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Mit dem Beschluss sind die Leitplanken gesetzt: Die Riester-Rente wird ab 2027 durch neue geförderte Produktkategorien abgelöst, darunter das Altersvorsorgedepot. Neben Garantieprodukten mit 100 oder 80 Prozent Kapitalgarantie werden künftig auch kapitalmarktorientierte Lösungen ohne Garantie förderfähig sein. Hinzu kommen ein Standardprodukt mit einem Kostendeckel von 1,0 Prozent sowie flexiblere Auszahlungsformen wie Zeitrenten. Der Kern der Reform ist damit mehr als die Einführung eines neuen Produkts. Er markiert einen ordnungspolitischen Perspektivwechsel: mehr Wahlfreiheit für Sparer, mehr Wettbewerb unter Anbietern und mehr Raum für renditeorientierte Vorsorge.

Jetzt beginnt die eigentliche Umsetzungsphase. Denn regulatorische Klarheit allein schafft noch keinen Markterfolg. Anbieter müssen Produkte, Prozesse, Beratung und digitale Strecken so vorbereiten, dass die neue private Altersvorsorge 2027 einfacher, kostengünstiger und verständlicher an den Markt geht als die bisherige Riester-Welt. Genau hier entscheidet sich, ob aus einer Reform auch eine relevante Marktbewegung wird.

Depot-Lösung statt Riester-Policen

Wo Neues entsteht, verschwindet Altes: Die Riester-Rente hat in den vergangenen Jahren an Zugkraft verloren. Hohe Komplexität, begrenzte Renditechancen und eine geringe Produktattraktivität haben dazu beigetragen, dass sie weder in der Breite noch in jüngeren Zielgruppen die gewünschte Wirkung entfalten konnte. Die Reform reagiert darauf, indem sie die Förderung für neue, renditeorientiertere Vorsorgelösungen öffnet.

Das Altersvorsorgedepot soll an die Stelle klassischer Riester-Policen treten. Künftig können Sparerinnen und Sparer zwischen Produkten mit 100-, 80- oder ohne Kapitalgarantie wählen. Gerade die garantielose Depotvariante steht für mehr Renditechance, aber auch für mehr Schwankung und Eigenverantwortung. Das Standardprodukt soll zusätzlich Orientierung bieten und die Kosten begrenzen. Für Anbieter bedeutet das: Nicht nur das Produktdesign verändert sich, sondern auch die Anforderungen an Zielgruppenansprache, Kommunikation, Portfoliologik und digitale Nutzerführung.

Warum private Altersvorsorge attraktiv sein kann

Ziel der Reform ist eine renditestärkere, einfachere und flexiblere private Altersvorsorge. Die Förderung wird transparenter ausgestaltet, der Kreis der Förderberechtigten erweitert und die Auszahlungsphase geöffnet. Im Zentrum steht ein standardisiertes, kosteneffizientes Altersvorsorgedepot. Damit verbindet die Reform zwei Erwartungen: Sie soll den Zugang zur privaten Vorsorge senken und zugleich ein Produktumfeld schaffen, das stärker an den realen Bedürfnissen moderner Sparer ausgerichtet ist.

Die Reform greift zudem einen gesellschaftlichen Trend auf: Junge Menschen setzen sich deutlich selbstverständlicher mit Kapitalmarkt und Geldanlage auseinander. Laut Jugendstudie 2024 des Bankenverbandes investierten 31 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in Wertpapiere; 2018 waren es erst neun Prozent. Digitale Plattformen und Apps prägen damit auch die Erwartungen an moderne Vorsorgeprodukte. Wer künftig Reichweite aufbauen will, muss deshalb nicht nur förderfähige Produkte bieten, sondern auch eine Nutzererfahrung, die Transparenz, Einfachheit und digitale Anschlussfähigkeit verbindet.

Marktdurchdringung als entscheidender Erfolgsfaktor

Ob die Reform Wirkung entfaltet, wird sich daran entscheiden, wie schnell neue Produkte den Markt erreichen und wie breit sie Akzeptanz finden. Riester ist nie zu einem Modell mit flächendeckender Durchdringung geworden. Das neue System muss deshalb einfacher, verständlicher und relevanter für breite Zielgruppen sein. Entscheidend ist am Ende nicht nur die Regulierung, sondern die Fähigkeit der Anbieter, aus einem gesetzlichen Rahmen ein überzeugendes Marktangebot zu formen.

Mit dem Bundesratsbeschluss ist der regulatorische Rahmen gesetzt. Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und können weitergeführt werden. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt damit erst ab 2027 in der Markteinführung und Skalierung der neuen Produkte. Wer früh belastbare Partnerschaften, tragfähige Investmentlösungen und eine saubere operative Umsetzung zusammenführt, hat die Chance, sich in diesem neuen Marktsegment strategisch zu positionieren.

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Franklin Templeton ist seit 1992 im deutschen Markt präsent und bringt damit die notwendige Kontinuität für langfristige Vorsorgelösungen mit. Mit einem eigenen Retirement-Team, internationaler Expertise in kapitalmarktgestützten Vorsorgekonzepten und einem Netzwerk vorhandener Partner für alle relevanten Bausteine der Wertschöpfungskette können wir Anbieter von der Konzeption über die Investmentlösung bis zur operativen Umsetzung begleiten. Gerade in einer frühen Marktphase kann diese Verbindung aus Erfahrung, Umsetzungskompetenz und eingespielten Partnerschaften entscheidend sein, um das Altersvorsorgedepot strukturiert, marktfähig und anschlussfähig einzuführen.



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