Zum Inhalt springen

Trotz geopolitischer Unsicherheit setzen die US-Aktien ihren Aufwärtstrend 2026 fort, unterstützt durch robuste Konjunkturdaten und sehr gute Unternehmensgewinne. Ein Großteil des Marktnarrativs konzentriert sich weiterhin auf Mega-Cap-Technologieunternehmen und Unternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI). Doch die einzelnen Sektoren entwickeln sich zunehmend unterschiedlich. Dies deutet darauf hin, dass das Spektrum der Anlagechancen größer und komplexer ist, als es die Rendite des Gesamtindex vermuten lässt.

Anleger streben nicht mehr einfach nur ein breites Marktengagement an, sondern interessieren sich zunehmend für Sektorstrategien, um ihre Kernallokationen in US-Aktien zu ergänzen oder ihre Portfolios besser an die makroökonomischen Kräfte anzupassen, die die Renditen beeinflussen.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA übertrafen die Erwartungen, während die Arbeitslosenquote konstant blieb, was die Risikofreude stärkte. Dies hat wiederum dazu beigetragen, dass der S&P 500 Index einen der stärksten monatlichen Zuwächse der letzten Jahre erzielte.

Eine gewisse Unsicherheit könnte jedoch eine bekannte Diskrepanz zwischen Schlagzeilen und Fundamentaldaten, zwischen Kleinanlegern und der Wall Street widerspiegeln. Das Verbrauchervertrauen in den USA ist kürzlich auf ein Rekordtief gefallen, trotzdem bleiben die Konsumausgaben relativ robust, und die Märkte tendieren weiter aufwärts. Diese Diskrepanz verdeutlicht eine im heutigen Umfeld entscheidende Dynamik: Unterschiede unterhalb des Gesamtbildes sind für die Ergebnisse von immer größerer Bedeutung.

Ein Markt, der durch Streuung und nicht durch Richtung definiert ist

Anstatt sich parallel zu bewegen, haben sich die Sektoren in jüngster Zeit als Reaktion auf wirtschaftliche Kräfte auseinanderentwickelt. Tatsächlich hat die Sektorstreuung – die Differenz zwischen den Sektoren mit der besten und der schlechtesten Performance – in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist unverändert erhöht.

Diese Zunahme spiegelt die ungleichmäßigen Auswirkungen höherer Zinssätze, veränderter Konsummuster und rasanter technologischer Veränderungen wider und verdeutlicht, wie stark die Sektorpositionierung die Ergebnisse beeinflussen kann.

Renditespread der S&P 500-Sektoren

Mai 2006 bis April 2026

Hinweis: Sektoren des S&P 500 Index: Energie, Rohstoffe, Industrie, zyklische Konsumgüter, nichtzyklische Konsumgüter, Gesundheitswesen, Finanzen, Informationstechnologie, Kommunikationsdienste, Versorgungsunternehmen, Immobilien.
Quellen: FactSet, S&P Dow Jones Indices.

Im vergangenen Jahr erzielten die Sektoren Kommunikationsdienste und Informationstechnologie Renditen im mittleren 20%-Bereich, während der Finanzsektor überwiegend auf der Stelle trat. Über einen Zeitraum von drei Jahren verbuchte der Sektor Kommunikationsdienste eine Rendite von etwa 35 %, während der Finanzsektor rund 14 % erreichte. Selbst über einen Zeitraum von fünf Jahren bleibt der Spread bemerkenswert: Der Technologiesektor erreichte annualisierte Renditen von fast 20 %, verglichen mit Renditen im hohen einstelligen Prozentbereich in zyklischeren Marktbereichen.1

Angesichts dieser zunehmenden Divergenz sollten Aktienanleger möglicherweise einen taktischeren Ansatz verfolgen. Mit zunehmender Streuung können Unterschiede bei den Sektorengagements eine größere Wirkung entfalten.

Der US-Markt hat sich strukturell verändert

Man darf auch nicht vergessen, wie stark sich der US-Aktienmarkt selbst verändert hat. Vor 20 Jahren hatten Sektoren wie Finanzen und Energie einen viel größeren Einfluss auf die Indexrenditen. Heute dominieren die Sektoren Informationstechnologie und Kommunikationsdienste. Darin spiegelt sich der Aufstieg digitaler Plattformen, softwarebasierter Geschäftsmodelle und wachstumsstarker Asset-Light-Unternehmen wider.

GICS-Sektorallokationen: 2006 bis 2025

Die Sektorallokationen im S&P 500 Index haben sich in den letzten 20 Jahren erheblich verändert

Quelle: Bloomberg. Stand: März 2026. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in Indizes nicht berücksichtigt.

