AUTOREN

Francis Gannon
Co-Chief Investment Officer, Managing Director

Chris Clark
Chief Executive Officer, Co-Chief Investment Officer & President, RFS
Die Zeiten sind aktuell schwierig.
Der Russell 2000 Index gab im ersten Quartal 2025 um 9,5 % nach und verlor 9,6 % in der Woche bis zum 04.04.2025. Damit erlitt er eine der 20 schlechtesten wöchentlichen Performances seit Auflegung des Small-Cap-Index am 31.12.1978. Doch obwohl es ganz klar ein drastischer Einbruch war, so rangierte er trotzdem nicht unter den zehn schlimmsten wöchentlichen Kursstürzen, die Small-Cap-Titel in diesen mehr als 45 Jahren verzeichnen mussten.
Der Russell 2000 ist seit Jahresbeginn bis zum 07.04.2025 um insgesamt 18,5 % abgesackt. Und gegenüber dem Höchststand vom 25.11.2024 bis zum 07.04.2025 sank der Russell 2000 um 25,5 % (und verlor 22,1 % gegenüber dem vorherigen Hoch vom 08.11.2021). Die Aktien leiden massiv unter der Unsicherheit in Bezug auf die Politik der USA generell und vor allem die Handels- und Geldpolitik sowie unter der Furcht vor erheblichen negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und vor einer möglichen Rezession oder Stagflation. Sicherlich, kurz nach der Ankündigung flächendeckender Zölle am 02.04.2025 sind die Sorgen über das Wirtschaftswachstum noch deutlich stärker gestiegen.
Die Zölle dürften dazu führen, dass die Aktienkurse – unabhängig von der Marktkapitalisierung – überwiegend nach unten tendieren, solange die Aussichten für die US-Wirtschaft unsicher bleiben. Diese Sorgen wurden anfangs zu einem Großteil durch das Hin und Her bei der Umsetzung der Zölle ausgelöst. Wenn Zölle als Instrument für die Aushandlung vorteilhafterer Handelsbeziehungen eingesetzt werden, dann ist unseres Erachtens letztlich ein positiver Endpunkt zu sehen. Aus aktueller Sicht Anfang April scheint jedoch klar zu sein, dass langfristige Ziele kaum ohne ein gewisses Maß an wirtschaftlichen Verlusten zu erreichen sein werden. Wie groß diese Verluste ausfallen und wie lange sie andauern werden, lässt sich derzeit nicht sagen. Angesichts der momentanen Turbulenzen ist es nicht überraschend, dass viele der positiven Trends der letzten Zeit, darunter Reshoring, Deglobalisierung und Deregulierung, wieder aus dem Blickfeld gerückt sind.
Wenn in der Vergangenheit Sorgen über das langfristige Wachstum die Marktabschwünge noch beschleunigt haben, dann haben Small-Cap-Werte in der Regel darunter am stärksten gelitten. Oft waren sie die Risikoanlagen, die AnlegerInnen zuerst verkauft haben, wenn das Gefühl der wirtschaftlichen Unsicherheit noch weiter zugenommen hat. Doch selbst unter Berücksichtigung dieses Faktors waren das Tempo und das Ausmaß des aktuellen Abschwungs überraschend. Und angesichts der derzeitigen politischen Unsicherheit dürften die Märkte zukünftig noch volatiler sein, denn die AnlegerInnen setzen alles daran, ihre Portfolios als Reaktion auf jede neue – und manchmal widersprüchliche – Schlagzeile sofort wieder anzupassen.
Das ist schon unter optimalen Bedingungen schwierig. Wenn wir jedoch die aktuellen Turbulenzen außer Acht lassen und langfristig denken, dann sehen wir viele Small-Cap-Unternehmen mit ausgezeichneten Fundamentaldaten und/oder sehr guten Aussichten auf langfristiges Wachstum oder eine Erholung, die darüber hinaus auch noch attraktiv bewertet sind. Natürlich halten unsere Investmentteams kontinuierlich Ausschau nach vielversprechenden Schnäppchen, denn sie wissen, dass viele AnlegerInnen nicht auf finanzielle und operative Fundamentaldaten achten und/oder keinen so langfristigen Anlagezeitraum haben wie wir.
Wir sind seit jeher überzeugt, dass Menschen investiert bleiben und während Baissephasen am Markt kaufen sollten, vor allem im Fall von zweistelligen Verlusten und unabhängig vom kurzfristigen Geschehen. Bärenmärkte stellen eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, um unter Ausnutzung des „Dollar Cost Averaging“, also des Durchschnittskosteneffekts, Aktien günstig zu kaufen. Wir wissen natürlich, dass es aus psychologischen Gründen schwierig ist, zu investieren, wenn die Märkte zu kämpfen haben. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch immer wieder gezeigt, dass Panikverkäufe oder Zurückhaltung während Marktrückgängen langfristig teuer sein können.
Das Verpassen der frühesten Phase der Rally ist immer kostspielig
Durchschnittliche 12-Monats-Renditen beim Russell 2000 während einer Erholungsphase, abhängig von verschiedenen Einstiegspunkten, 05.10.1979-31.03.2025
Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen.
