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Wie aus einem Jahr der Unsicherheit ein Jahr der zweistelligen Renditen wurde

Im Juli des vergangenen Jahres stellten wir fest, dass Anleger in den ersten sechs Monaten fast jede Art von Anlageumfeld erlebt hatten. Die zweite Jahreshälfte erwies sich als gleichermaßen ereignisreich, mit zwei wichtigen Unterschieden. Der erste Unterschied war die lang erwartete absolute und relative Stärke der Small- und Mid-Cap-Aktien, nachdem der Markt im Frühjahr 2025 die Talsohle erreicht hatte. Der zweite war die damit verbundene Tatsache, dass Anleger die Unsicherheit in den letzten drei Quartalen des Jahres viel besser verkrafteten als zu Jahresbeginn.

Im ersten Quartal 2025 setzten die Zollankündigungen (sowie das Hin und Her bei der Umsetzung, das für Volatilität sorgte), die hartnäckig hohe Inflation, das schwindende Verbrauchervertrauen und das anschließende Wiederaufflackern der Rezessionsängste Aktien anhaltend unter Druck. Anschließend gaben die Märkte noch weiter (und schneller) nach, als US-Präsident Trump am „Tag der Befreiung“ (2. April 2025) zahlreiche Zölle und andere Änderungen der US-Handelspolitik ankündigte. Der US-Präsident bezeichnete diese Maßnahmen als Rückkehr zur „wirtschaftlichen Souveränität“, doch die Anleger waren anderer Meinung. Die Märkte hassen kaum etwas so sehr wie Unsicherheit, und in den ersten Monaten des Jahres 2025 gab es davon mehr als üblich.

Daher war es im weiteren Jahresverlauf höchst interessant zu sehen, wie schnell und leicht die Anleger ihre Meinung änderten – schon bald nutzten sie die Möglichkeiten, die sich aus dem zollbedingten Abschwung ergaben. Die Aktienmärkte erholten sich rasch von ihrem Tiefpunkt am 8. April, obwohl sie mit einer Vielzahl von Unsicherheitsfaktoren und Herausforderungen konfrontiert waren, darunter die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Gazastreifen, die hartnäckige (wenn auch moderate) Inflation, der Wertverlust des US-Dollars, die langsam steigende Arbeitslosenquote und der Mangel an Vertrauen bei den US-Verbrauchern. Diese Liste können wir nun mit neueren, möglicherweise beunruhigenden Entwicklungen im Iran, in Venezuela und (ausgerechnet) Grönland ergänzen. Hinzu kommt noch die angespannte Beziehung zwischen der Regierung von Präsident Trump und Notenbankchef Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai dieses Jahres endet. Sein Nachfolger dürfte Kevin Warsh werden.

Micro-Caps erreichen die Spitze eines resilienten Marktes

In diesem schwierigen Umfeld präsentierten die Aktienmärkte bemerkenswerte Widerstandskraft, vielleicht weil gleichzeitig die US-Wirtschaft weiterhin solide, die Arbeitslosigkeit niedrig und Öl günstig ist und die US-Notenbank die Zinsen im vergangenen Jahr dreimal gesenkt hat (wodurch auch die Hypothekenzinsen gesunken sind). Nach dem Tief vom April waren die Anleger nur zu gern bereit, positiven Entwicklungen mehr Bedeutung beizumessen als den Unsicherheitsfaktoren. Der VIX – der CBOE S&P 500 Volatility Index, oft auch als „Angstindex“ bezeichnet, der die über 30 Tage erwartete Volatilität des S&P 500 misst – zeigt einen deutlichen Anstieg zum Ende des ersten Quartals 2025, der sich dann im Rest des Jahres wieder abschwächte. Während der letzten neun Monate des Jahres 2025 blieben die Märkte ungewöhnlich ruhig und der VIX lag unter seinem langfristigen historischen Durchschnitt von 30. Nur im Oktober und November, als das Thema künstliche Intelligenz (KI) Anzeichen einer schwindenden Dynamik zeigte, näherte sich der Index diesem Niveau mehrmals kurzzeitig an, erreichte es jedoch nie. (In den ersten Wochen des Jahres 2026 tendierte er ebenfalls zeitweise aufwärts.)

