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Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Infrastrukturanlagen schneiden normalerweise besser ab als globale Aktien, wenn die Zinsen ihren Höchststand erreicht haben. Das sollten AnlegerInnen im Blick behalten, wenn die Inflationsindikatoren zurückgehen und die großen Zentralbanken ihre restriktive Haltung aufgeben und zu einem Lockerungszyklus übergehen.
  • Infrastruktur kann im Vergleich zu Anleihen oder Termineinlagen erhebliche Kapitalzuwächse bieten, da der Sektor von mehreren jahrzehntelangen thematischen Faktoren beeinflusst wird, darunter die Dekarbonisierung, umfangreiche Netzinvestitionen sowie künstliche Intelligenz (KI) und das wachsende Datenvolumen.
  • Durch das Erreichen des Zinshöchststands im aktuellen Zyklus entsteht eine beträchtliche Chance, da sich börsennotierte Infrastrukturwerte schlechter entwickelt haben als Aktien im Allgemeinen, sodass der Sektor attraktiv bewertet ist.

Outperformance von Infrastruktur hängt nicht von fallenden Zinsen ab

Steigende Anleiherenditen stellten in letzter Zeit eine Belastung für Infrastrukturtitel dar, deren Dividenden mit Anleihen um das Kapital der AnlegerInnen konkurrieren müssen und die höhere Kosten durch Zinsen in der Regel nur verzögert an die zulässigen Renditen (bei regulierten Anlagen wie Versorgungsbetrieben) oder langfristige Verträge (bei nutzungsabhängigen Anlagen wie gebührenpflichtigen Straßen und Flughäfen) weitergeben können. Dennoch schneiden Infrastrukturanlagen normalerweise besser ab als globale Aktien, wenn die Zinsen ihren Höchststand erreicht haben. Das sollten AnlegerInnen im Blick behalten, wenn die Inflationsindikatoren zurückgehen und die großen Zentralbanken ihre restriktive Haltung aufgeben und zu einem Lockerungszyklus übergehen.

Die Outperformance des Infrastruktursegments über mehrere Zeiträume nach der letzten Zinserhöhung in einem Zyklus bestätigt unsere These, dass die Anleiherenditen nicht fallen müssen, damit Infrastruktur sich überdurchschnittlich entwickeln kann (Abbildung 1). Eine geringere Volatilität oder größere Gewissheit in Bezug auf die Zinsen könnte sich positiv auf die Bewertungen von Infrastrukturanlagen und wichtige thematische Einflussfaktoren auswirken. Tatsächlich kann Infrastruktur im Vergleich zu Anleihen oder Termineinlagen erhebliche Kapitalzuwächse bieten, da der Sektor von mehreren jahrzehntelangen thematischen Faktoren beeinflusst wird, darunter die Dekarbonisierung, umfangreiche Netzinvestitionen sowie künstliche Intelligenz (KI) und das wachsende Datenvolumen.

Abbildung 1: Wertentwicklung von Infrastrukturtiteln nach der letzten Zinsanhebung der Fed

Stand: 31. März 2024. Quellen: ClearBridge, FactSet, Bloomberg. Der RARE 200 ist die Kombination der (vierteljährlich aktualisierten) Anlageuniversen für die Infrastrukturstrategien von ClearBridge Investments. Bestandteile zum 31. März 2024, Messung der Gesamtrendite in Lokalwährung. Globale Aktien: MSCI AC World Index (Bruttorenditen in Lokalwährung), der Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern umfasst. Die Wertentwicklung spiegelt den Sechs-Monats-, Ein-Jahres-, Drei-Jahres- und Fünf-Jahres-Zeitraum nach der letzten Zinserhöhung der Fed vor den Zinssenkungszyklen 1989, 1995, 2001, 2007 und 2019 wider. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten und Ausgabeaufschläge sind nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

Die zunehmende Outperformance von Infrastruktur gegenüber globalen Aktien im Zeitverlauf nach der letzten Zinserhöhung spiegelt wahrscheinlich die Verzögerung wider, mit der Infrastrukturtitel ihre Renditen nach Zinserhöhungen steigern, sowie die höhere relative Attraktivität ihrer Dividenden bei niedrigeren Anleiherenditen.

