AUTOREN

Stephen Dover, CFA
Chief Market Strategist
Head of Franklin Templeton Institute

Taylor Topousis, CFA
Market Strategist
Franklin Templeton Institute
Dieser Artikel wurde ursprünglich im LinkedIn-Newsletter „Global Market Perspectives“ von Stephen Dover veröffentlicht. Folgen Sie Stephen Dover auf LinkedIn, wo er seine Gedanken und Kommentare sowie seinen Newsletter mit globalen Marktperspektiven veröffentlicht.
Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank hat heute erstmals seit 2023 die Leitzinsen um 25 Basispunkte (Bp) angehoben. Seit der Rede des Vorsitzenden Warsh am 28. August in Jackson Hole hatten die Fed Funds Futures eine Wahrscheinlichkeit von über 50 % für eine Zinserhöhung impliziert. Angesichts einer robusten Konjunktur, eines stabilen Arbeitsmarktes und einer hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank (Fed) liegenden Inflation entschied sich diese für eine Straffung der Geldpolitik.
Welche Erkenntnisse sollten Anleger aus diesem Ereignis ziehen? Angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen und mit Blick auf die fünf Zinserhöhungszyklen, die die Fed seit der Veröffentlichung ihrer geldpolitischen Entscheidungen im Jahr 1994 eingeleitet hat (1994, 1999, 2004, 2015 und 2022), sowie die einmalige Zinserhöhung im Jahr 1997, halten wir Folgendes für beachtenswert:
- Seien Sie auf Volatilität gefasst: In den sechs vorherigen Zeiträumen betrug der durchschnittliche maximale Kursrückgang des S&P-500-Index in den zwölf Monaten nach der ersten Zinserhöhung -12,2 %. Der höchste Rückgang wurde im Jahr 2022 mit -22,8 % verzeichnet.
- Suchen Sie nach Chancen: Die durchschnittliche Dreimonatsrendite betrug -2,3 %, die durchschnittliche Zwölfmonatsrendite lag hingegen bei +8,7 %. Vor dem Hintergrund eines robusten Gewinnwachstums und einer starken Konjunktur empfehlen wir Aktienanlegern, Kursrückgänge zu nutzen, um ihr Portfolio neu auszurichten und ihr Engagement in Aktien diversifiziert auszubauen.
- Achten Sie auf höhere Renditen: Zwar steigen die Renditen im Vorfeld einer Zinserhöhung der Fed in der Regel an, doch auch in den zwölf Monaten danach ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen durchschnittlich um 26,5 Basispunkte gestiegen. Angesichts der aktuell attraktiven Anfangsrenditen – im Gegensatz zum Niedrigzinsumfeld des Jahres 2022 – halten wir Anleihen nach wie vor für attraktiv. Bisher haben wir Anleihen mit kürzeren Laufzeiten bevorzugt. Das derzeit höhere Zinsniveau und die Aussicht auf möglicherweise noch höhere Zinsen in der Zukunft führen jedoch dazu, dass auch Kern- und Core-Plus-Anleihenmandate zunehmend attraktiv werden.
- Die Dauer des Zyklus wird entscheidend sein: Wir sind der Ansicht, dass die Wirtschaft und die Unternehmen einen gewissen Anstieg der Zinssätze verkraften können. Sollte die Fed einen längeren Zinserhöhungszyklus einleiten und die Zinsen so weit anheben, dass es zu Verwerfungen kommt, wie es am Ende der Zinserhöhungszyklen der Jahre 1999, 2004 und 2022 der Fall war, müssen Anleger flexibler reagieren. Auch wenn dies zum damaligen Zeitpunkt nicht absehbar war, erzielte der S&P 500 Index in den zwölf Monaten nach der einmaligen Anhebung im Jahr 1997 eine Rendite von 39,8 %.
- Wie geht es für die Fed weiter? In diesem Jahr stehen für den FOMC noch zwei Sitzungen an. Eine davon findet in der letzten Oktoberwoche, also in der Woche vor den US-Midterm-Wahlen, statt, die letzte Sitzung des Jahres erfolgt in der zweiten Dezemberwoche. Die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) zeigt, dass die Teilnehmer für das Jahr 2026 eine weitere Zinserhöhung erwarten. Auf der Pressekonferenz gab der Vorsitzende Warsh nur wenige Hinweise zur künftigen Geldpolitik. In Verbindung mit der SEP wurden seine Äußerungen von den Märkten jedoch als restriktiv gewertet.
Quelle für alle zitierten Daten: Bloomberg; Analyse des Franklin Templeton Institute. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen.
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Festverzinsliche Wertpapiere bergen Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie das Risiko eines möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren. Niedrig bewertete, hochverzinsliche Anleihen sind größeren Preisschwankungen und höheren Illiquiditäts- und Ausfallrisiken ausgesetzt.
