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Kernpunkte

  • Die Geschichte zeigt, dass Anleger die aktuellen Chancen aus dem Iran-Konflikt nutzen sollten, da der S&P 500 in der Vergangenheit nach „geopolitical dips“, also geopolitisch bedingten Einbrüchen, solide Renditen erzielte.
  • Derzeit halten sich die Rezessionsrisiken in den USA unseres Erachtens in Grenzen. Dies wird durch das expansive grüne Signal des ClearBridge U.S. Recession Dashboard bestätigt. Zwar könnte sich der Rohstoffindikator in den kommenden Monaten verschlechtern, doch die derzeitigen militärischen Aktionen dürften sich nur minimal auf das Gesamtsignal des Indikators auswirken.
  • Höhere Energiekosten dürften sich bei den amerikanischen Verbrauchern finanziell weniger stark bemerkbar machen als in vergleichbaren früheren Zeiträumen. Die US-Wirtschaft sollte daher besser geschützt sein als bei früheren, durch geopolitische Konflikte ausgelösten rasanten Ölpreissteigerungen.

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eskalierten am Wochenende, als die USA und Israel eine Reihe von Militärschlägen gegen den Iran starteten. Die Volatilität an den Finanzmärkten hat stark zugenommen, und die Ölmärkte konzentrierten sich vor allem auf das Risiko, dass der Iran die Straße von Hormus sperren könnte, ein wichtiges Nadelöhr für 20 % bis 30 % des weltweiten Energiehandels auf dem Seeweg. In den folgenden Tagen verteuerte sich Rohöl der Sorte Brent um mehr als 10 % gegenüber der Vorwoche auf über 80 USD/Barrel. Gleichzeitig fielen US-Aktien um einige Prozentpunkte, bevor sie sich wieder etwas erholen konnten, und Nicht-US-Aktien verloren mehr als 5 %.1

Die Geschichte zeigt, dass Anleger die aktuellen Chancen nutzen sollten, da der S&P 500 in der Vergangenheit nach „geopolitical dips“, also geopolitisch bedingten Einbrüchen, solide Renditen erzielte. Konkret haben US-Aktien in der Vergangenheit in den 1-, 3- und 6-Monats-Zeiträumen nach einem Ausbruch einer geopolitischen Krise im Durchschnitt positive Renditen erzielt (siehe Abbildung 1).

Bei größeren Konflikten, die sich zu Kriegen ausweiteten, kam es gelegentlich zu schlechteren Renditen, aber selbst in diesen Fällen ist die Bilanz gemischt. Unserer Ansicht nach sind die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen für die Aktienmärkte wichtiger als geopolitische Risiken. Wir möchten auch darauf hinweisen, dass einige der schlimmsten Marktphasen nach militärischen Eskalationen mit den Rezessionen in den USA in den Jahren 1973, 1979 und 1990 zusammenfielen.

Derzeit halten sich die Rezessionsrisiken in den USA unseres Erachtens in Grenzen. Dies wird durch das expansive grüne Signal des ClearBridge U.S. Recession Dashboard bestätigt. Zwar könnte sich der Rohstoffindikator in den kommenden Monaten verschlechtern, doch die derzeitigen militärischen Aktionen dürften sich nur minimal auf das Gesamtsignal des Indikators auswirken. Aktuell deuten Medienberichte darauf hin, dass sich der Konflikt nicht ausweiten wird und Wochen statt Monate dauern sollte, was das Potenzial für länger anhaltende wirtschaftliche Auswirkungen verringert. In diesem Monat gibt es keine Signaländerungen im Dashboard (siehe Abbildung 2).

Abbildung 1: Den geopolitischen Einbruch kaufen?

Stand der Daten: 30. Juni 2025. Quellen: FactSet, S&P. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Anleger können nicht direkt in einen Index investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Renditen nicht gemanagter Indizes nicht berücksichtigt.

Abbildung 2: US Recession Dashboard

Stand: 28. Feb. 2026. Quelle: ClearBridge Investments.

Für die Finanzmärkte ist jetzt der Ölpreis von zentraler Bedeutung, da er den direktesten Übertragungsmechanismus des aktuellen Konflikts auf die Weltwirtschaft darstellt. Die gute Nachricht lautet, dass sich die USA im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit in einer einzigartigen Position befinden, denn das Land ist jetzt ein Nettoerzeuger (und kein Nettoverbraucher) von Energieprodukten. Somit ergibt sich aus den höheren Ölpreisen ein gemischtes Bild für das US-Wirtschaftswachstum: Die Belastung des Konsums wird zumindest teilweise durch die positiven Effekte der verstärkten Schaffung von Arbeitsplätzen und durch die Gewinne im Energiesektor ausgeglichen.