Das Ergebnis war ein fantastisches Jahr für die wichtigen US-Indizes, aber der große Gewinner könnte einige überraschen. Der Spitzenreiter war nämlich der Russell Microcap Index, während Small-Cap-Werte den Large- und Mega-Caps hinterherhinkten (vor allem aufgrund eines verheerenden ersten Quartals für den Russell 2000 Index der Small-Cap-Werte). Im Gesamtjahr 2025 legte der Russell Microcap um 23,0 % zu, der Russell 2000 gewann 12,8 %, der Russell 1000 Index der Large-Cap-Werte stieg um 17,4 %, und der Russell Top 50 Index der Mega-Caps verzeichnete ein Plus von 19,9 %. Der Spread zwischen dem Small- und dem Micro-Cap-Index erreichte im Kalenderjahr den dritthöchsten Wert seit der Auflegung des letzteren im Jahr 2000. (Die Ergebnisse für Nicht-US-Aktien, die in den vergangenen Jahren immer hinter US-Aktien lagen, waren 2025 ebenfalls bemerkenswert: Der MSCI ACWI ex-USA Small Cap Index legte um 29,3 % zu und der MSCI ACWI ex-USA Large Cap Index gewann 32,5 %.)

Ein beeindruckendes Jahr für Aktien aller Größenordnungen

Renditen der Russel-Indizes vom 31.12.2024 bis zum 31.12.2025

Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

Die Frage, die in diesem Artikel beantwortet werden soll, lautet natürlich: Wann und unter welchen Umständen könnten Small-Cap-Werte den Micro-Caps an die Spitze des Marktes folgen? Im Januar 2026 war ein Muster zu erkennen, das unseres Erachtens von Dauer sein könnte: Sowohl der Small- als auch der Micro-Cap-Index lagen zum Monatsende deutlich vor den Indizes der Large-Caps und der Mega-Caps.

KI: Bald auch in einem Small-Cap-Unternehmen in Ihrer Nähe?

Eine Möglichkeit, die Leitfrage dieses Artikels zu beantworten, ist der Verweis darauf, dass die Unternehmen, die wahrscheinlich 2026 von der KI-Revolution profitieren werden, nicht die Gewinner der Vergangenheit sind. Um Mark Twain zu zitieren: „Wenn es einen Goldrausch gibt, sind diejenigen im Vorteil, die Schaufeln verkaufen.“ Genau so schätzt die Mehrzahl unserer Investmentteams ihre Technologie-Investments ein. Die als die „Glorreichen Sieben“ bezeichnete Gruppe der Mega-Cap-Unternehmen macht seit einiger Zeit fast jeden Tag Schlagzeilen mit den Milliardensummen, die sie oder ihre Ökosystem-Partner aufbringen, um unermüdlich in KI-Modelle, Rechenleistung, Rechenzentrumskapazität usw. zu investieren.

Wir glauben an Unternehmen, die bereits von den Positivwirkungen dieser Ausgaben profitieren, weil sie differenzierte Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die die Entwicklung der KI und den Ausbau der für KI erforderlichen Infrastruktur maßgeblich vorantreiben. Diese Unternehmen stellen anderen, größeren Unternehmen viele Tools, Bauteile und Dienstleistungen bereit. Zu ihnen gehören Hersteller von Halbleiterkomponenten, die verschiedene KI-Anwendungen ermöglichen, Energieanbieter, ohne die Rechenzentren nicht betrieben werden können, sowie die Bauunternehmen, die diese Rechenzentren bauen. Hier einige Beispiele:

