AUTOREN

Doug Grant
Portfolio Manager,
Deputy Head of Research

Richard Spalton
Portfolio Manager,
Research Analyst

Ameet Rane
Research Analyst
Für konsumnahe Sektoren ist der Ausblick für den Rest des Jahres uneinheitlich. Das hohe Beschäftigungsniveau trägt jedoch dazu bei, die Auswirkungen höherer Benzinpreise abzufedern. Die Marktentwicklung deutet darauf hin, dass sich die Sorgen der Anleger über eine Abkühlung verstärken: Aktien für zyklische Konsumgüter haben seit Jahresbeginn bis zum 22. September rund 6 % eingebüßt, der breite S&P 500 indes hat um mehr als 13 % zugelegt.
Die zugrunde liegenden Wirtschaftsdaten zeichnen allerdings ein ausgewogeneres Bild. Während bestimmte Bereiche des Konsumsektors eindeutig unter Druck stehen, erweisen sich die Ausgaben insgesamt als überraschend resilient. In diesem sich ständig wandelnden makroökonomischen Umfeld halten wir es für sinnvoll, den Fokus auf Unternehmen mit hoher Bonität zu legen, die überproportional abverkauft wurden und durch unternehmensspezifische Verbesserungen wachsen können.
Rückenwinde: Was stützt den Konsum?
Trotz Gegenwinden dürften mehrere wichtige Faktoren die Konsumausgaben weiterhin stützen. Vor allem bleibt der Arbeitsmarkt in guter Verfassung. Die Arbeitslosenquote in den USA beträgt rund 4 %, während allgemeine Kennzahlen zur Unterbeschäftigung nach wie vor deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegen. Auch die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind noch immer gering, was dafür spricht, dass die Unternehmen ihren Personalbestand nicht massiv abbauen. Die Beschäftigung bleibt das Fundament, das die Konsumnachfrage stützt.
Das Gesamtnettovermögen der US-Haushalte erreichte im Q2/2026 einen Rekordwert.

Quelle: Board of Governors of the Federal Reserve System (US), Households; Net Worth, Level [BOGZ1FL192090005Q], abgerufen von FRED, Federal Reserve Bank of St. Louis; https://fred.stlouisfed.org/series/BOGZ1FL192090005Q, 6. Oktober 2026.
Auch die Finanzlage der Privathaushalte bleibt insgesamt solide. Das Nettovermögen der US-Haushalte erreichte im zweiten Quartal 2026 mit 185 Bio. USD einen Rekordwert und bietet vielen Verbrauchern ein beträchtliches finanzielles Polster. Die Ausgabendaten bleiben ebenfalls positiv. Der Einzelhandelsumsatz ohne Autos und Benzin verzeichnete im Sommer nach wie vor Wachstumsraten von etwa 5 % bis 6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgaben für Restaurantbesuche, Online-Einkäufe und zahlreiche Ermessenskategorien entwickeln sich trotz negativer Stimmungsindikatoren noch immer positiv.
Der Einzelhandel zeigt sich robust

