Verschmelzung / Schließung von Fonds

Steuerneutrale Verschmelzung ausländischer Investmentfonds

Der Deutsche Bundestag hat am 10. Juli 2009 einer Änderung des Investmentsteuergesetzes zugestimmt, die es künftig ermöglicht, ausländische Investmentfonds des Gesellschaftstyps für deutsche Anleger steuerneutral miteinander zu verschmelzen. Somit können auch Investmentfonds in der Rechtsform einer luxemburgischen SICAV steuerneutral miteinander verschmolzen werden, was bisher nur inländischen Sondervermögen sowie Fonds des Vertragstyps (wie z. B. Luxemburger FCPs) vorbehalten war.


Die geänderte Fassung des Investmentsteuergesetzes wurde am 22. Juli 2009 im Bundesgesetzblatt verkündet und ist erstmals auf Verschmelzungen anzuwenden, die nach dem 22. Juli 2009 durchgeführt werden.


Für den in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtigen Anleger ergeben sich folgende steuerliche Konsequenzen:

  • Besitzt der Anleger einen Fonds, der mit einem anderen Fonds verschmolzen wird, erhält er neue Anteile am aufnehmenden Fonds. Während dieser Vorgang in der Vergangenheit als „fiktive Veräußerung“ am untergehenden Fonds und „fiktive Neuanschaffung“ am aufnehmenden Fonds behandelt wurde, treten nach der neuen Regelung die neuen Anteile am aufnehmenden Fonds in die Rechtsposition der alten Anteile des untergehenden Fonds ein. Das bedeutet, dass eine Verschmelzung nicht mehr zu einer fiktiven steuerpflichtigen Veräußerung der Anteile des untergehenden Fonds führt.
  • Hat ein Privatanleger die Anteile am untergehenden Fonds vor dem 1. Januar 2009 und somit vor Einführung der Abgeltungsteuer erworben, genießen auch die durch die Verschmelzung erworbenen Anteile am aufnehmenden Fonds Bestandschutz im Hinblick auf die Veräußerungsgewinnbesteuerung. Eventuelle Gewinne aus einer späteren Veräußerung der Anteile sind somit steuerfrei, sofern die Anteile länger als ein Jahr (sog. Spekulationsfrist) gehalten wurden. Beträgt der Zeitraum zwischen Kauf der Anteile des untergehenden Fonds und dem Verschmelzungsstichtag weniger als ein Jahr, läuft die Spekulationsfrist nach dem Verschmelzungsstichtag weiter.
  • Die vom untergehenden Fonds bis zum Verschmelzungsstichtag erwirtschafteten Erträge sind beim Anleger im Rahmen der ausschüttungsgleichen Erträge für das Veranlagungsjahr 2009 steuerpflichtig.

Bitte beachten Sie, dass diese Ausführungen eine steuerliche Beratung nicht ersetzen können. Sofern Sie weitere Fragen hierzu haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

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