  • Ein duopolistischer Anbieter von hochentwickelten Prüfkarten, die für das Testen komplexer Speicherchips und GPUs mit hoher Bandbreite unerlässlich sind.
  • Ein Hersteller kritischer Infrastrukturprodukte, der ein marktbeherrschender Anbieter von hochtechnisierten Versorgungsstrukturen ist, die Versorger benötigen, um ihre Netze abzusichern und angesichts des (teilweise durch die KI-Rechenzentren begründeten) steigenden Lastwachstums für die Übertragung höherer Spannungen auszubauen.
  • Ein spezialisierter Infrastrukturdienstleister, der eine wichtige Rolle bei der Standortvorbereitung für Rechenzentren und Halbleiterfabriken spielt.
  • Ein führendes Ingenieur- und Beratungsunternehmen, das Kunden mit seinem Fachwissen bei der Integration von maschinellem Lernen und KI in Systeme und Produkte unterstützt und ihnen außerdem hilft, mit den möglichen Herausforderungen und Streitigkeiten umzugehen, die in diesem Zusammenhang entstehen können.

Es ist etwas paradox, dass genau jetzt, da das Thema KI an der Börse nach und nach an Schwung verliert und die Aktienkurse einiger Mega-Cap-Konzerne sinken, kleinere Unternehmen, die diese Mega-Cap-Akteure unterstützen, allmählich auf dem Radar der Anleger auftauchen.

Andere Small-Cap-Unternehmen wollen mithilfe von KI Innovations-, Produktivitäts- und/oder Effizienzsteigerungen erreichen. Wir erwarten in Zukunft eine noch deutlichere Verlagerung der Aufmerksamkeit von Mega-Cap-Unternehmen, die KI bereitstellen, auf die vielen Unternehmen, die in der Lage sind, KI-Anwendungen zu kommerzialisieren und so ihr Geschäft auszubauen, und/oder die Unternehmen, die durch die Nutzung von KI-Tools ihre Margen steigern können. Ein aktives Management dürfte entscheidend sein, um diejenigen kleineren Unternehmen zu identifizieren, die sich in dem dynamischen, aber zeitweise auch äußerst volatilen Marktumfeld, das dieses Jahr zu erwarten ist (wie einige Börsentage Anfang Januar bereits gezeigt haben), am besten entwickeln werden. Darüber hinaus gibt es einige Beratungsunternehmen und Softwarefirmen, die vom Markt für tot erklärt worden sind. Unsere Gespräche mit den Managementteams und weitere Recherchen und Analysen deuten jedoch darauf hin, dass diese Unternehmen von KI profitieren dürften und in den kommenden Jahren wahrscheinlich eine höhere Rentabilität erzielen werden. Eine ähnliche Dynamik war bereits bei den Small-Caps zu beobachten, wo einzelne Marktsegmente zunächst stark unter Druck gerieten, bevor andere Anleger erkannten, dass diese Unternehmen gut aufgestellt sind, um von einer neuen Technologie zu profitieren. Anschließend verzeichneten die betreffenden Aktien eine deutliche Erholung.

Small-Cap-Chancen jenseits von KI

Natürlich sehen unsere Investmentteams auch außerhalb des KI-Bereichs viele Anlagechancen, etwa bei Unternehmen in den Sektoren zyklische Konsumgüter und Basiskonsumgüter. Interessante Möglichkeiten gibt es ebenfalls im Gesundheitswesen jenseits des Bereichs Biopharma, der die Small-Cap-Performance im Jahr 2025 bestimmte. Davon abgesehen investieren unsere Investmentteams in Branchen wie Verpackungen, Unternehmensdienstleistungen und Versicherungen, die sich 2026 allesamt gut entwickeln dürften. Im Nicht-KI-Teil der Halbleiter-Lieferkette sind erste positive Signale zu erkennen, ebenso wie bei Unternehmen im Fertigungsbereich. So haben Industriehändler den Tiefpunkt des Zyklus erreicht und verzeichnen allmählich eine Stabilisierung ihres Geschäfts. Weitere Anlagechancen bieten sich in so unterschiedlichen Bereichen wie auf dem Feld der gewerblichen Dienstleistungen und Fachdienstleistungen, im Transportsektor und an den Kapitalmärkten.