Quelle: U.S. Census Bureau, Advance Retail Sales: Retail Trade [RSXFS], abgerufen von FRED, Federal Reserve Bank of St. Louis; https://fred.stlouisfed.org/series/RSXFS, 6. Oktober 2026.
Chancen im Bereich zyklischer Konsumgüter
Angesichts der zuletzt schwachen Entwicklung von Aktien im Bereich zyklischer Konsumgüter eröffnen sich Chancen bei Titeln, die der Markt möglicherweise zu pessimistisch bewertet. Anstatt auf eine kräftige wirtschaftliche Erholung zu setzen, konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit stabiler Nachfrage, operativen Verbesserungen und sonstigen eigenen Initiativen.
Innerhalb des Sektors stellen Autos unseres Erachtens einen Bereich mit attraktiven Chancen dar. Die Branche befindet sich in einer späten Phase des Konjunkturzyklus, ist wenig gefragt und sieht sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Dieser Pessimismus sorgt aber auch dafür, dass ausgewählte Unternehmen attraktiv bewertet sind. Zukünftige Renditen werden voraussichtlich eher durch unternehmensspezifische Umsetzung, Kostenkontrolle, Kapitalrückführungen und strategische Verbesserungen erzielt als durch starkes Branchenwachstum.
Beispielsweise ist ein großer japanischer Automobilkonzern trotz Gegenwinden durch Zölle und makroökonomische Faktoren äußerst profitabel geblieben. Die „Multi-Pathway“-Strategie des Unternehmens, die Hybride, Plug-in-Hybride, batterieelektrische Fahrzeuge und Wasserstofftechnologien umfasst, verschafft ihm im Zuge der Weiterentwicklung der globalen Automobilmärkte Flexibilität.
Reisen und Luxusgüter zeigen sich weiterhin resilient und werden von einkommensstarken Konsumenten gestützt, die nach wie vor bereitwillig Ausgaben für Erlebnisse und Premiummarken tätigen. Eine unserer Positionen im europäischen Luxussegment hat sich trotz der nachlassenden Luxusnachfrage aus China und seitens aspirativer Verbrauchergruppen als widerstandsfähig erwiesen, sodass sie überproportional profitieren dürfte, wenn die weltweiten Luxusausgaben schließlich wieder anziehen. Die Aktie notiert weiterhin deutlich unter ihren Höchstständen von 2023, doch das zugrunde liegende Geschäft erwirtschaftet jährlich noch immer einen Umsatz von mehr als 80 Mrd. EUR, zeichnet sich durch hohe Profitabilität aus und verfügt über zahlreiche Wachstumstreiber aus den Bereichen Mode, Beauty, Schmuck, Einzelhandel und reisebezogene Ausgaben.
Basiskonsumgüter als Quelle potenzieller Stabilität
Basiskonsumgüter bieten möglicherweise kein schnelles Wachstum, doch die Fundamentaldaten scheinen sich zu verbessern. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Portfolios vereinfacht, die Produktivität gesteigert, Kosten gesenkt und die Umsetzung optimiert. Daher verbessert sich die Qualität der Ergebnisse, obwohl die Bewertungen des Sektors insgesamt inzwischen auf ein eher angemessenes Niveau gesunken sind.
In einer ungewissen Wirtschaftslage sind diese defensiven Merkmale attraktiv. Es mag zwar schwierig sein, robustes Wachstumspotenzial ausfindig zu machen, dennoch sind ausgewählte Turnaround-Situationen und Unternehmen mit effektiven Strategien zur Kostenkontrolle offenbar gut positioniert.
Beispielsweise nutzt einer der größten US-Einzelhändler künstliche Intelligenz (KI) zur Analyse von Verkaufsmustern, Online-Suchanfragen, Wetterdaten, wirtschaftlichen Trends und lokalen Nachfragesignalen, um vorherzusagen, welche Produkte Kunden kaufen werden und wo sie diese kaufen werden. Mithilfe dieser KI-Modelle kann das Unternehmen die Bestände in den Filialen, Lagern und Fulfillment-Zentren optimieren, wodurch Fehlmengen reduziert, Überbestände minimiert, die Effizienz der Lieferkette verbessert und sichergestellt wird, dass Produkte verfügbar sind, wenn Kunden sie benötigen.
Ebenfalls in diesem Sektor setzt ein führendes europäisches Unternehmen für Premiumspirituosen auf eine Turnaround-Strategie, um nach mehreren Jahren schwacher Nachfrage das Wachstum wiederzubeleben und die Effizienz zu steigern. Unter der Leitung eines neuen CEO hat das Unternehmen einen Dreijahresplan auf den Weg gebracht, um durch die Neugestaltung des Betriebsmodells, Verbesserungen in der Lieferkette und den Abbau organisatorischer Doppelungen zusätzliche Kosteneinsparungen in Höhe von 1 Mrd. USD zu realisieren.
Die Spreu vom Weizen trennen: Die Auswahl der richtigen Aktien ist entscheidend
Anstatt auf einen allgemeinen Abschwung im Konsum hinzuweisen, deuten die aktuellen Bedingungen auf ein stärker selektives Umfeld hin, in dem sich Gewinner und Verlierer immer deutlicher voneinander abheben. Aus unserer Sicht ergeben sich dadurch Chancen für aktive Anleger, sich auf hochwertige Konsumgüterunternehmen mit starken Marken, soliden Bilanzen und unternehmensspezifischen Impulsen zu konzentrieren. Auch wenn der Weg in die Zukunft holprig verlaufen mag, ist ein angeschlagener Verbraucher noch lange kein gebrochener.
Marktkommentar
Aktien legten im dritten Quartal weltweit leicht zu, doch hinter den Schlagzeilen verbargen sich deutliche Veränderungen bei der Marktführerschaft. Die Märkte in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum entwickelten sich positiv, während Europa nachgab und die Schwellenländer leicht im Minus schlossen. Japan war eine wichtige Stütze in Asien, während die Märkte außerhalb Japans abrutschten. Auf globaler Ebene schnitten Value-Aktien besser ab als Wachstumstitel, Dynamikwerte verzeichneten einen drastischen Rückgang, und Large Caps erwiesen sich als robuster als Small Caps. Das zeigte, dass die Kursgewinne auf größere, wertorientierte Unternehmen konzentriert waren und sich nicht gleichmäßig über den Markt verteilten.
Ausblick
Wir halten globale Aktien weiterhin für attraktiv. Viele Aktien außerhalb des Kreises der größten US-Technologieunternehmen notieren trotz solider Fundamentaldaten nach wie vor zu angemessenen Kursen. Märkte wie Europa, Japan und Teile der Schwellenländer bieten Unternehmen mit gesunden Bilanzen, robusten Cashflows und einer aktionärsfreundlichen Unternehmenspolitik – oft zu niedrigeren Bewertungen als ihre US-Pendants. Wenn die Zinsen sinken und das Wirtschaftswachstum stabil bleibt, könnten Anleger ihren Blick über die teuersten Aktien des Marktes hinaus richten, wodurch sich Chancen ergeben, dass sich unterbewertete Unternehmen überdurchschnittlich entwickeln. Kurzfristige Marktschwankungen sind zwar stets möglich, doch die Kombination aus attraktiven Bewertungen, steigenden Unternehmensgewinnen und einer breiteren Marktbeteiligung spricht für einen positiven Ausblick für globale Aktien.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich.
Die Vermögensallokation auf verschiedene Strategien, Anlageklassen und Investments kann sich als nicht vorteilhaft erweisen und zu anderen als den gewünschten Ergebnissen führen.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Anleihen bergen Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie das Risiko eines möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren. Niedrig bewertete, hochverzinsliche Anleihen sind größeren Preisschwankungen und höheren Illiquiditäts- und Ausfallrisiken ausgesetzt.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer.
Der Anlagestil könnte unbeliebt werden, was negative Auswirkungen auf die Wertentwicklung haben könnte.
Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps) können je nach Markt- und Wirtschaftslage bei den Anlegern in Ungnade fallen.
Die Risiken und die Volatilität bei Small-Cap- und Mid-Cap-Aktien sind größer als bei Large-Cap-Aktien.
Alle Unternehmen und/oder Fallstudien im vorliegenden Dokument dienen lediglich der Veranschaulichung. Eine entsprechende Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton empfohlenen Portfolio gehalten. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sind kein Hinweis auf Handelsabsichten für ein durch Franklin Templeton verwaltetes Portfolio.
