Staatsanleihen zu investieren, insbesondere in den heutigen volatilen Zeiten. Doch auch wenn Staatsanleihen ein gewisses Maß an Sicherheit bieten, birgt die Investition in nur eine Art von Staatsanleihen auch potenzielle Risiken. Diese sind im Wesentlichen das Kreditrisiko, das Inflationsrisiko und das Wiederanlagerisiko.
Auch wenn auf lokale Behörden, Staaten und staatlich unterstützte Organisationen 2022 bereits 37 % der Emissionen entfielen, wird der Markt immer diversifizierter. So machten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors im Vorjahr ein Viertel des Angebots aus.3 Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung bei den globalen Emissionen grüner Anleihen von 2014 bis 2022.
Globale Emissionen grüner Anleihen nach Emittenten
Die Emissionen von grünen Anleihen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Vor allem Unternehmen haben diese Anlageklasse für sich entdeckt.

Quelle: Climate Bonds Initiative, per Ende 2022
Eine vielfältigere Emittentenbasis mit einem breiten, wachsenden Universum an verfügbaren Wertpapieren bedeutet, dass die AnlegerInnen ihr Engagement in dem Markt vergrößern können, ohne dabei ihr Konzentrationsrisiko erhöhen zu müssen. Auch wenn eine Diversifizierung keine Gewinngarantie ist und keinen Schutz vor Verlusten bietet, sind Diversifizierungsvorteile, einhergehend mit einer soliden Titelauswahl, nach unserer Meinung wesentlich, um über einen vollständigen Marktzyklus hinweg die Renditen eines Referenzindex übertreffen zu können.
Auch wenn eine immer größere Bandbreite an Wertpapieren zur Verfügung steht, ist Vorsicht geboten. Denn nicht allen Anleihen sind die gleichen ökologischen Merkmale gemein. Eine „starke“ grüne Anleihe zeichnet sich dadurch aus, dass der Emittent die Verwendung der Mittel ausschließlich für zulässige grüne Projekte mit positiven Umweltzielen zusichert. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass weder die Projekte noch der Emittent erhebliche Schäden verursachen können.
Es können beispielsweise Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass der Bau eines Erneuerbaren-Kraftwerks nicht zu einem Verlust an Biodiversität führt. Zwingend erforderlich ist darüber hinaus die Glaubwürdigkeit des Emittenten im ESG-Bereich. Wir möchten nicht in eine grüne Anleihe investieren, die an sich robuste Merkmale aufweist, die jedoch bei genauerer Betrachtung von einem Unternehmen begeben wurde, das seine Umsätze größtenteils z. B. mit dem Abbau von Kraftwerkskohle erzielt. Wir bei Franklin Templeton Fixed Income (FTFI) lassen hinsichtlich unserer nachhaltigen Anlagen große Sorgfalt walten.
Ein robustes Research und der regelmäßige Dialog mit Emittenten sind unverzichtbar, um die nach unserer Überzeugung besten Chancen am Markt ausfindig zu machen.
Warum jetzt?
Wie bereits erwähnt, brachte das vergangene Jahr Herausforderungen für das gesamte Universum festverzinslicher Anlagen mit sich. Grüne Anleihen bildeten hierbei keine Ausnahme, denn die ihrem Wesen nach auf Langfristigkeit ausgerichtete Anlageklasse wurde durch die Maßnahmen der Zentralbanken, die in Anbetracht des Inflationsanstiegs eine aggressive Straffung der Geldpolitik vornehmen mussten, in Mitleidenschaft gezogen. Der Bloomberg MSCI Euro Green Bond Index verzeichnete 2022 eine Gesamtrendite von -21,4 %, und der Bloomberg Euro Aggregate Index büßte in diesem Zeitraum 17,2 % ein. Die gute Nachricht lautet, dass hier in Europa nach unserer Überzeugung der Höchststand der Leitzinsen nahezu erreicht ist, sodass dies ein attraktiver Zeitpunkt ist, um Wertpapiere mit längerer Duration wie grüne Anleihen in Anlegerportfolios aufzunehmen. Die Gesamtinflation ist in der Eurozone rückläufig, während sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert. Infolgedessen ist von der Europäischen Zentralbank in den kommenden Monaten ein moderaterer Kurs zu erwarten. Dies dürfte festverzinsliche Anlageklassen insgesamt und vor allem Titel mit längeren Durationsprofilen stützen. Dieses Umfeld kann dazu beitragen, ein wachsendes Anlegerinteresse an grünen Anleihen zu begünstigen.