Nicht nur die Marktgewichtungen verändern sich. Wir beobachten zudem vermehrt Gewinnzuwächse, die auf bestimmte digitale Transformationen zurückzuführen sind. Dies gilt insbesondere für Unternehmen mit Geschäftsmodellen, die von Skaleneffekten profitieren – größere Plattformen können mehr Nutzer kostengünstiger bedienen, und steigende Nutzerzahlen können den Wettbewerbsvorteil dieser Plattformen noch weiter stärken. Unternehmen aus dem Sektor Kommunikationsdienste sind ein klares Beispiel. Heute nutzen fast 70 % der Weltbevölkerung soziale Medien, und nahezu 90 % der Erwachsenen sind in irgendeiner Form vernetzt. Digitale Werbung ist zum wichtigsten Kanal geworden, um Verbraucher zu erreichen, während Streaming, Gaming und die gesamte Creator Economy nach wie vor schnell wachsen. Unseres Erachtens handelt es sich dabei nicht um kurzfristige Trends. Vielmehr sind wir der Ansicht, dass sie tiefgreifende Veränderungen widerspiegeln, die beeinflussen, woraus sich Wachstum und Marktführerschaft ergeben.

Makroökonomische Kräfte wirken sich auf Sektorebene aus

In diesem Umfeld können Sektoren als Übertragungsmechanismus für makroökonomische Kräfte betrachtet werden. Beispielsweise haben höhere Zinssätze die Profitabilität der Banken durch bessere Margen gestärkt, gleichzeitig aber auch das Kreditwachstum und die Bewertungen belastet. Inzwischen haben Innovationszyklen, insbesondere im Bereich der KI, die Sektoren Technologie und Kommunikationsdienste weiterhin gestützt. Verbraucher konsumieren selektiver: In einigen Bereichen des Sektors zyklische Konsumgüter geben US-Haushalte weniger aus, gleichzeitig priorisieren sie jedoch weiterhin Erlebnisse wie Reisen, Unterhaltung und Live-Veranstaltungen. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass Amerikaner nicht einfach nur ihre Ausgaben reduzieren, sondern vielmehr Wert auf das Preis-Leistungs-Verhältnis legen. Sie entscheiden sich für kürzere Reisen, Discounter oder weniger nicht unbedingt notwendige Käufe, um weiterhin Geld für Erlebnisse und bestimmte Annehmlichkeiten ausgeben zu können. Gleichzeitig gewinnt der Online-Handel weiter an Bedeutung, auf ihn entfielen Ende des letzten Jahres etwa 17 % des gesamten US-Einzelhandelsumsatzes, was einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Niveau vor der Pandemie darstellt.2

Aufgrund dieser gegenläufigen Strömungen können sich verschiedene Sektoren sehr unterschiedlich entwickeln, selbst innerhalb desselben Gesamtmarktes. Für Anleger stellt sich damit eine wichtige Frage: Wie sollten sie ihre Portfolios anpassen?

Ein breites Engagement in US-Aktien bleibt für viele Portfolios ein zentraler Baustein. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der dynamischen Entwicklungen auf Sektorebene suchen Anleger jedoch vermehrt nach Möglichkeiten, wie sie dieses Kerninvestment durch gezieltere Engagements ergänzen können. Mit Sektorstrategien können sich Einschätzungen präziser ausdrücken lassen – sei es durch die Fokussierung auf strukturelles Wachstum, die Anpassung der Zinsanfälligkeit oder die Ausbalancierung zyklischer und defensiver Positionen. Anleger, die bereits breit in US-Aktien investiert sind, können Sektorstrategien nicht nur nutzen, um ihr Engagement in bestimmten strukturellen Themen zu erhöhen, sondern auch, um Bereiche auszugleichen, in denen der breite Index möglicherweise bereits stark konzentriert ist.

Wichtig ist, dass es hier nicht um kurzfristige Entwicklungen geht. Stattdessen zeigt sich darin eine Verschiebung weg von einem bloßen „Beteiligung am Markt“ hin zu einem gezielteren Engagement in den treibenden Kräften des Marktes.

Die dynamischen Entwicklungen, die wir derzeit beobachten, deuten darauf hin, dass ein einheitlicher, pauschaler Ansatz für US-Aktien weniger effektiv sein könnte. Chancen ergeben sich vielmehr dann, wenn man über den Index hinausblickt und Engagements auf Sektorebene nutzt, um Kernallokationen zu ergänzen und Portfolios besser an die Kräfte anzupassen, die die Renditen bestimmen.



Wichtige Hinweise

Das vorliegende Dokument dient ausschließlich der allgemeinen Information. Es ist weder als individuelle Anlageberatung noch als Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer bestimmten Anlagestrategie zu verstehen. Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Es besteht keine Garantie, dass eine Strategie ihr Ziel erreichen wird. Die Wertentwicklung kann auch durch Währungsschwankungen beeinflusst werden. Eine geringere Liquidität kann den Kurswert der Vermögenswerte beeinträchtigen. Währungsschwankungen können den Wert ausländischer Anlagen beeinträchtigen. Strategien, die in Schwellenländer investieren, können mit höheren Risiken verbunden sein als jene, die in Industrieländer investieren. Strategien, die in Finanzderivate investieren, sind mit spezifischen Risiken verbunden, die das Risikoprofil der Strategie erhöhen können. Bei Strategien, die in bestimmte Sektoren oder Regionen investieren, können die Renditen stärker schwanken als bei einer breiter diversifizierten Strategie.

Wenn Sie Informationen über die Publikumsfonds für Privatanleger von Franklin Templeton wünschen, besuchen Sie bitte www.franklinresources.com. Dort werden Sie auf Ihre lokale Website von Franklin Templeton weitergeleitet.