AUTOREN

Kate Lakin
Director of Research, Portfolio Manager
Putnam Investments
Die US-Aktienmärkte haben das Jahr 2026 mit einer Mischung aus Optimismus und Unsicherheit begrüßt. Die zollbedingten Spannungen bestehen weiter, ebenso wie die Bedenken im Hinblick auf die Gewinne großer Technologieunternehmen, die Verbraucherstimmung sowie die Erwartungen und Ausgaben rund um künstliche Intelligenz (KI). Begeistert sind wir dagegen vom Potenzial der KI, von der Widerstandsfähigkeit des Aktienmarktes – der S&P 500 ist zum ersten Mal über 7.000 Punkte gestiegen – und dem Umstand, dass neben dem Technologiebereich weitere Sektoren an Stärke gewonnen haben, der Markt sich also verbreitert hat.
Die Fundamentaldaten sind entscheidend
Das erste Quartal ist nun schon weit vorangeschritten, und meine wichtigste Beobachtung ist folgende: Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten der Unternehmen, insbesondere in den USA, sind derzeit sehr stark. Unser Team bei Putnam hat vor Kurzem die Gewinne in den zehn Jahren nach der globalen Finanzkrise von 2008 analysiert. Inflationsbereinigt betrug das Gewinnwachstum in diesem Jahrzehnt Jahr für Jahr 1 % oder weniger. Seit 2018 jedoch ist das Gewinnwachstum deutlich robuster. Im letzten Quartal wuchsen die Gewinne der Unternehmen mit einer Rate im niedrigen zweistelligen Bereich. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags, in der Berichtssaison für das vierte Quartal 2025, haben die letzten drei Quartale die Erwartungen übertroffen, und das „gemischte“ Gewinnwachstum (tatsächliches und erwartetes Wachstum kombiniert) liegt bei 13 %.
Wie viel Gewinn die Unternehmen machen, ist wichtig. Wir blicken also einem Jahr mit einem starken fundamentalen Umfeld entgegen.
Letztlich folgen die Aktienkurse den Gewinnen – wie viel Gewinn die Unternehmen machen, ist wichtig. Wir blicken also einem Jahr mit einem wirklich starken fundamentalen Umfeld entgegen. Es ist eine spannende Zeit zum Stock-Picking und für Investitionen in Unternehmen. Phasen mit hoher Volatilität, wie wir sie 2025 erlebt haben, sind natürlich zu erwarten, aber sie bieten Chancen für aktive Manager.
Unsere Einschätzung der hohen Bewertungen
Sind Aktien zu teuer? Der S&P 500 wird derzeit mit einem zukunftsgerichteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im niedrigen 20er-Bereich gehandelt, was über den historischen Durchschnittswerten liegt. Dieses hohe Vielfache ist jedoch größtenteils das Ergebnis der anspruchsvollen Bewertungen von Technologieaktien mit hoher Marktkapitalisierung, die im Index an Gewicht gewonnen haben und mit einem Aufschlag gegenüber dem Markt gehandelt werden. Ohne den Effekt der Indexgewichtung, also wenn wir uns das KGV für den S&P 500 bei Gleichgewichtung der Indexkomponenten ansehen, so entspricht es in etwa den Werten der Vergangenheit. Das zeigt, dass wir uns auf einem Stock-Picker-Markt befinden. Einige Unternehmen sind sicherlich überteuert, was auf diesem Niveau zu erwarten ist. Unser Job ist es, in die Titel zu investieren, die unsere Benchmarks übertreffen.
Nicht nur der Aktienmarkt, sondern auch der Konsum ist widerstandsfähig
Ein weiterer Punkt, der den Anlegern Sorge bereitet, ist die Verbraucherstimmung. Doch obwohl 2025 wirtschaftliche Ängste spürbar waren – insbesondere als Reaktion auf die Zollentwicklungen –, war der Konsum meines Erachtens weitgehend widerstandsfähig. Trotz großer makroökonomischer Unsicherheit sind die Kauf- und Reisetrends robust geblieben. Es ist wichtig, künftig das Verbrauchervertrauen und die Auswirkungen der Inflation zu beobachten, aber im Moment sehen wir in diesem Bereich keine erhebliche Belastung für die Aktienmärkte.
