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Die Schwellenländer haben sich mehr als zehn Jahre lang schlechter entwickelt als die globalen Indizes, da strukturelle Herausforderungen ihr Wachstum verlangsamt, die Inflation verstärkt, die politischen Möglichkeiten begrenzt und die Unternehmensperformance geschwächt haben.

Nun, da das Jahr 2026 vor uns liegt, denken wir, dass die Schwellenländer endlich in eine Phase eingetreten sind, in der die makroökonomischen Bedingungen, politische Flexibilität und das Verhalten der Unternehmen eine spannende Kombination bilden, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Gewinnqualität und der Kapitaleffizienz führen könnte. Die Outperformance der Schwellenländeraktien im Jahr 2025 stützt diese These.

Bedeutende globale Themen wie künstliche Intelligenz (KI), die Entdollarisierung1 und die Handelsdynamik verstärken den Wandel noch. Sie verändern die gängige Investmentrechnung und sorgen dafür, dass Schwellenländeranlagen bei Allokationsentscheidungen eine größere Rolle spielen.

All das geschieht in einer Zeit, in der Schwellenländeraktien im Vergleich zu Aktien aus den Industrieländern günstig bewertet zu sein scheinen. Auf Basis der Gewinnerwartungen für die kommenden zwölf Monate weist der FTSE EM Index ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,7 auf. Dies entspricht einem Abschlag von 31 % gegenüber den Industrieländern.2

Wie wir in diesem Beitrag  darlegen, treten die Schwellenländer nun in eine neue Phase ein, in der die Kombination aus makroökonomischer Stabilität, politischer Flexibilität und strukturellen Reformen in Verbindung mit wichtigen globalen Paradigmenwechseln das Wachstum beflügelt. Die KI-Nachfrage, die Entdollarisierung und die Neuausrichtung der Lieferketten tragen dazu bei, dass die Schwellenländer für Anleger an Bedeutung gewinnen. Ein Trend, der zusätzlich durch die Verbesserung der Gewinnqualität, die stärkeren Bilanzen und die nachhaltigere Wachstumsdynamik unterstützt wird.

Die Chancen bei Schwellenländeraktien ergeben sich vor allem aus steigenden Eigenkapitalrenditen und sinkenden Eigenkapitalkosten. Reformen im Bereich der Corporate Governance, eine disziplinierte Kapitalallokation, höhere Dividenden und weitere Aktienrückkäufe könnten zu einem Bewertungsanstieg führen. Die Attraktivität von Schwellenländeranleihen liegt in der Disinflation, der gestiegenen Glaubwürdigkeit der Politik, der solideren Haushaltslage und den abnehmenden Extremrisiken begründet. Diese Dynamik unterstützt den Carry, das Potenzial für Kursgewinne von Durationstiteln und die Verengung der Spreads, insbesondere auf den Märkten für Lokalwährungsanleihen.

Unseres Erachtens hat die jüngste Stärke der Schwellenländer vereinzelt zu Überbewertungen und zu einem Konzentrationsrisiko geführt, insbesondere bei Mega-Cap-Titeln aus dem Technologiesektor. Im Hinblick auf die gesamte Vermögensbasis besteht jedoch noch erhebliches Wertpotenzial. Ein aktives Management kann den Zugang zu diesem Wertpotenzial erleichtern und in den Schwellenländern engagierten Anlegern positive Renditen ermöglichen.



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