Viele Small- und Micro-Cap-Unternehmen haben sich in den vergangenen neun Monaten gut entwickelt. Die Breite und Tiefe des Anlageuniversums – und die deutlich geringere Abdeckung durch Analysten – sorgen dennoch dafür, dass das von uns gewählte Anlageuniversum eine unerschöpfliche Quelle an Anlagemöglichkeiten bietet.

Die Rache der vergessenen Anlageklassen?

Nach einer mehr als zehn Jahre dauernden Underperformance bezeichnen wir Small-Cap-Werte inzwischen als „die vergessene Anlageklasse“. Sogar noch besser passt diese Bezeichnung für die Anlageklasse der Micro-Cap-Aktien. Beispielsweise haben die Finanzmedien dem außerordentlichen Höhenflug, den Micro-Caps im vergangenen Jahr vollzogen haben, im bisherigen Jahresverlauf 2026 praktisch keine Beachtung geschenkt. Auch die gute Performance der Small- und Micro-Cap-Aktien vom Tief im April 2025 bis in den Januar 2026 hinein wurde kaum wahrgenommen. Vom 8. April 2025 bis zum 30. Januar 2026 legte der Russell Microcap 72,6 % zu, der Russell 2000 stieg um 50,0 %, der Russell 1000 erzielte ein Plus von 40,4 % und der Russell Top 50 verzeichnete einen Zuwachs von 45,2 %.

Beeindruckende Höhenflüge der Small - und Micro-Cap-Aktien seit dem Markttief vom April

Renditen der Russell Indizes vom 8.4.2025 bis zum 30.1.2026

Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

Wir sind zuversichtlich, dass dieser Aufwärtstrend von Dauer sein kann. Nach Jahren der Fehlstarts, der scheinbaren Siegeszüge und der vielversprechend beginnenden Kursanstiege, bei denen die Small- und Micro-Caps dann aber doch wieder hinter größeren Titeln zurückblieben, verstehen – und teilen – wir den Frust, der mit langen Underperformance-Phasen einhergeht. Erstens darf man in diesem Zusammenhang jedoch nicht vergessen, dass die Renditen des Jahres 2025, insbesondere gegenüber dem Tief vom April, vor allem von spekulativen Aktien geringerer Qualität sowie von Aktien, die eine offensichtliche Verbindung zum KI-Boom aufwiesen, getrieben waren. Die Zyklen von Small-Cap-Aktien geringer Qualität dauern im Schnitt etwa zwölf Monate. In den nächsten Monaten wird es somit wahrscheinlich zu einer Trendwende kommen. Und zweitens dürften die Geschäftsmodelle, die wir als „traditionell“ einstufen – diejenigen von Unternehmen mit soliden Margen, die freie Cashflows generieren, moderat wachsen und robuste, sich selbst finanzierende Bilanzen vorweisen können und zudem auch noch attraktiv bewertet sind – wieder die Aufmerksamkeit und das Interesse der Anleger wecken, da viele der Gewinner aus der Anfangsphase allmählich zurückfallen.

Was Micro-Cap-Titel betrifft, so sind die Renditen dieser Anlageklasse oft ein Gradmesser für das Risiko. Sofern Anleger weiterhin kein Problem mit einem geringeren Liquiditätsniveau haben und bereit sind, Risiken einzugehen, dürften sich Micro-Cap-Aktien gut entwickeln. Ebenso wichtig ist, dass es auch Micro-Cap-Unternehmen höherer Qualität gibt. Wenn sich der Markt, wie von uns erwartet, kontinuierlich verbreitert, dann dürfte eine größere Zahl dieser Micro-Cap-Unternehmen partizipieren, wenn im Small-Cap-Universum die besser etablierten, höherwertigen Unternehmen mit bewährten und beständigen Geschäftsmodellen an den eher spekulativen Titeln vorbeiziehen.

