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Drei Themen beschäftigen uns heute:

  1. Zölle: Der künftige Präsident Donald Trump hat seine Absicht bekundet, drei der wichtigsten Handelspartner der USA mit neuen Zöllen zu belegen. Am ersten Tag seiner Präsidentschaft will er mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Executive Order Zölle in Höhe von 25 % auf aus Kanada und Mexiko importierte Waren festlegen und die Zölle auf Waren aus China um zusätzliche 10 % erhöhen. Zuvor hatte er bereits Zölle in Höhe von 60 % auf chinesische Waren und in Höhe von 10 bis 20 % auf alle anderen Importe in die USA angekündigt.
  2. Inflation: WissenschaftlerInnen der Harvard University1 haben die Auswirkungen der Zollerhöhungen während der ersten Amtszeit des neu gewählten Präsidenten analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass letztlich US-Importunternehmen und in geringerem Maße auch die US-VerbraucherInnen die durch die Zölle entstandenen Kosten tragen mussten. Wie die Analyse ergab, stiegen mit der Einführung von Sonderzöllen auf aus Asien importierte Waschmaschinen auch die Preise für im Inland hergestellte Maschinen sowie die Verkaufspreise für Wäschetrockner, die nicht mit Sonderzöllen belegt waren. Andererseits waren die Zölle ein Anreiz für asiatische Hersteller, Produktionsstätten in den USA zu eröffnen, wodurch über 2.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. 2 Doch da für die zweite Amtszeit des designierten Präsidenten noch höhere Zölle in Aussicht stehen, könnten die potenziellen Auswirkungen auf die Inflation in den USA die Anleger verunsichern.
  3. Politische Turbulenzen in Südkorea: Die Verhängung des Kriegsrechts durch Präsident Yoon und die anschließende umgehende Abstimmung zur Aufhebung des Erlasses durch das Parlament zeigen, dass die Gewaltenteilung in der südkoreanischen Demokratie bestens funktioniert. Die politischen Entscheidungsträger reagierten schnell und sagten für den Bedarfsfall unbegrenzte Liquidität zu, um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Angesichts der politischen Unsicherheit und der Befürchtung, dass der gewählte US-Präsident Trump Zölle in Höhe von 10 bis 20 % auf alle Importe, auch aus Südkorea, einführen wird, könnte die Volatilität am Aktienmarkt jedoch kurzfristig steigen. Der mittel- bis langfristige Ausblick für diesen Markt bleibt unseres Erachtens allerdings unverändert.

Ausblick

Das Team von Templeton Global Investments hat unlängst unsere KollegInnen in Indien besucht. Dort haben wir unser Netzwerk genutzt und uns in Branchenfachkreisen informiert, um unsere Einschätzung des Wachstumspotenzials Indiens auf den neuesten Stand zu bringen. Wir führten Gespräche mit Unternehmensleitungen, besuchten Firmenstandorte und konnten uns selbst von der rasanten Entwicklung der indischen Infrastruktur überzeugen. Interessant war unter anderem die Beobachtung eines erfahrenen Fondsmanagers, den das heutige Indien an das China vor 25 Jahren erinnert.

Verbraucherfreundlichkeit bei der Umstellung auf grüne Technologien

Wir haben einen Erstausrüster für elektrische Zweiräder besucht. Bei unserem Gespräch berichtete uns die Geschäftsleitung von einem interessanten Phänomen: Obwohl die Bevölkerung in indischen Tier-2- und Tier-3-Städten im Vergleich zu den Metropolen und Tier-1-Städten üblicherweise mit einer geringeren Kaufkraft in Verbindung gebracht wird, besteht in Tier-2- und Tier-3-Städten de facto eine höhere Nachfrage nach den E-Scootern des Unternehmens.

Außerdem bietet ein E-Scooter in Indien einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gegenüber anderen Fahrzeugen. Aufgrund des dichten Verkehrs sind kleinere und damit wendigere Fortbewegungsmittel im Vergleich zu Autos die bessere Wahl. Ein weiterer Vorteil sind die E-Ladestationen für E-Scooter, die im Erdgeschoss neuer Gebäude zur Verfügung stehen.

