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Drei Themen beschäftigen uns heute:

  1. ͏͏͏͏͏͏͏͏China schaltet einen Gang hoch: Die Entscheidungsträger Chinas haben eine Reihe neuer Konjunkturmaßnahmen angekündigt, mit denen sie der Abkühlung des Wirtschafts-wachstums und den deflationären Kräften in der Wirtschaft begegnen wollen. Diese politische Kehrtwende kommt ähnlich plötzlich und dramatisch wie im Jahr 2022 das Ende der zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verhängten Lockdown-Maßnahmen. Die Gründe für diesen politischen Richtungswechsel werden hitzig diskutiert. Ein möglicher Faktor war der Beginn des Zinssenkungszyklus der US-Notenbank (Fed). Dadurch geriet der US-Dollar (USD) unter Abwärtsdruck, er gab im dritten Quartal um 4 % nach. Der schwächere USD hat den Druck auf den Kassakurs zwischen dem USD und dem Renminbi (CNY) etwas verringert, und die politischen Entscheidungsträger Chinas wollten keine allzu starke Schwächung dieses Kassakurses.
  2. Die Spannungen im Nahen Osten nehmen zu: Der Konflikt im Nahen Osten ist eskaliert, Israel führt an mehreren Fronten Offensiven. Mit dem iranischen Raketenangriff auf Israel hat der Konflikt eine neue Stufe der Eskalation erreicht, die Stabilität der Region ist gefährdet. Trotz dieser Entwicklungen ist ein offener Krieg zwischen Israel und dem Iran kurzfristig nach wie vor wenig wahrscheinlich. Die Eskalation der Spannungen hat sich auf die Vermögensmärkte der Region und auf die globalen Ölmärkte ausgewirkt. Auf diese Region entfallen 40 % des weltweiten Erdöltransports zur See. Wir beobachten die Situation weiterhin genau und steuern die Risiken in Verbindung mit unseren Investitionen in der Region.
  3. ͏͏Countdown zu den Präsidentschaftswahlen in den USA: Am 5. November können die Wahlberechtigten in den USA ihre Stimme an den Urnen abgeben, aber einige manchen schon vorzeitig von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Die vorzeitige Stimmabgabe könnte sich erheblich auf die Wahl auswirken, das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat in einer Studie1 hervorgehoben, dass 2020 60 % der Demokraten und 32 % der Republikaner die Briefwahl nutzten. Doch für die Vermögensmärkte könnte die Frage, ob die Republikaner oder die Demokraten den Präsidenten stellen, weniger wichtig sein als die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses und des Senats. Ein klarer Sieg einer der beiden Parteien dürfte die AnlegerInnen verunsichern. Ein geteilter Kongress hat sich dagegen in der Vergangenheit als vorteilhaft erwiesen, denn er sorgte dafür, dass die Steuer- und Ausgabeprioritäten des jeweiligen Präsidenten Kontroll-mechanismen unterlagen.

Ausblick

Das Anlageumfeld in den Schwellenländern weist zahlreiche Wendepunkte auf. Wir stellen fest, dass sich die Marktstimmung in ausgewählten Schwellenländern immer wieder dreht. Allerdings stellen wir den Marktreaktionen weiterhin unsere eigenen detaillierten Analysen gegenüber und sorgen so für einen ausgewogenen Ansatz.

Chinas Aktienmärkte begrüßen die Einführung weiterer Konjunkturmaßnahmen. Die bereits angekündigten Maßnahmen lassen sich generell in drei Kategorien einordnen: Leitzinssenkungen (die wir bereits stark erwartet hatten), Maßnahmen zur Unterstützung des Immobilienmarktes (eine Fortsetzung früherer Maßnahmen, um eine Erholung anzukurbeln) und Maßnahmen hinsichtlich der Aktienmärkte (die neu waren und eine angenehme Überraschung darstellten). Zwar herrscht mit Blick auf die Wirksamkeit der Maßnahmen immer noch eine gewisse Skepsis, doch nach Ansicht unseres Portfoliomanagers für chinesische Aktien könnte der Höhenflug chinesischer Aktien andauern. Er vertritt zudem die Auffassung, dass weitere politische Unterstützung folgen wird, bedingt durch das Gefühl erneuter zunehmender Dringlichkeit bei der Erreichung wirtschaftlicher Zielvorgaben. Konjunkturdaten, die den Höhenflug unterstützen können, werden mit zeitlicher Verzögerung veröffentlicht, doch wir achten weiterhin auf zusätzliche politische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Wachstumsabschwächung und den deflationären Druck ins Gegenteil zu verkehren.