Tatsächlich haben wir schon immer die Ansicht vertreten, dass einer der wichtigsten Faktoren für einen langfristigen Erfolg eines aktiven Investmentansatzes im Aktienuniversum darin besteht, bei Marktrückgängen investiert zu bleiben – und das gilt unabhängig vom Stil oder der Marktkapitalisierung. Auch wenn das momentane Umfeld schwierig ist, so begrüßen wir dennoch Zeiten wie diese, da sie langfristige Anlagemöglichkeiten bieten.
Es stimmt auch, dass volatile Märkte in der Vergangenheit die Voraussetzungen für anschließend überdurchschnittlich hohe Renditen geschaffen haben. Wir haben die 3-Jahres-Renditen über den Zeitraum der letzten 25 Jahre analysiert und Handelstage identifiziert, an denen der Russell 2000 an einem einzigen Handelstag um mindestens 1 % gestiegen oder gefallen ist. Dabei haben wir festgestellt, dass die durchschnittliche jährliche Gesamtrendite des Russell 2000 nach einer für Small-Cap-Werte weniger volatilen Phase im Zeitraum 2004 bis 2006 bei 13,6 % lag. Doch nach den volatileren Jahren von 2012 bis 2014 erzielte der Small-Cap-Index eine durchschnittliche jährliche Gesamtrendite von 19,2 %.
Nach Phasen hoher Volatilität weisen Small Caps in der Regel starke 3-Jahres-Renditen auf
Prozentsatz der Handelstage mit Ausschlägen von mindestens 1 % im Russell 2000 während der letzten 25 Jahre, vom 31.03.2000 bis 31.03.2025
Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. 1Die Daten des laufenden Jahres 2025 sind nicht in den durchschnittlichen Prozentsatz eingeflossen.
Wir haben auch frühere Bärenmärkte analysiert, um zu sehen, wie Small-Cap-Titel während der anschließenden Erholungsphase abgeschnitten haben. Die ermutigenden 1-Jahres-Ergebnisse sind in der folgenden Grafik dargestellt.
Small-Cap-Stärke nach Bärenmärkten
1-Jahres-Renditen nach Small-Cap-Markttiefs in den vergangenen 36 Jahren
Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen.
Als Small-Cap-Spezialisten mit einer über 50-jährigen Erfahrung haben wir einen entscheidenden Vorteil – wir sind daran gewöhnt, auch bei Korrekturen und Bärenmärkten zu investieren. Wir haben immer danach gestrebt, dann begierig zuzugreifen, wenn andere ängstlich waren, und uns zurückzuhalten, wenn andere gierig waren. Dieses Konzept ist in diesen unsicheren Tagen wichtiger denn je.
Definitionen
Der Russell 2000 Index ist ein Index für inländische Small-Cap-Aktien, der die Wertentwicklung der 2.000 kleinsten börsennotierten US-Unternehmen im Russell 3000 Index misst. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen der Datenanbieter sind unter www.franklintempletondatasources.com verfügbar.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Die Renditen nicht verwalteter Indizes enthalten keine Gebühren, Aufwendungen oder Verkaufsgebühren.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Rohstoffe und Währungen sind mit erhöhten Risiken verbunden, zu denen unter anderem Marktrisiken und politische Risiken, das Regulierungsrisiko sowie Risiken im Zusammenhang mit naturgegebenen Bedingungen gehören, sodass sie unter Umständen nicht für alle Anleger geeignet sind.
Die Risiken und die Volatilität bei Small-Cap- und Mid-Cap-Aktien sind größer als bei Large-Cap-Aktien.
US-Staatsanleihen (Treasuries) sind direkte Schuldverschreibungen, die von der US-Regierung begeben werden und durch ihre uneingeschränkte Kreditwürdigkeit und Steuerhoheit abgesichert sind. Die US-Regierung garantiert die Kapital- und Zinszahlungen auf US-Staatsanleihen, wenn die Wertpapiere bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Im Gegensatz zu US-Staatsanleihen sind Schuldtitel, die von Bundesbehörden und Gebietskörperschaften begeben werden, sowie damit verbundene Anlagen nicht unbedingt durch die uneingeschränkte Kreditwürdigkeit und Steuerhoheit der US-Regierung abgesichert. Selbst wenn die US-Regierung die Kapital- und Zinszahlungen auf Wertpapiere garantiert, betrifft diese Garantie keine Verluste, die auf einen Rückgang des Marktwerts dieser Wertpapiere zurückzuführen sind.
Alle Unternehmen und/oder Fallstudien im vorliegenden Dokument dienen lediglich der Veranschaulichung. Eine Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton empfohlenen Portfolio gehalten. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sind kein Hinweis auf Handelsabsichten eines durch Franklin Templeton verwalteten Portfolios. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen.
Die in diesem Artikel genannten Daten und Zahlen stammen von Russell Investments, FactSet, Bloomberg und Reuters.
Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen des Datenanbieters sind verfügbar unter www.franklintempletondatasources.com. Alle Angaben können sich ändern.