Warum Small-Caps, und warum jetzt?

Neben den bereits besprochenen Punkten könnten einige weitere Faktoren sowohl für hohe Renditen sorgen als auch die Marktführerschaft beeinflussen. Zur Erläuterung dieser Einschätzung beziehen wir Micro-Cap-Werte in das breite und vielfältige Small-Cap-Universum ein. Zunächst einmal ist eines der interessanteren Elemente des „Big Beautiful Bill Act“, der Anfang dieses Jahres in den USA unterzeichnet wurde, die Tatsache, dass Unternehmen Ausgaben für Forschung sowie Investitionen vollständig abschreiben können. Dies bedeutet, dass uns 2026 ein kräftiger Investitionszyklus bevorstehen könnte. Derartige Zyklen sind in der Regel positiv für Small-Cap-Aktien, auch wenn diese Erkenntnis am Markt noch nicht durchgedrungen ist. Wir gehen davon aus, dass sich das im weiteren Jahresverlauf ändern wird.

Darüber hinaus denken wir, dass sich sowohl Qualitäts- als auch Value-Titel aus der Small-Cap-Kategorie 2026 deutlich erholen werden. Der wahrscheinlichste Weg zu einer Outperformance ist eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, teilweise bedingt durch Konjunkturanreize der US-Regierung, die sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern, insbesondere jenen in den unteren Einkommensschichten, zugutekommen könnten. Ein entsprechendes breiter abgestütztes Wirtschaftswachstum käme einer größeren Zahl von Branchen zugute, von Banken (Kreditwachstum und gesundes Kreditgeschäft) über einzelne Industriesegmente (Onshoring und solides allgemeines Wachstum) bis hin zu zyklischen Konsumgütern. In früheren Phasen breiter gestreuter Aktienrenditen (eine ganz andere Situation als die der beispiellos kleinen Gruppe, die in den vergangenen Jahren den Markt angeführt hat) lagen Small-Caps meist vor Large-Caps, oft sogar mit deutlichem Abstand. Natürlich sind wir uns der Tatsache bewusst, dass sich Narrative, genau wie Fundamentaldaten, rasch und unerwartet ändern können – und wir sind bereit, Anlagechancen unabhängig von den makroökonomischen Rahmenbedingungen zu nutzen.

Gewinne + Bewertungen = beständige Marktführerschaft der Small-Cap-Werte?

Das unseres Erachtens bei Weitem überzeugendste Argument für eine Marktführerschaft der Small-Cap-Werte im Jahr 2026 ist ein relativ seltenes und vielversprechendes Zusammentreffen zweier Faktoren: Small-Cap-Unternehmen sind im Vergleich zu Large-Caps relativ niedrig bewertet, und Small-Cap-Unternehmen werden höhere Gewinne prognostiziert. Gemessen an unserer bevorzugten Indexbewertungskennzahl, dem Verhältnis des Unternehmenswertes zum Gewinn vor Zinsen und Steuern (EV/EBIT), waren die Unternehmen im Russell 2000 Ende 2025 selbst nach einem Jahr robuster Renditen nicht weit von ihrem 25-Jahres-Tief gegenüber dem Russell 1000 entfernt.

