Automatisierung im Dienste der Menschheit: Finanztechnologie in der Praxis

Automatisierung im Dienste der Menschheit: Finanztechnologie in der Praxis

Annäherung demografischer und technischer Trends bei Finanzdienstleistungen

Früher stopften die Menschen ihr Geld unter die Matratze, weil sie keine Möglichkeit hatten oder sich dagegen entschieden, ihr Erspartes einer Bank anzuvertrauen. Die heutige Jugend teilt diese Haltung in gewisser Form: Einige von ihnen haben noch nie einen Fuß in eine Bank gesetzt – und haben dies auch nicht vor. Dank der weit verbreiteten Nutzung von Online-Transaktionen und Mobilfunktechnologie stehen diesen Menschen viele neue Möglichkeiten für die Verwaltung ihrer Finanzen zur Verfügung.

Technologie spielt bereits jetzt eine überdimensionale Rolle in der Weiterentwicklung traditioneller Finanzdienstleistungen, da Unternehmen versuchen, sich an veränderte Kundenanforderungen anzupassen, Kosten zu senken, Wettbewerbsverluste zugunsten schnellerer Startups zu vermeiden und neue Wege zu finden, um die Einnahmen im digitalen Zeitalter zu steigern.

Die Gesamtinvestitionen in Finanztechnologien (auch „FinTech“ genannt) stiegen 2018 sprunghaft an und erreichten weltweit 55 Mrd. US-Dollar, was etwa einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht.1 Wir gehen davon aus, dass sich diese Tendenz fortsetzen wird, wenn sich demografische und technologische Trends annähern und der Unterschied in der Wertschöpfung zwischen gewinnenden, technologiegestützten Unternehmen (gegenüber denjenigen, die zurückgelassen wurden) deutlich wird.

In diesem Artikel beleuchten wir die neue Einstellung und die veränderten Bedürfnisse der Verbraucher, die von den sogenannten Millennials ausgehen, und befassen uns mit der Frage, inwiefern bestimmte Technologietrends neue Angebote beeinflussen. Wir untersuchen die Bereiche, die unserer Ansicht nach langfristig den größten Umwälzungen ausgesetzt sein werden, und fassen die Auswirkungen zusammen, die wir bei einer Vielzahl von Finanzdienstleistungsunternehmen feststellen.

Die wichtigsten Punkte auf einem Blick

  1. Wir glauben, dass Fortschritte bei der Digitalisierung, künstlichen Intelligenz und Distributed-Ledger-Technologie Katalysatoren für neue FinTech-Dienste sind, die es Unternehmen ermöglichen, die spezifischen Anforderungen der Verbraucher an Service und Support besser zu erfüllen.
  2. Zwar werden Startups wahrscheinlich unterschiedliche Ansätze für den Einstieg in Finanzdienstleistungen verfolgen, aber wir gehen davon aus, dass die Grenzen zwischen Finanzdienstleistungen und Big Technology-Unternehmen wie Amazon, Apple und Google immer fließender werden. Wir glauben, dass Zahlungsdienste ausschlaggebend sind – sie helfen den Verbrauchern, ihr Leben zu vereinfachen und stressfreier zu gestalten, und liefern den Unternehmen Daten darüber, wo und wann die Verbraucher ihr Geld ausgeben.
  3. Im Bereich der Finanzdienstleistungen tätige Unternehmen müssen Beziehungen zu ihren Kunden aufbauen, die serviceorientiert, abonnentenorientiert und wiederkehrend sind und in deren Zentrum letztlich Daten stehen. In den meisten Bereichen der Finanzdienstleistungsbranche spielen Finanztechnologien bereits eine wichtige Rolle. Bei einer Vielzahl von Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche zeichnen sich interessante Entwicklungen ab.