Die richtigen KI-Fragen stellen
Das Thema KI löst weiterhin sowohl Begeisterung als auch Ängste aus. Viele Anleger versuchen aktuell, sich einen Research-Vorteil für das nächste Quartal, den nächsten Monat oder auch nur die nächste Woche zu verschaffen. Wir nehmen eine längerfristige, mehrjährige Perspektive ein und haben das Glück, mit Firmenchefs sprechen und sie nach ihren längerfristigen Zielen befragen zu können. Wie wird sich das Unternehmen ihrer Einschätzung nach in den nächsten drei, vier bzw. fünf Jahren entwickeln? Welche Möglichkeiten haben sie, in KI zu investieren und durch KI Kosten zu senken?
Wir glauben, dass KI eine enorme Chance für fast alle Unternehmen darstellt. Als Investmentteam führen wir tolle Gespräche über die Auswirkungen von KI auf Technologieaktien, aber auch darüber, was sie beispielsweise für ein Speditionsunternehmen oder ein Entsorgungsunternehmen bedeutet, das durch KI möglicherweise effizienter wird. Wir möchten verstehen, wie CEOs und CFOs langfristigen Erfolg für ihr Unternehmen definieren. Die gewonnenen Erkenntnisse integrieren wir in unsere Finanzmodelle, um die potenzielle Ertragskraft eines Unternehmens zu ermitteln und zu bestimmen, wie viel davon bereits in seine Aktie eingepreist ist.
KI: Zahlreiche Unwägbarkeiten bergen Chancen für aktive Manager
Der Markt ist im Großen und Ganzen optimistisch, was die Ausgaben für KI betrifft, und diese sind enorm. Die vier größten Hyperscaler haben ihre Ausgaben seit 2022 verdreifacht. Diese vier Unternehmen allein planen dieses Jahr, 600 Milliarden US-Dollar auszugeben. Aber es gibt so vieles, das wir heute nicht wissen.
Denken wir nur an die Erfindung des iPhones und die Tatsache, dass es bis zum App Store ein weiteres Jahr gedauert hat. Zahlreiche Unternehmen verdanken ihre Existenz zum großen Teil dem App Store – Uber zum Beispiel. Lassen Sie uns noch weiter zurückgehen, nämlich zur Einführung des Internets: Für viele Unternehmen war sie revolutionär, doch auf der anderen Seite gingen Hunderte von Firmen aus der Dotcom-Ära schnell bankrott. Auch im Zusammenhang mit KI wird es Gewinner und Verlierer geben. Wir sind überzeugt, dass Fundamentaldatenanalysen ein mächtiges Instrument sind, das uns bei der Antwort auf die Frage helfen kann, welche Unternehmen in einer von KI geprägten Welt erfolgreich sein werden und welche möglicherweise den Anschluss verlieren.
Die Verwirklichung des Potenzials der KI wird wahrscheinlich nicht linear verlaufen. Die Geschichte zeigt, dass sich am Markt im Zuge von Technologiezyklen Zeiten der Gier und Zeiten der Angst abwechseln. Gleichzeitig halten wir die zugrunde liegende KI-Chance für das überzeugendste und beständigste Anlagethema dieser Generation. Wir konzentrieren uns darauf, zu quantifizieren, wie sich KI – zum Beispiel durch neue Erträge oder Kosteneinsparungen – auf unsere Gewinnschätzungen auswirkt. Eine Vielzahl von Entwicklungen könnten zu Volatilität führen, doch dies stellt ein günstiges Umfeld für aktive Manager dar und birgt attraktive Chancen, Alpha zu generieren.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen.
Ein aktives Management garantiert weder Gewinne noch schützt es vor Marktrückgängen.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Der Anlagestil könnte unbeliebt werden, was negative Auswirkungen auf die Wertentwicklung haben könnte.
Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps) können je nach Markt- und Wirtschaftslage bei den AnlegerInnen in Ungnade fallen.
Alle Unternehmen und/oder Fallstudien im vorliegenden Dokument dienen lediglich der Veranschaulichung. Eine entsprechende Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton empfohlenen Portfolio gehalten. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sind kein Hinweis auf Handelsabsichten für ein durch Franklin Templeton verwaltetes Portfolio.
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