Wir sind überzeugt, dass die Leitzinsen in Europa ihren Höhepunkt fast erreicht haben. Dies könnte ein attraktiver Zeitpunkt sein, um Wertpapiere mit längerer Duration wie Green Bonds ins Portfolio aufzunehmen.
Marktübersicht
Europäische Gesamtanleihen erzielten im Juli positive Gesamterträge, die in erster Linie von Unternehmensanleihen und Anleihen mit niedrigerem Rating getragen wurden, und übertrafen die Gesamtanleihenindizes der USA und des asiatisch- pazifischen Raums. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte auf ihrer Juli-Sitzung wie angekündigt die Zinssätze um weitere 25 Basispunkte (BP). Die Bank rückte jedoch von den in ihren früheren Erklärungen gegebenen Prognosen ab und erklärte, dass ihre nächste Entscheidung von den Daten abhängen würde, obwohl EZB- Präsidentin Christine Lagarde eine Zinssenkung ausschloss. Unterdessen verbesserten sich die Wirtschaftsdaten in der Eurozone leicht, da die vorläufigen Daten für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal (Q2) einen Wert von 0,3 % gegenüber dem Vorquartal (q/q) ergaben. Das Wachstum fiel in den einzelnen Ländern unterschiedlich aus: In Deutschland stagnierte die Wirtschaft, während sie in Frankreich um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal zulegte. Einer Schnellschätzung zufolge ging die Gesamtinflation in der Eurozone im Juli erneut zurück und lag im Jahresvergleich bei 5,3 %, während die Kerninflationsrate, die die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, unverändert bei 5,5 % blieb.
Angesichts der hartnäckigen Inflation und der überraschend robusten Wirtschaftsdaten stiegen die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen um 10 Basispunkte an und beendeten den Monat bei 2,49 %.
Nach ihrer Pause im Juni erhöhte die US-Notenbank (Fed) auch ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf ein Zielband von 5,25-5,50 % und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 22 Jahren. In der Erklärung nach der Sitzung wurde die Datenabhängigkeit der Entscheidungsträger bekräftigt, und es blieb unklar, ob dies der letzte Schritt im Straffungszyklus der Fed sein würde. Unterdessen zeigte die US-Wirtschaft weiterhin Anzeichen von Widerstandsfähigkeit: Eine Vorabveröffentlichung des US Bureau of Economic Analysis schätzte, dass das BIP im zweiten Quartal mit einer annualisierten Rate von 2,4 % wuchs, nach einem Anstieg von 2 % im ersten Quartal 2023. Der Gesamtverbraucherpreisindex (VPI) ging im Juni deutlich auf 3,0 % im Jahresvergleich zurück und erreichte damit den niedrigsten Stand seit März 2021. Die Kerninflation ging ebenfalls zurück, blieb aber mit einem Wert von 4,8 % im Jahresvergleich stabiler. Vor diesem Hintergrund beendeten die Benchmark- Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen den Monat 12 Basispunkte höher bei 3,96 %.
Warum Franklin Templeton Fixed Income (FTFI)?
Unsere Euro-Fixed-Income-SpezialistInnen sind der Auffassung, dass die Einbeziehung von Aspekten aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) in jeden Schritt des Anlageprozesses zu einer potenziell stärkeren Wertentwicklung der Anlage und zu besseren, nachhaltigeren Ergebnissen führen kann – nicht nur für die KundInnen, sondern auch für die Umwelt.
Die Konkurrenz mag sich angesichts der immer strengeren Vorschriften im Bereich der nachhaltigen Anlagen zurückziehen. Unser FTFI-Team hat indes viel Mühe, Zeit und Geld investiert, um eine solide Grundlage zu schaffen, über die es AnlegerInnen herausragende ESG-Lösungen anbieten kann.
