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Zusammenfassung und Themen

Vor dem Hintergrund nachlassender Feindseligkeiten im Nahen Osten und solider Unternehmensgewinne blicken wir im Mai optimistischer auf den Aktienmarkt.

Der offene Konflikt mit dem Iran ist einer angespannten diplomatischen Phase gewichen, da beide Seiten nach einer Lösung suchen, die ihren Zielen entspricht. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dürfte noch einige Zeit eingeschränkt bleiben, doch die Deeskalation hat die Märkte stabilisiert, die weiterhin über den Energiekostenschock hinausblicken.

Wir rechnen mit gelegentlichen Schwankungen im Zuge der wechselhaften Entwicklungen bei der Konfliktlösung. Dennoch haben sich die Tail-Risiken in den letzten Wochen deutlich verringert, sodass vereinzelte Rückschläge nur minimale Auswirkungen haben dürften, während die Märkte einen Aufwärtstrend verzeichnen.

Die globalen makroökonomischen Bedingungen zeichnen ein uneinheitliches Bild, stützen Risikoanlagen insgesamt jedoch weiter. Gleichzeitig haben sich die Schätzungen für das Gewinnwachstum weltweit verbessert, wobei geopolitische Spannungen und makroökonomische Ungewissheit kein Hindernis darstellen.

Vor diesem Hintergrund nehmen wir bei unserer anlageklassenübergreifenden Positionierung eine risikofreudigere Haltung ein und stufen unsere Einschätzung von US-Kernaktien und Aktien aus Schwellenländern hoch. Bei Rentenpapieren bevorzugen wir eine Diversifizierung unseres internationalen Anleihenengagements bei gleichzeitiger Verkürzung der US-Duration.

Makro-Themen

Stabiles Wachstum

  • Die Breite bei den Unternehmensgewinnen hat sich abgeschwächt, doch die soliden Gewinnerwartungen begründen einen optimistischen Ausblick für die Zeit nach dem Konflikt.
  • Die US-Wirtschaft erweist sich als resilient, und die Arbeitsmarktdaten sind zwar uneinheitlich, bleiben aber stabil.
  • Die konjunkturellen Frühindikatoren sind nach wie vor durchwachsen, da die Wirtschaftstätigkeit durch höhere Inputkosten und ein schwindendes Vertrauen gebremst wird

Nachlassende Inflation

  • Wir erwarten begrenzte Effekte zweiter Ordnung durch den Energieimpuls, da sich der Konflikt im Iran einer Lösung nähert.
  • Die Inflationsdynamik in den USA bleibt schwierig. Die Kerninfation ist hoch, allerdings deuten einige Indikatoren darauf hin, dass der Druck abnimmt.
  • Die Kerngüterinflation liegt weiterhin über dem Trend. Der Zolldruck mag seinen Höhepunkt erreicht haben, wird derzeit aber durch die angespannte Lage in den globalen Lieferketten kompensiert.

Politische Spaltung

  • Während die Märkte den Energiepreisschock verarbeiten, zeichnet sich eine zunehmende Zweiteilung in eine unterstützende Fiskalpolitik und eine restriktive Geldpolitik ab.
  • Angesichts des Nahostkonflikts haben sich die Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik verändert: Für die meisten Regionen sind nun mehrere Zinserhöhungen eingepreist.
  • In den großen Volkswirtschaften wird im Allgemeinen eine wachstumsfördernde Fiskalpolitik umgesetzt. Steuerrückerstattungen in den USA dürften die negativen Auswirkungen der Zölle ausgleichen, und auch die Energiehilfspakete könnten einen Einfluss haben.

Themen für die Portfoliopositionierung

Aufwertung von Aktien

  • Der Konflikt im Nahen Osten nähert sich einer Lösung, und wir gehen davon aus, dass die Märkte über vorübergehende Rückschläge hinwegsehen werden.
  • Die Fundamentaldaten der Unternehmen bleiben angesichts der Erwartungen eines zweistelligen Gewinnwachstums für die nächsten zwölf Monate solide.
  • Die Stimmung und die Positionierung sind trotz der starken Marktrallye der letzten Zeit noch nicht überzogen, was Risikoanlagen stützt.

Rotation in Richtung Kernaktien

  • Wir stufen unsere Einschätzung von US-Large-Cap-Kernaktien hoch, da sich die Bedingungen für die Marktbreite im Zuge des nachlassenden Wirtschaftswachstums verschlechtert haben.
  • Anhaltender Optimismus hinsichtlich Schwellenländeraktien aufgrund solider Fundamentaldaten der Unternehmen und eines positiven Engagements in Themen mit Bezug zu Investitionen in künstliche Intelligenz (KI).
  • Wir bauen unsere Untergewichtung von europäischen und britischen Aktien aus, was durch das schwächere makroöko-
    nomische Umfeld in diesen Regionen bedingt ist.

Internationale Duration

  • Unseres Erachtens wird ein drohender Nachfrageeinbruch einen stärkeren Einfluss auf geldpolitische Entscheidungen haben, als die Marktpreise vermuten lassen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken Markterwartungen hinsichtlich Zinserhöhungen erfüllen.
  • Durch das resiliente Wachstum in den USA und die schwierige Inflationsdynamik wird eine Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed) unserer Ansicht nach weniger wahrscheinlich. Wir bleiben bei US-Durationspositionen untergewichtet und ziehen internationale Anleihen vor.
  • Angesichts solider Gewinne und enger Spreads erscheinen die Überrenditen von Aktien attraktiver als bei Krediten


Wichtige Hinweise

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