Diese Entwicklung der USA von einem Nettoverbraucher zu einem Nettoproduzenten von Öl ist nicht der einzige entscheidende Unterschied im Vergleich zur Vergangenheit, der die wirtschaftlichen Auswirkungen höherer Ölpreise beeinflussen wird. Die Amerikaner geben heute einen deutlich geringeren Anteil ihres (Gesamt-)Einkommens für Energieerzeugnisse und -dienstleistungen aus als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte, mit Ausnahme der Jahre unmittelbar nach der COVID-19-Pandemie. Dies ist das Ergebnis jahrzehntelanger Effizienzsteigerungen, wie z. B. der Senkung des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen, sowie des allgemeinen Einkommenswachstums.

Heute machen die direkten Ausgaben für Energieerzeugnisse und -dienstleistungen weniger als 4 % des Konsums aus. Dies liegt deutlich unter den fast 5 % vom Februar 2022, als Russland in die Ukraine einmarschierte, und den noch höheren Werten beim Ausbruch des Irakkriegs 2003 und des Golfkriegs 1990 (siehe Abbildung 3). Somit dürften sich höhere Energiekosten bei den amerikanischen Verbrauchern finanziell weniger stark bemerkbar machen als in vergleichbaren früheren Zeiträumen. Die US-Wirtschaft sollte daher besser geschützt sein als bei früheren, durch geopolitische Konflikte ausgelösten rasanten Ölpreissteigerungen.

Abbildung 3: Anteil der Ausgaben für Energie

Quellen: U.S. Bureau of Economic Analysis (BEA), NBER, Macrobond. Stand: 20. Feb. 2026.

Die Anleger reagierten auch auf die Entwicklungen im Nahen Osten, indem sie den US-Dollar zu einem „sicheren Hafen“ aufwerteten. US-Staatsanleihen gerieten hingegen unter Verkaufsdruck. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist seit Ende Februar um über 10 Basispunkte gestiegen und liegt nun wieder über 4 %. Unserer Ansicht nach spiegelt diese ungewöhnliche Kombination aus höheren Renditen für US-Staatsanleihen und einem starken Dollar das Risiko wider, dass steigende Energiepreise zu einer höheren Inflation führen könnten. Tatsächlich preisen die Märkte für Fed Fund Futures jetzt für 2026 eine halbe Zinssenkung weniger ein: Während Ende Februar noch insgesamt 2,4 Zinssenkungen erwartet wurden, gehen die Märkte jetzt nur noch von 1,9 aus. Dies erklärt möglicherweise sowohl den stärkeren US-Dollar (aufgrund des günstigen Zinsgefälles) als auch die höheren Renditen der US-Staatsanleihen (der zusätzliche Ausgleich, der aufgrund des höheren Inflationsrisikos gefordert wird).

Ein Anziehen der Inflation käme der Fed alles andere als gelegen, aber wir halten diese Befürchtungen für übertrieben, da der Offenmarktausschuss einen ölpreisbedingten Inflationsanstieg wahrscheinlich als Angebotsschock einstufen dürfte. Die Geldpolitik kann in der Regel die Nachfrage wirksamer beeinflussen als das Angebot, wie wir in den letzten Jahren während des letzten Ölpreisanstiegs und der Engpässe in den Lieferketten während und nach der Pandemie gesehen haben.

Wichtig ist, dass die Fed der „Kerninflation“ mehr Bedeutung beimisst, bei der die Auswirkungen der Rohstoffpreise ausgeklammert werden, da diese tendenziell volatiler sind und die zugrunde liegenden Preistrends verbergen können. Auf die Messgrößen, auf die sich die Fed konzentriert, darunter z. B. die Kern-PCE-Inflation, dürften sich die höheren Ölpreise daher weniger stark auswirken. Vor diesem Hintergrund und aufgrund unserer derzeitigen Einschätzung des Konflikts und seiner wahrscheinlichen Auswirkungen gehen wir weiterhin davon aus, dass die Fed die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte senken wird.

Letztendlich haben die Ereignisse der letzten Tage nur zu einer verhältnismäßig geringen Veränderung unserer nach wie vor optimistischen wirtschaftlichen Prognosen für 2026 geführt. Wir werden unsere Einschätzungen aktualisieren, sobald wir neue Informationen erhalten, aber im Moment sind wir nach wie vor der Ansicht, dass langfristige Investoren genau wie schon in der Vergangenheit letztendlich für Zukäufe bei geopolitisch bedingten Einbrüchen belohnt werden.



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