Relative Bewertungen von Small-Caps ggü. Large-Caps weiterhin nahe am niedrigsten Stand seit 25 Jahren

Verhältnis des Median-EV/EBIT der letzten zwölf Monate zwischen dem Russell 2000 und dem Russell 1000 (ohne Unternehmen mit negativem EBIT), 31.12.2000 bis 31.12.2025

Quelle: FactSet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

Erheblich gestärkt wird die These der Small-Cap-Marktführerschaft aber durch das aus unserer Sicht vielversprechende Bild der Gewinne im Jahr 2026. Wir waren schon immer überzeugt, dass kurzfristig die Psychologie den Markt bestimmt, langfristig jedoch die Gewinne den Ausschlag geben. Im dritten Quartal 2025 waren die Gewinne unabhängig von der Anlageklasse generell positiv, wobei viele Unternehmen die Schätzungen deutlich übertrafen. Beim Gewinnwachstum jedoch schnitten kleinere Unternehmen im Allgemeinen besser ab. Mehr noch: Research-Ergebnisse, die uns vorliegen, deuten auf ein beschleunigtes Gewinnwachstum für Small-Cap-Aktien im Jahr 2026 hin. Die Zinssenkungen der Fed haben Small-Caps Auftrieb verschafft, und zusätzliche Katalysatoren, darunter mögliche Zollerleichterungen, das Reshoring und die anhaltenden Bemühungen zur Verbesserung der Infrastruktur, könnten Small-Caps an die Spitze des Marktes katapultieren und dafür sorgen, dass ihre Marktführerschaft von Dauer ist. Ganz zu schweigen von der oben genannten Möglichkeit eines kräftigen Investitionszyklus und den Vorteilen für Small-Cap-Unternehmen, die die „Schaufeln“ für KI bereitstellen, die sogenannten Picks & Shovels.

Das geschätzte Gewinnwachstum von Small-Caps wird 2026 voraussichtlich höher sein als das von Large-Caps

Wachstum des Gewinns je Aktie in einem Jahr

Quelle: FactSet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Der Gewinn je Aktie (Earnings per Share, EPS) wird berechnet als der Gewinn eines Unternehmens, geteilt durch die im Umlauf befindlichen Stammaktien. Die EPS-Wachstumsschätzungen sind die von Broker-Analysten vorausberechneten Schätzungen der mittleren zweijährigen EPS-Wachstumsrate. Bei den Schätzungen handelt es sich um den von FactSet übernommenen Durchschnitt der Schätzungen von Analysten aus Brokerunternehmen, die Analysen zu den Einzeltiteln erstellen. Nicht-Aktienwerte, Investmentgesellschaften und Unternehmen, die nicht von Broker-Analysten beobachtet werden, sind ausgeschlossen.

Zu Jahresbeginn 2026 herrscht mit Blick sowohl auf die US-Wirtschaft als auch auf die geopolitische Situation erhebliche Unsicherheit. Unsere Investmentteams bleiben dennoch zuversichtlich, dass Small-Cap-Werte an die Spitze des Marktes vordringen und sich dort behaupten können. Und schließlich möchten wir die Anleger daran erinnern, dass es nach wie vor möglich ist, zu attraktiven Bewertungen ein Engagement in Small-Cap-Unternehmen aufzubauen. Die Zeit ist aus unserer Sicht nach wie vor günstig, um langfristig in ausgewählte Small-Cap-Aktien zu investieren.



Wichtige Hinweise

Das vorliegende Dokument dient ausschließlich der allgemeinen Information. Es ist weder als individuelle Anlageberatung noch als Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer bestimmten Anlagestrategie zu verstehen. Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Es besteht keine Garantie, dass eine Strategie ihr Ziel erreichen wird. Die Wertentwicklung kann auch durch Währungsschwankungen beeinflusst werden. Eine geringere Liquidität kann den Kurswert der Vermögenswerte beeinträchtigen. Währungsschwankungen können den Wert ausländischer Anlagen beeinträchtigen. Strategien, die in Schwellenländer investieren, können mit höheren Risiken verbunden sein als jene, die in Industrieländer investieren. Strategien, die in Finanzderivate investieren, sind mit spezifischen Risiken verbunden, die das Risikoprofil der Strategie erhöhen können. Bei Strategien, die in bestimmte Sektoren oder Regionen investieren, können die Renditen stärker schwanken als bei einer breiter diversifizierten Strategie.

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