Der konservative Ansatz von FTFI in Bezug auf eine nach unserer Einschätzung starke grüne Anleihe stützt sich auf ein Analystenteam für das ESG-Research, auf firmeneigene Software und Instrumente sowie auf einen Fokus, der nicht nur Beschränkungen in den Blick nimmt, sondern auch die reale, positive Wirkung, die eine Anlage haben kann.
Darüber hinaus ist FTFI der Ansicht, dass die Transparenz von grundlegender Bedeutung ist, um die wachsende Komplexität des Marktes für nachhaltige Finanzlösungen zu bewältigen. In diesem Sinne wird weiterhin mit Staats- und Unter-nehmensemittenten sowie mit anderen MarktteilnehmerInnen zusammengearbeitet, um ein besseres Verständnis für die gegenseitigen Interessen, Ambitionen und Risiken zu schaffen. Durch diesen Dialog erfolgt eine Verpflichtung zur Entwicklung eines nachhaltigen Finanzökosystems, das das Potenzial besitzt, für alle Beteiligten optimale Ergebnisse zu erzielen.
Gleichzeitig kann die Bewertung von ESG-Faktoren einen umfassenderen Blick auf die wirtschaftliche Situation eines Emittenten ermöglichen und wesentliche Erkenntnisse liefern, die vom Markt noch nicht erfasst werden. So können unsere Euro-Fixed-Income-Spezialisten die Anlagen ins Visier nehmen, die aus ihrer Sicht die besten Voraussetzungen bieten, um unseren KundInnen nachhaltige, langfristige Renditen zu ermöglichen.
Unsere ETF-Lösung für grüne Anleihen – Franklin Euro Green Bond UCITS ETF*

*Ein Teilfonds von Franklin Templeton ICAV, ein Instrument zur gemeinsamen Vermögensverwaltung, das nach irischem Recht gegründet wurde.
1. Die Gesamtkostenquote eines Fonds spiegelt die Summe der Kosten und Gebühren eines Fonds in Prozent des durchschnittlichen Fondsvolumens innerhalb des jeweils letzten Geschäftsjahres wider. Die Gebühren stellt der Fonds den Anlegern in Rechnung, um die Kosten für den Betrieb des Fonds abzudecken. Zusätzliche Kosten, einschließlich Transaktionsgebühren, fallen ebenfalls an. Diese Kosten werden vom Fonds abgezogen und beeinflussen die Gesamtrendite des Fonds. Die Fondsgebühren fallen in mehreren Währungen an, sodass die Zahlungen infolge von Wechselkursschwankungen unterschiedlich hoch sein können. Alle Gebühren werden vom Fonds abgezogen und beeinflussen die Gesamtrendite des Fonds.
Bis zum 30. April 2023 betrug die Gesamtkostenquote („TER“) des Teilfonds 0,30 % p.a. des Nettoinventarwerts. Seit dem 1. Mai 2023 liegt die Gesamtkostenquote bei 0,18 % p.a. des Nettoinventarwerts. Die Gesamtkostenquote beinhaltet ab dem 1. Mai 2023 einen Gebührenverzicht von 0,12 % bis zum 30. April 2024.
Maximieren Sie über Europas ersten aktiv verwalteten ETF mit grünen Anleihen Ihren Gesamtertrag und erhalten Sie dabei Zugang zu einem diversifizierten Anleihenportfolio, dessen Investitionen an globale Projekte mit ökologischen Vorteilen gebunden sind.
Unserer Ansicht nach ist die Euro-Green-Bond-Strategie gut positioniert, um von den kommenden Entwicklungen zu profitieren, die sich in den aktuellen Marktturbulenzen abzeichnen. Unser aktiver Managementansatz steht im Vordergrund und ermöglicht es dem Team, Chancen zu nutzen, sobald sie sich bieten.
Weitere Informationen zum Metaverse und zu unserem Metaverse ETF finden Sie hier:
Unsere Euro-Green-Bond-PortfoliomanagerInnen setzen Positionen in einer Vielzahl von festverzinslichen Sektoren ein – darunter Staatsanleihen, Unternehmensanleihen mit Investment Grade (IG), hochverzinsliche Unternehmen (bis zu 10 %) und verbriefte Wertpapiere –, um die Renditen zu maximieren und gleichzeitig das Risiko für die gesamte Strategie zu steuern.
Darüber hinaus können unsere PortfoliomanagerInnen unsere derzeitige Durationspositionierung aktiv steuern.
