Was hat sich zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise geändert?Jun 7, 2018

Das Small-Cap-Aktienuniversum ist größer als so manch einer vermuten würde. Genau deshalb ist Ed Lugo, Senior Vice President und Portfolio Manager der Franklin Equity Group, der Ansicht, dass sich dort auch mehr Chancen finden, als viele Anleger glauben. Er erklärt, warum er gerade in diesem Segment potenzielle Anlagechancen sieht und welche Sektoren er besonders ins Auge gefasst hat.

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Trotz der jüngsten Belebung der Volatilität und Anzeichen darauf, dass sich das Wachstum des europäischen Bruttoinlandsprodukts nach einem starken Jahr 2017 im ersten Quartal 2018 abgeschwächt haben dürfte1, sind wir der Ansicht, dass europäische Small- und Mid-Cap-Aktien weiterhin über Markt- und Konjunkturzyklen hinweg eine äußerst attraktive Anlage darstellen.

Abgesehen davon, dass sich Aktien mit niedrigerer und mittlerer Marktkapitalisierung in der Vergangenheit stärker entwickelt haben als ihre größeren Pendants (wie die nachfolgende Grafik zeigt), können Anleger, die bereit sind, fundamentales Bottom-up-Aktienresearch in einem aus unserer Sicht unzulänglich analysierten Bereich des Marktes durchzuführen, zudem potenziell übersehene Chancen aufdecken.

Small Caps lassen Large Caps hinter sich

Während des letzten Jahrzehnts haben sich europäische Aktien mit niedriger und mittlerer Marktkapitalisierung allgemein besser entwickelt als Large-Cap-Werte, wie die nachfolgende Grafik zeigt, in der die Entwicklung des MSCI Europe Small- and Mid-Cap (SMID) Index der des MSCI Europe Index gegenübergestellt ist. Wir stufen Aktien mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 8 Mrd. EUR als Small Caps ein.

Für diese in der Vergangenheit erzielte Outperformance gibt es unseres Erachtens mehrere Gründe. Zum einen befinden sich Small- und Mid-Cap-Unternehmen in vielen Fällen noch in einer früheren Entwicklungsphase, so dass sie schneller wachsen als reifere Unternehmen mit höherer Marktkapitalisierung. Bei internationalem Wettbewerb etwa sind Small- und Mid-Cap-Unternehmen in der Regel flexibler, wenn es darum geht, sich an Veränderungen innerhalb ihrer Branchen anzupassen.

Unternehmen mit niedriger und mittlerer Marktkapitalisierung konzentrieren sich zudem gegebenenfalls auf nur ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Dienstleistung, was sie zu attraktiven Übernahmezielen für größere Unternehmen auf der Suche nach Diversifizierungsmöglichkeiten oder zusätzlichem Wachstum  macht.

Chancen in einem unzulänglich analysierten Segment

Unseren Schätzungen zufolge dürfte das europäische Small- und Mid-Cap-Universum fast 1.300 Unternehmen umfassen – ausreichend analysiert wird es jedoch bis heute nicht. Die Zahl der Sell-Side-Analysten, die sich mit kleineren Unternehmen befassen, ist deutlich geringer als die derjenigen, die sich auf Großunternehmen konzentrieren.

Unserer Einschätzung nach dürfte sich diese Diskrepanz im Laufe der Zeit verschärfen, da die Researchbudgets der großen Investmentbanken weiter gekürzt werden und die Researchaktivitäten dieser Banken durch aufsichtsrechtliche Veränderungen verstärkt unter Druck kommen.

In unseren Analysen konzentrieren wir uns auf aus unserer Sicht qualitativ hochwertige Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen, die zu Bewertungen gehandelt werden, die wir für attraktiv halten. Die Aktien dieser Unternehmen finden sich nicht selten in Bereichen des Marktes, die bei Anlegern kurzfristig in Ungnade gefallen sind. Auch im Fall von Titeln, bei denen der Markt mit der dahinter stehenden Investment Story nicht vertraut ist, können sich Chancen bieten.Angesichts der beschränkten Analysetätigkeit finden sich in den Small-Cap-Segmenten des Marktes unserer Einschätzung nach größere Ineffizienzen, die sich fundamental ausgerichtete Anleger, die auf Bottom-up-Analysen setzen, potenziell zunutze machen können. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Aktien im Verhältnis zu ihren zugrundeliegenden Erträgen und Cashflows falsch bewertet sind, was größere Chancen für eine gezielte Titelauswahl eröffnet.

Wir haben beobachten können, wie bestimmte zyklische Werte im verarbeitenden Gewerbe von den Auswirkungen eines erhöhten Vertrauens unter den Anlegern aufgrund des besser werdenden konjunkturellen Umfelds profitieren. Ganz ähnlich haben wir mehrere britische Industrieunternehmen identifiziert, die sich im Zuge der konjunkturellen Erholung im Vereinigten Königreich trotz der mit dem Brexit verbundenen Unsicherheit erfreulich entwickeln. Und da sich das Wirtschaftswachstum in Europa möglicherweise abkühlen könnte, waren wir zuletzt auf der Suche nach potenziellen Chancen bei Unternehmen aus dem Sektor nichtzyklische Konsumgüter, die über Konjunkturzyklen hinweg stetes Wachstum bieten.

In einem potenziell von zunehmender Unsicherheit, erhöhter Volatilität und steigenden Zinsen geprägten Marktumfeld kann eine eingehende Aktienanalyse unserer Ansicht nach übersehene oder ungerechtfertigt abgestrafte europäische Small-Cap-Anlagen zutage fördern, die möglicherweise einen Bestandteil unserer längerfristigen Vision bilden können.

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