AUTOREN

Max Gokhman, CFA
Deputy Chief Investment Officer
Franklin Templeton Investment Solutions

Tom Nelson, CFA, CAIA
Head of Market Strategy
Franklin Templeton Investment Solutions

Miles Sampson, CFA
Head of Asset Allocation Research,
Franklin Templeton Investment Solutions
Vorschau
In der aktuellen Ausgabe von Allokationseinschätzungen bleiben wir für 2026 von Aktien überzeugt, da die maßgeblichen Stützpfeiler für Risikoanlagen — wie Inflation, Geldpolitik und Fundamentaldaten der Unternehmen — nach wie vor solide sind. Diese Dynamik stärkt unsere Überzeugung, dass Aktien trotz überzogener Bewertungen voraussichtlich weiterhin positive Renditen für Anlegerinnen und Anleger erzielen werden.
Die Frühindikatoren für das globale Wachstum bleiben robust, während eine Kombination aus nachlassendem Inflationsdruck und schwächeren Beschäftigungsdaten ein günstiges Umfeld für eine unterstützende Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) schafft.
Ebenso wichtig ist, dass die Fundamentaldaten der Unternehmen kaum Anzeichen einer Abschwächung zeigen, da das Gewinnwachstum trotz einer leichten Verlangsamung weiterhin stark ist. Sowohl die globalen Gewinnerwartungen für die Zukunft als auch die Breite der Gewinnprognosen sind gestiegen.
In Anbetracht dieser Argumente behalten wir in unserem Basisportfolio eine übergewichtete Allokation bei, die durch eine untergewichtete Allokation in festverzinslichen Wertpapieren kompensiert wird. Wir halten unsere Untergewichtung in Anleihen mit längerer Duration angesichts der anhaltenden Unsicherheiten beim Haushaltsdefizit bei und lassen gleichzeitig Positionen in Rohstoffen zur Absicherung und Diversifikation weiter bestehen.
Makro-Themen
Das Wachstum erweist sich als widerstandsfähig
- Einige führende Konjunkturindikatoren haben sich abgeschwächt, bleiben jedoch insgesamt widerstandsfähig, angetrieben durch Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und Ausgaben wohlhabender Konsumenten.
- Das verringerte Extremrisiko durch Zölle hat die Unternehmensstimmung und die Gewinne gestützt, wie die positiven Berichte und Prognosen für das dritte Quartal belegen.
- Die US-Wirtschaft hat sich als robust erwiesen, aber wir beobachten weiterhin die Arbeitsmarktdaten, die sich von einer starken Ausgangslage abgeschwächt haben, jedoch nicht eingebrochen sind.
Abschwächende Inflationstrends
- Die Inflation liegt in den meisten Industrieländern weiterhin über den Zielvorgaben der Zentralbanken, auch wenn die Inflationsentwicklung insgesamt tendenziell rückläufig ist.
- Die Zölle wurden sowohl in den Verbraucherpreisen als auch in den Unternehmensmargen aufgefangen. Die Kerninflation bei Waren könnte anhalten, aber die Inflationsbelastung hat wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht.
- Die Inflation im Dienstleistungssektor hat sich dank sinkender Wohnkosten und Löhne abgeschwächt, was dazu beiträgt, die gestiegene Wareninflation auszugleichen.
Politik tendenziell unterstützend
- Schwankende Konjunkturdaten könnten die Fed davon abhalten, die Zinsen in naher Zukunft erneut zu senken, aber wir erwarten eine moderate Lockerung in den nächsten zwölf Monaten.
- Trotzdem halten wir die im Markt bereits eingepreiste Zinssenkung angesichts der robusten Konjunktur und der komplexen Inflationsdynamik für zu optimistisch.
- In den großen Volkswirtschaften wird die Entwicklung der Asset-Preise zunehmend durch die Fiskalpolitik bestimmt. Steuerrückerstattungen in den USA dürften die negativen Auswirkungen der Zölle ausgleichen, während die Konjunkturmaßnahmen in Japan und Deutschland ebenfalls unterstützend wirken könnten.
Themen für die Portfoliopositionierung
Bullisch mit Augenmaß
