AUTOREN

Stephen Dover, CFA
Head of Franklin Templeton Institute

Lawrence Hatheway
Global Investment Strategist
Franklin Templeton Institute
Dieser Artikel wurde ursprünglich im LinkedIn-Newsletter „Global Market Perspectives“ von Stephen Dover veröffentlicht. Folgen Sie Stephen Dover auf LinkedIn, wo er seine Gedanken und Kommentare sowie seinen Newsletter mit globalen Marktperspektiven veröffentlicht.
Diese Woche lösen offenbar starke geopolitische Signale und juristische Ereignisse Bewegungen an den Märkten aus. Angesichts des Auftritts von US-Präsident Trump in Davos und zweier wichtiger Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof der USA hat sich die Marktsensitivität in allen Sektoren erhöht. Risiken und politische Änderungen erzeugen nach wie vor Unsicherheit und Volatilität. Nachfolgend stellen wir die Einschätzung meines Teams am Franklin Templeton Institute dar.
- Das Ereignisrisiko bleibt erhöht. In einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bekräftigte Trump seine entschlossene geopolitische Haltung, insbesondere in Bezug auf Grönland, und sprach sich gleichzeitig für eine teilweise Deeskalation aus, einschließlich der Zusage, keine Gewalt anzuwenden. Die Märkte könnten das als einen moderaten kurzfristigen Stabilisator der Stimmung betrachten, allerdings nicht als dauerhafte Risikominderung.
- Die Handelspolitik stellt nach wie vor den klarsten Kanal für Marktimpulse dar. Durch die Bereitschaft von Trump, Zölle als Druckmittel einzusetzen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Phasen mit Risikoaversion, was sich vor allem auf multinationale Unternehmen mit EU-Engagement und globale zyklische Werte auswirkt.
- Trump äußerte sich zu weiteren Themen, die für Anleger von Interesse sind.
- Erschwinglicher Wohnraum: Die Aussagen Trumps zu Erschwinglichkeit, insbesondere im Hinblick auf Wohnraum, und zu „wachstumsfördernden“ Lösungen heizen die Marktdebatte darüber an, inwieweit fiskalische/administrative Maßnahmen die Nachfrage, Angebotsengpässe und Inflationserwartungen beeinflussen könnten.
- Leitung der US-Notenbank (Fed): Des Weiteren wies er darauf hin, dass die Leitung der Fed in nächster Zeit im Fokus stehen würde. Anleger an den Anleihemärkten interpretieren dies in der Regel als potenziellen Risikofaktor für die Laufzeitprämien, der wahrscheinlich durch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall Lisa Cook beeinflusst werden wird.
- Weitere Äußerungen der Regierung in Davos schlossen sich Trumps Aussagen an.
- Die Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent unterstrichen die Auffassung, dass die Regierung bereit ist, Marktvolatilität in Kauf zu nehmen, um sich Verhandlungsvorteile zu verschaffen.
- Die Kritik von US-Handelsminister Howard Lutnick an der Globalisierung bekräftigt die Ansicht, dass Anleger die Handels- und Industriepolitik als wiederkehrendes Phänomen betrachten sollten – und nicht als einmalige Erscheinung.
- Zwei Impulsgeber des Obersten Gerichtshofs der USA ergänzen nun das Narrativ von Davos.
- Unabhängigkeit der Fed: Der Oberste Gerichtshof hat heute Argumente darüber angehört, ob der Präsident die Fed-Gouverneurin Lisa Cook ihres Amtes entheben kann. Die Märkte werden sich weniger auf den einzelnen Streitfall fokussieren als vielmehr darauf, was diese Entwicklung für die wahrgenommene Unabhängigkeit der Fed bedeutet.
- Rechtmäßigkeit von Zöllen: Anleger verfolgen auch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit von Zöllen, die unter Notstandsbefugnissen verhängt wurden. Die Marktteilnehmer konzentrieren sich auf das Entscheidungsfenster im Februar.
- Falls der Oberste Gerichtshof in Bezug auf Zölle gegen Trump entscheidet:
- Ist mit einem kurzfristigen Aufschwung bei Risikoanlagen (Aktien, Kredite) zu rechnen. Dieser könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein, wenn Trump andere Befugnisse nutzt, um neue Zölle aufzuerlegen, die nicht unter die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs fallen.
- Würde im Hinblick auf andere Aspekte, darunter die Begünstigten etwaiger Rückerstattungen, erhebliche Unsicherheit bestehen bleiben, sodass weitere Streitigkeiten und Gerichtsprozesse folgen könnten.
Was Anleger als Nächstes im Fokus haben sollten
Unserer Meinung nach sollten Anleger diese wichtigen Entwicklungen im Auge behalten: Umfang, Höhe und Ausweitung der Zölle, die Reaktion Europas, insbesondere Vergeltungsmaßnahmen oder Kompromisse, Urteile des Obersten Gerichtshofs und schnelle politische Kurswechsel im Rahmen eines „Plan B“, das Potenzial politischer Nachrichten, die langfristigen Zinsen und Laufzeitprämien zu beeinflussen, sowie umsetzbare Änderungen hinsichtlich des Wohnungsangebots, des Zugangs zu Hypotheken oder der Kreditbedingungen. Diese Faktoren werden die Marktvolatilität, das Wachstum, die Inflation und die Erschwinglichkeit von Wohnraum in nächster Zeit erheblich beeinflussen.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden. Festverzinsliche Wertpapiere bergen Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie das Risiko eines möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren. Strategien des Währungsmanagements können zu Verlusten führen, wenn sich Währungen nicht wie erwartet entwickeln.
WF: 8407699
