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2023 hat den Weg geebnet…

Die beispiellose Strähne von zehn aufeinanderfolgenden Leitzinsanhebungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone bewirkt. Die Kreditkonditionen sind immer restriktiver geworden und die Stimmungsindikatoren tendieren weiter abwärts. Währenddessen gibt die Gesamtinflation nach und hat im Oktober ein Zweijahrestief erreicht. Obwohl der Dienstleistungssektor noch einen gewissen Aufwärtsdruck auf die Kerninflation ausübt, geht die allgemeine Entwicklung eher in Richtung Deflation. 

...für Optimismus zum Beginn von 2024.

Wir gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in der Eurozone in den kommenden Quartalen stagnieren wird, bevor es gegen Ende 2024 wieder anzieht. Wenngleich der Fertigungssektor den Druck zu spüren bekommt und geringere Haushaltsausgaben im nächsten Jahr das Wachstum bremsen dürften, rechnen wir mit steigenden Reallöhnen, die zu einem Abfedern eines heftigeren Abschwungs beitragen dürften. Die Arbeitslosenquote in der Region liegt immer noch dicht an Rekordtiefs und wird aus unserer Sicht in den kommenden Monaten wahrscheinlich nur geringfügig ansteigen. Der Arbeitsmarkt lässt Anzeichen einer Abkühlung erkennen, aber der Arbeitskräftemangel liegt immer noch auf einem Niveau, das Anlass zum Horten von Personal gibt und künftig das Lohnwachstum unterstützen dürfte.

Die EZB ist davon überzeugt, dass das derzeitige geldpolitische Umfeld, sofern es lange genug aufrechterhalten wird, hinreichend restriktiv ist, um die Inflation wieder auf ihren Zielwert zu bringen. Somit rechnen wir nunmehr mit einer längeren Pause, bevor irgendwelche weitere Entscheidungen getroffen werden. Unserer Meinung nach werden die Währungshüter abwarten wollen, bis sich die Zweitrundeneffekte der Inflation auf die Löhne abschwächen, bevor sie mit einer Lockerung der Geldpolitik beginnen. Folglich preisen wir eine erste Zinssenkung im dritten Quartal 2024 ein. Doch beharrlich höhere Energiepreise dürften einen gewissen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben und möglicherweise den Beginn eines geldpolitischen Lockerungszyklus verzögern.

Insgesamt dürften rückläufige Renditen europäischen Anleihen im kommenden Jahr Auftrieb verleihen, insbesondere im Vergleich zu den USA, wo solide Konsumausgaben weiterhin eine robuste Wirtschaft stützen. Deshalb gehen wir davon aus, dass die EZB wahrscheinlich vor der US-Notenbank (Fed) die Zinsen senken wird, da sie gezwungen ist, auf das kraftlose Wachstum zu reagieren.

Unsere Überlegungen zur Portfoliopositionierung:

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgende Überlegungen zur Portfoliopositionierung zu Beginn des neuen Jahres an:

  1. Renditen festschreiben

Die Zinssätze sind in den vergangenen zwei Jahren gestiegen und dürften 2024 zurückgehen. Daher beginnen Anleger, die zurzeit attraktiven Renditen, die dicht an Mehrjahreshochs schweben, festzuschreiben. Eine Umschichtung in länger laufende Anlagen kann auch zur Reduzierung des Wiederanlagerisikos beitragen, das bei den in jüngster Zeit beliebten Geldmarktfonds besteht, insbesondere in einem Umfeld fallender Zinsen.

  1. Duration ausweiten

Schwächelndes Wachstum und ein nachhaltiger Abwärtstrend bei der Inflation legen nahe, dass die Leitzinsen in der Eurozone sehr wahrscheinlich ihren Spitzenwert erreicht haben. Deshalb ist jetzt für Anleger der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen, die Duration ihrer festverzinslichen Anlagen zu verlängern. Wir halten grüne und soziale Anleihen, die üblicherweise zur Finanzierung längerfristiger Projekte emittiert werden, für eine gute Quelle von Anlagen mit längerer Duration.

  1. Nachhaltiges Investieren in Erwägung ziehen

Ein wachsender und zunehmend diversifizierter Markt für nachhaltige Finanzierungen bedeutet, dass attraktive Renditen mit einer positiven Auswirkung auf die Umwelt und unsere Gemeinschaften einhergehen können. Wir nehmen an, dass die Nachfrage nach Instrumenten, deren Erlöse für grüne und soziale Zwecke verwendet werden, künftig stark bleiben wird, sodass beide Märkte für ein dynamisches Wachstum gerüstet sind. Nachhaltiges Investieren wird in den kommenden Jahren ein vorherrschender Trend sein, der strukturellen Auftrieb erhält und damit das Potenzial für höhere finanzielle Renditen hat.



Wichtige Hinweise

Das vorliegende Dokument dient ausschließlich der allgemeinen Information. Es ist weder als individuelle Anlageberatung noch als Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer bestimmten Anlagestrategie zu verstehen. Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Es besteht keine Garantie, dass eine Strategie ihr Ziel erreichen wird. Die Wertentwicklung kann auch durch Währungsschwankungen beeinflusst werden. Eine geringere Liquidität kann den Kurswert der Vermögenswerte beeinträchtigen. Währungsschwankungen können den Wert ausländischer Anlagen beeinträchtigen. Strategien, die in Schwellenländer investieren, können mit höheren Risiken verbunden sein als jene, die in Industrieländer investieren. Strategien, die in Finanzderivate investieren, sind mit spezifischen Risiken verbunden, die das Risikoprofil der Strategie erhöhen können. Bei Strategien, die in bestimmte Sektoren oder Regionen investieren, können die Renditen stärker schwanken als bei einer breiter diversifizierten Strategie.

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