Komfort und Geschwindigkeit

Wir haben auch die Gelegenheit genutzt, eines der führenden indischen Unternehmen im Bereich des digitalen Handels zu besuchen. Die hart umkämpfte E-Commerce-Landschaft in Indien hat dazu geführt, dass gekaufte Produkte innerhalb von zehn Minuten geliefert werden. Dieses Phänomen wurde uns von einem in Indien ansässigen Portfoliomanager bestätigt. Er zeigte uns, dass seine bisherigen Bestellungen auf der Plattform des von uns besuchten Unternehmens innerhalb von acht oder neun Minuten geliefert wurden. Während in der restlichen Welt die Lieferzeiten beim Online-Shopping weiterhin mehrere Stunden betragen, ist Indien bereits einen Schritt voraus.

Marktkommentar: November 2024

Schwellenländeraktien gaben im November nach. Zwar senkte die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze, doch die Ankündigung des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump, mehreren Schwellenländern zusätzliche Zölle aufzuerlegen, führte zu einer Diskrepanz in der Wertentwicklung der Titel aus Industrie- und Schwellenländern. Der MSCI EM Index rentierte im Berichtsmonat mit -3,58 %, während der MSCI World Index um 4,62 % zulegte.

Die Aktienmärkte der asiatischen Schwellenländer verzeichneten Verluste. Chinesische Aktien verloren an Fahrt, da die von der Regierung Chinas ergriffenen Konjunkturmaßnahmen die Anleger enttäuschten. Außerdem schürte die anhaltende Deflation in dem Land die Befürchtung, dass diese Reihe von Konjunkturanreizen nicht ausreichen würde, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die im dritten Quartal verzeichneten schwache Gewinne der großen E-Commerce-Plattformen in China verschlechterten die ohnehin bereits trübe Stimmung der Anleger zusätzlich. Indische Aktien verzeichneten ebenfalls eine gewisse Schwäche. Aufgrund der mäßigen Gewinne im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 wurde eine Abschwächung des Wachstums befürchtet. Bestechungsvorwürfe brachten einen indischen multinationalen Mischkonzern in Bedrängnis und setzten die Aktienkurse seiner börsennotierten Tochtergesellschaften unter Druck. Allerdings fuhr die BJP-Partei des indischen Premierministers, die Teil der regierenden Koalition ist, einen klaren Wahlsieg in Maharashtra, dem reichsten Bundesstaat des Landes, ein. Dies ließ auf politische Kontinuität hoffen und hob die Marktstimmung.

Trotz der zunehmenden Besorgnis über mögliche Zölle der USA, die der Performance von Technologie- und Industrieexportunternehmen in Südkorea schadete, gab es auch einige positive Nachrichten. Das höchstbewertete Unternehmen Südkoreas – einer der weltweit größten Hersteller von Speicherhalbleitern – konnte seine Verluste nach der Genehmigung seines Aktienrück kaufprogramms etwas eindämmen. In puncto Geldpolitik hat die südkoreanische Zentralbank die Zinssätze erneut gesenkt. Taiwans Aktienmarkt folgte den anderen Aktienmärkten der Region und beendete den Monat ebenfalls mit Kursverlusten. Indonesien, Malaysia und Thailand erzielten im Jahresvergleich ein Wirtschaftswachstum.

Die Aktienmärkte der Schwellenländer in Europa, im Nahen Osten und in Afrika verbuchten im November ein Minus. Die Ölpreise schwankten als Reaktion auf die neuesten Entwicklungen der geopolitischen Spannungen. Israel schloss mit der vom Iran unterstützten Hisbollah ein Abkommen über einen 60-tägigen Waffenstillstand. Einzelne Aktienmärkte in der Region des Golf-Kooperationsrats (GCC) profitierten auch von der Wiederwahl Donald Trumps. Das Wahlergebnis führte zu der Erwartung eines stärkeren US-Dollars, der den GCC-Märkten Auftrieb geben sollte. Südafrikas Zentralbank entschied sich für eine leichte Senkung ihrer Zinssätze, während die Türkei ihren Leitzins den achten Monat in Folge unangetastet ließ.

Aktien aus Schwellenländern der Region Lateinamerika mussten Verluste hinnehmen. Die Inflationsbedingungen glichen sich an. Im Oktober stieg die jährliche Inflationsrate in Mexiko, Brasilien und Chile. Damit lag die Inflation in Brasilien über der Toleranzgrenze der Zentralbank. Zudem stieß das Vorhaben der brasilianischen Regierung, die Ausgaben um 12 Milliarden US-Dollar zu kürzen, in Anlegerkreisen auf wenig Gegenliebe und schickte die Aktienkurse auf Talfahrt.



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