Fazit:
AnlegerInnen sollten ihre Anlageziele, ihren Zeithorizont und ihre Risikotoleranz sorgfältig abwägen, um die mit konzentrierten Anlagen in kurzlaufenden Staatsanleihen verbundenen Risiken zu mindern. Durch die Einbeziehung einer diversifizierten Allokation von festverzinslichen Produkten können AnlegerInnen potenziell höhere Renditen, ein besseres Risikomanagement und eine stärkere Portfoliodiversifizierung erzielen. Da die Zentralbanken den Höhepunkt ihrer geldpolitischen Zyklen erreicht haben könnten, sind künftige Zinssenkungen unserer Meinung nach nur eine Frage der Zeit. Durch die Einbeziehung von Instrumenten mit längerer Laufzeit positionieren sich die AnlegerInnen, um von diesen Zinssenkungen zu profitieren.
Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass der anhaltende Preisdruck und die robusten Wirtschaftsdaten die Leitzinsen in Europa und den Vereinigten Staaten (USA) noch länger hoch halten werden, da die Zentralbanken zur Vorsicht neigen, um eine Rückkehr der Inflation zum Zielwert zu gewährleisten.
In der Eurozone sind die Realeinkommen weiter gestiegen und haben die Ausgaben für Dienstleistungen und damit das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal stärker als erwartet unterstützt. Eine starke Tourismussaison dürfte im dritten Quartal ein leicht positives Wachstum bewirken, und die nachlassenden Unternehmensinvestitionen werden die Wirtschaft mittelfristig wahrscheinlich stagnieren lassen. Die Engpässe auf der Angebotsseite scheinen sich gelockert zu haben, wenngleich die nachfragebedingte Inflation hartnäckig bleibt. Dies spiegelte sich in einem Anstieg der Dienstleistungskomponente der Kerninflation im Juni wider. Der private Verbrauch wird durch einen nach wie vor starken Arbeitsmarkt gestützt, da der Beschäftigungszuwachs deutlich über dem Wirtschaftswachstum liegt. Es scheint jedoch, dass wir den Höhepunkt der Lohninflation erreicht haben, und wir gehen davon aus, dass sie sich bis 2024 langsam wieder dem Trend annä- hert. Vor diesem Hintergrund empfanden wir die Juli-Erklärung der EZB als etwas dovish. Die Entwicklung hin zu einer extremen Datenabhängigkeit bedeutet, dass eine Pause im Zinserhöhungszyklus der Bank im September möglich ist, aber wir erwarten eine weitere Leitzinserhöhung, wenn die Ausgaben für Dienstleistungen stabil bleiben.
In den USA hat die anhaltende Widerstandsfähigkeit dazu geführt, dass wir unsere Erwartungen einer leichten technischen Rezession auf ein mehr oder weniger flaches Wachstum im Jahr 2024 revidiert haben. Insgesamt bleibt die Wirtschaft gesund, mit einem robusten BIP-Wachstum, einem immer noch angespannten Arbeitsmarkt, einem steigenden Verbrauchervertrauen und einem starken Dienstleistungssektor. Die Kaufkraft der privaten Haushalte nimmt weiter zu, die Bilanzen der VerbraucherInnen sind nach wie vor solide, und der höhere Anteil an festverzinslichen Krediten bedeutet, dass die aktuelle Verschuldung viel weniger empfindlich auf Zinsschwankungen reagiert als vor der globalen Finanzkrise 2007/08. Dies birgt jedoch das Risiko eines anhaltenden Inflationsdrucks, da die Unternehmen weiterhin in der Lage sind, die Preise inmitten eines wachsenden Optimismus zu erhöhen. Was die Kerninflation anbelangt, so scheint sowohl der angebots- als auch der nachfrageseitige Druck nach wie vor hoch zu sein, und vor allem letzterer dürfte unserer Ansicht nach dazu führen, dass die Fed sich auf die Seite der Vorsicht schlägt und im September oder November eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte vornimmt. Wir glauben, dass der Zeitpunkt dieser Erhöhung weniger wichtig ist als die Beibehaltung einer ausreichend restriktiven Geldpolitik, bis die Zentralbank sicher sein kann, dass die Inflation nicht wieder aufflammt.