Einige unserer Portfoliomanager nahmen an einer Konferenz in Lateinamerika teil. Sie stellten ein Interesse an argentinischen Aktien und deren Hochstufung fest, insbesondere mit Blick auf Titel aus dem Bankensektor. Unser in Argentinien tätiger Research-Analyst war jedoch vorsichtiger. Seiner Ansicht nach sind argentinische Banken angemessen bewertet. Zwar wird eine makroökonomische Verbesserung weithin erwartet, doch er rät nicht dazu, übermäßig in das Land zu investieren. Ein anderer Research-Analyst, der ebenfalls in Lateinamerika tätig ist, schloss sich dieser Einschätzung an. Er sieht zwar durchaus Schnäppchen in Argentinien, denkt aber, dass sie das Risiko möglicherweise nicht wert sind.

Ein weiterer unserer in Lateinamerika ansässigen Research-Analysten vertrat ebenfalls eine unkonventionelle Meinung. Marktbeobachter haben festgestellt, dass die Justizreform in Mexiko die Beziehung des Landes zu den USA beeinträchtigen könnte. Doch ein Gespräch, das er mit einem Juraprofessor führte, brachte ihn zu einer entgegengesetzten Sichtweise – es wäre ein viel größerer Anlass nötig, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wirklich ernsthaft zu beschädigen. Zudem gibt es Möglichkeiten, um diese juristische Angelegenheit beizulegen, beispielsweise durch ein Schiedsverfahren. Das Rechercheuniversum des Analysten in Mexiko umfasst Unternehmen, die seiner Meinung nach niedrig bewertet sind und von der Entwicklung des Konsumverhaltens beeinflusst werden.

Insgesamt halten wir an unserem Bottom-up-Investmentansatz fest und nutzen unsere lokale Präsenz vor Ort und unser umfassendes Netzwerk für eine ausgewogene Einschätzung. Dieses Netzwerk geht über Unternehmen, unsere eigenen Untersuchungen und unabhängige Research-Anbieter hinaus. Wir achten weiterhin genau auf Veränderungen im Anlageumfeld, um Anlagechancen zu erkennen.

Marktkommentar: Drittes Quartal 2024

Die Aktien der Schwellenländer legten im Quartalsverlauf zu. Die lange erwartete Leitzinssenkung der Fed ließ die vorangegangene Angst vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten in den Hintergrund rücken. Der MSCI EM Index rentierte im Berichtsquartal mit 8,88 %, während der MSCI World Index um 6,46 % zulegte.

Die Aktienmärkte in den asiatischen Schwellenländern entwickelten sich positiv. In China spielten die geopolitischen Spannungen weiterhin eine große Rolle. Die jüngste Entwicklung war das Biosicherheitsgesetz, der Auswirkungen auf Unternehmen aus dem Biotechnologiesektor hatte. Doch einige positive Nachrichten kamen dem chinesischen Aktienmarkt zugute. Dazu gehörten die Aufnahme eines E-Commerce-Unternehmens in die Aktienmärkte des chinesischen Festlandes sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen. Indische Aktien profitierten weiterhin von positiven Konjunkturdaten. Die Zinssenkung in den USA, die dazu führen könnte, dass ausländisches Kapital in indische Aktien fließt, wirkte ebenfalls vorteilhaft. Der Börsengang eines Immobilienfinanzierers war der größte Börsengang in Indien im Jahr 2024.

Die schwindende Euphorie rund um das Thema künstliche Intelligenz (KI) belastete die technologielastigen Aktienmärkte in Südkorea und Taiwan. Das Wachstum der Halbleiter-Verkäufe südkoreanischer Anbieter war im August so schwach wie seit fünf Monaten nicht mehr, dagegen konnte Taiwan im August steigende Verkaufszahlen bei Halbleitern für KI- und High-Performance-Computing-Anwendungen melden. In Südostasien senkte die Zentralbank Indonesiens überraschend die Zinsen. Thailändische Aktien erholten sich, da die politischen Belastungen in Thailand mit der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten ein Ende gefunden zu haben scheinen.

Die Schwellenländer in der Region Europa, Naher Osten und Afrika entwickelten sich positiv. Die Märkte im Nahen Osten profitierten vom Zinssenkungszyklus in den USA – die Geldpolitik im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council, GCC) wird oft auf die Entscheidungen der US-Notenbank ausgerichtet. Die Zinssenkung in den USA könnte die Zentralbanken im Nahen Osten zu ähnlichen Schritten veranlassen, was die Geschäfts-bedingungen verbessern könnte. Südafrikas Zentralbank schloss sich ihren weltweiten Pendants an und senkte bei ihrer jüngsten geldpolitischen Sitzung den Leitzins, um angesichts der nachlassenden Inflation das schwache Wirtschaftswachstum zu bekämpfen.

Aktien aus Schwellenländern der Region Lateinamerika verzeichneten Kursgewinne. Mexikanische Aktien gaben nach, nachdem eine umstrittene Justizreform gebilligt wurde. Brasiliens Zentralbank begann mit Zinserhöhungen, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen, während sich die Wirtschaftstätigkeit unerwartet stark entwickelt. Dieser Schritt steht im Gegensatz zu der Geldpolitik der meisten anderen globalen Zentralbanken, die Zinssenkungen auf den Weg gebracht haben.



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