- Positive Gewinnkorrekturen und -prognosen stützen unserer Ansicht nach die Dynamik am Aktienmarkt und überwiegen die Bewertungsrisiken.
- Frühindikatoren und aktuelle Indikatoren für die Wirtschaftskraft bleiben insgesamt positiv und sprechen für risikoreiche Anlagen.
- Die Stimmung und Positionierung sind optimistischer geworden. Wir sehen darin einen leichten Gegenwind für Risikoanlagen, der gleichzeitig die anhaltende Diskussion über Bewertungen befeuert.
Chancen bei Aktien aus Schwellenländern
- Hinsichtlich US-amerikanischer Large Caps bleiben wir im Vergleich zu Small Caps und Aktien aus anderen Regionen optimistisch. Dabei orientieren wir uns an den kräftigen Gewinnen und einem günstigen makroökonomischen Umfeld.
- In der Region der Schwellenländer (EM) ohne China steigen die Gewinnerwartungen rapide, was zu unserer positiveren Einschätzung beigetragen hat. Auch die makroökonomischen Rahmenbedingungen sind günstig.
- Angesichts rückläufiger Gewinnwachstumsprognosen und eines unsicheren makroökonomischen Umfelds bleiben wir internationalen Aktien aus Industrieländern gegenüber größtenteils pessimistisch und stufen kanadische Aktien niedriger ein.
Untergewichtung von Staatsanleihen
- Die längerfristigen Erwartungen des Marktes hinsichtlich der geldpolitischen Lockerung der Fed erscheinen uns zu optimistisch. Andere Zentralbanken schlagen in letzter Zeit restriktivere Töne an.
- In den großen Volkswirtschaften werden die Haushaltsdefizite immer größer, da die Regierungen ihre Ausgaben erhöhen oder Steuern senken, um das Wachstum anzukurbeln. Aufgrund der daraus resultierenden Renditeeffekte sind wir bei der Duration wählerisch.
- Enge Spreads schmälern die risikobereinigten Renditen, die mit Anleihen erzielt werden können. Aufgrund des Wachstums der Gewinne ziehen wir Aktien vor.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich.
Aktien unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden. Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung können je nach Markt- und Wirtschaftslage bei den Anlegern in Ungnade fallen. Die Risiken und die Volatilität bei Small-Cap- und Mid-Cap-Aktien sind größer als bei Large-Cap-Aktien.
Anleihen bergen Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie das Risiko eines möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren. High-Yield-Anleihen sind größeren Preisschwankungen und höheren Illiquiditäts- und Ausfallrisiken ausgesetzt.
Die Vermögensallokation: Verschiedene Strategien, Anlageklassen und Investments können sich als nicht vorteilhaft erweisen und zu anderen als den gewünschten Ergebnissen führen. Wenn im Rahmen einer Strategie in Unternehmen in einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region investiert wird, kann diese Strategie höherer Volatilität ausgesetzt sein als eine geografisch breiter diversifizierte Strategie.
Rohstoffbezogene Anlagen unterliegen zusätzlichen Risiken wie der Volatilität von Rohstoffindizes, Anlegerspekulation, zins- und wetterbezogenen Risiken sowie nachteiligen steuerlichen und regulatorischen Entwicklungen.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in Schwellenländern noch größer. Der Einfluss der chinesischen Regierung auf die Wirtschaft ist nicht immer hoch; daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle.
Anlagen in Unternehmen in Privatbesitz sind mit bestimmten Herausforderungen verbunden und bergen gegenüber Anlagen in börsennotierten Unternehmen zusätzliche Risiken. Dazu gehören die begrenzte Verfügbarkeit von Informationen zu diesen Unternehmen sowie der generelle Mangel an Liquidität.
Ein aktives Management garantiert weder Gewinne noch schützt es vor Marktrückgängen. Diversifizierung ist keine Garantie für Gewinne und bietet keinen Schutz vor Verlusten.
WF: 8160410