Man darf auch nicht vergessen, dass es sich bei Infrastrukturanlagen um grundlegende Dienstleistungen handelt, weshalb die Nachhaltigkeit ihrer Dividenden hoch ist. Im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren dürften die Dividenden von Infrastrukturwerten aufgrund ihrer laufenden Investitionen und ihrer wachsenden Vermögensbasis jährlich im mittleren einstelligen Bereich zunehmen.

Darüber hinaus ist anzumerken, dass die meisten Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) nach dem Höchststand Rezessionen vorausgingen, was den defensiven Charakter von Infrastrukturanlagen unterstreicht. Unserer Meinung nach werden die defensiven Eigenschaften von Infrastruktur selbst in einem Szenario mit weicher Landung (ohne Rezession) zum Tragen kommen, wenn die Wirtschaftstätigkeit nachlässt.

Das Erreichen des Höhepunkts der Zinsen im aktuellen Zyklus schafft unseres Erachtens eine beträchtliche Chance, da sich börsennotierte Infrastrukturwerte schlechter entwickelt haben als Aktien im Allgemeinen. Dennoch halten wir die Zukunft für vielversprechend, da der Gegenwind durch steigende Anleiherenditen abklingen dürfte und es in allen Teilsektoren von Infrastruktur viele Gründe für Optimismus gibt.

Regulierte Versorger wälzen die Inflation weiter ab, erhalten aber wenig Anerkennung für ihr Wachstum. Unserer Auffassung nach steht der Sektor am Anfang eines Zyklus umfangreicher Investitionen, der sich über die kommenden Jahrzehnte erstrecken wird. Das gilt vor allem für die Stromnetzbetreiber, die die Infrastruktur zur Unterstützung der Energiewende, der Ausfallsicherheit der Netze und des Ersatzes veralteter Anlagen ausbauen werden. Wir rechnen mit höheren Investitionen, einem stärkeren Wachstum der Vermögensbasis und einem besseren Renditepotenzial, was sich mittelfristig in Form nachhaltig höherer Gewinne und Dividenden für die Aktionäre auszahlen dürfte.

Darüber hinaus führt die explosionsartige Datennachfrage, die durch KI noch verstärkt wird, zu einem steigenden Strombedarf, zu höheren Investitionen in die Strom- und Energieinfrastruktur und zu einem weiteren Wachstum bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, um den immer höheren Bedarf von Hyperscalern zu decken.

Unter den Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien werden viele Titel derzeit zu Kursen gehandelt, in denen nur die bestehenden, in Betrieb befindlichen Anlagen berücksichtigt sind, nicht aber der Wert des künftigen Wachstums. Das ist unserer Meinung nach eine sehr konservative Haltung.

Bei Infrastrukturwerten mit nutzungsabhängigen Bezahlmodellen haben Einbußen bei Volumen und Auslastung infolge der Pandemie die Bewertungen belastet, dennoch dürfte dieser Teilsektor jetzt für eine vollständige Erholung gerüstet sein. Bei gebührenpflichtigen Straßen verzeichnen wir in ganz Europa und Nordamerika weiterhin kräftige Zuwächse. Das Verkehrsaufkommen liegt dort jetzt nahe oder über dem Niveau vor der Pandemie. Der Flughafensektor weist ebenfalls eine starke Verkehrsdynamik auf, wovon insbesondere Unternehmen profitieren, die stärker auf den Urlaubs- und Geschäftsreiseverkehr sowie auf Passagiere aus China ausgerichtet sind.

Schließlich hat der Kommunikationssektor in den letzten Quartalen an Boden verloren. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Mobilfunkmasten-Unternehmen die Auswirkungen der steigenden Zinsen in ihrer langfristigen Leasingstruktur nicht abwälzen konnten. Vor dem Hintergrund eines Umfelds, in dem sich die Zinsen stabilisieren, gehen wir jedoch davon aus, dass der Sektor Auftrieb erhalten wird, wenn die Fed gegen Ende des Jahres 2024 tatsächlich einen Lockerungszyklus einleitet.

Obwohl kein Zinszyklus dem anderen gleicht, haben sich Infrastrukturanlagen in Zeiten sich stabilisierender Zinsen besser entwickelt als globale Aktien. In Verbindung mit verschiedenen Wachstumstreibern und attraktiven Bewertungen in allen Teilsektoren von Infrastruktur gibt es viele Gründe, die für eine Outperformance der Anlageklasse sprechen.



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