Ein glänzendes Projekt: Warum einige Anleger inzwischen wieder Gold in Betracht ziehenNov 23, 2018

Einige Anleger haben ihr Engagement bei Gold als Reaktion auf die erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten reflexartig verstärkt. Steve Land von der Franklin Equity Group erklärt, dass es bei Gold um mehr als nur das geht. Außerdem erläutert er, warum er die Aussichten für Gold und Goldaktien positiv einschätzt.

Die im Oktober verzeichnete Rückkehr von Volatilität an die globalen Finanzmärkte hat dazu geführt, dass das Interesse an Gold nach einem ruhigen Sommer wieder deutlich angestiegen ist.

Gold hatte bis September sechs Monate in Folge Kursverluste hinnehmen müssen und damit den längsten ununterbrochenen monatlichen Abwärtstrend seit 1997 verzeichnet. Nachdem sich der Goldkurs über weite Teile des Monats September sowie Anfang Oktober innerhalb einer sehr engen Handelsspanne bewegt hatte, setzte im Nachgang der Mitte Oktober an den Aktienmärkten verzeichneten Turbulenzen endlich eine Belebung ein.

Wir geben zwar keine spezifischen Prognosen für den Goldkurs ab, sind jedoch der Ansicht, dass das aktuelle Marktumfeld einige interessante potenzielle Katalysatoren für das Edelmetall birgt. Und in einem Umfeld steigender Preise sehen wir erhebliche Chancen bei Unternehmen, die Gold abbauen.

Die goldene Regel

Gold spielt viele Rollen: als Schmuck, als finanzieller Vermögenswert und in Anwendungen in der Medizin und Zahnmedizin. Im Bereich der High-End-Elektronik wird es sogar industriell eingesetzt.

Dem World Gold Council zufolge blieb die Nachfrage aus dem Schmucksektor mit einem Wachstum von 6 % gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal 2018 solide. Unterstützung boten vor allem das starke wirtschaftliche Umfeld sowie eine Verbesserung um 10 % in China und Indien.[1]

Unserer Analyse zufolge sollten die besser werdende Wirtschaftstätigkeit und die (durch eine positive Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte begünstigte) zunehmende Vermögensbildung den Umsätzen im Schmucksegment weitläufige Unterstützung bieten, da der Schmuckmarkt nach wie vor die größte Nachfragequelle für Gold darstellt.

Als Finanzinstrument übernimmt Gold vor allem die Rolle eines Diversifizierungsinstruments[2], da das Edelmetall in der Vergangenheit stets eine geringe Korrelation[3] zu anderen finanziellen Vermögenswerten an den Tag gelegt hat und auf eine langjährige Geschichte als Wertanlage zurückblicken kann.

Das Interesse an Gold als finanzieller Vermögenswert ist während der letzten beiden Jahre gesunken, da starke Aktienmarktrenditen und beschränkte Volatilität den meisten Anlegern kaum Anlass geboten haben, sich nach Diversifizierungsmöglichkeiten umzusehen. Es gibt jedoch Anzeichen, dass die Nachfrage nach dem Edelmetall zunimmt – insbesondere unter Zentralbanken.

Dem World Gold Council zufolge war bei den weltweiten Goldkäufen durch Zentralbanken in den ersten drei Quartalen 2018 ein Wachstum von ca. 17 % gegenüber dem Vorjahr zu beobachten.[4] Im dritten Quartal erreichten die Zentralbankkäufe den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2015. An der Spitze stand Russland, und die im dritten Quartal verzeichnete Erhöhung um 92,2 Tonnen stellt die höchste jemals verzeichnete Kaufmenge dar. Damit haben die Goldreserven des Landes erstmalig die Marke von 2.000 Tonnen überschritten.

Die ungarische Zentralbank meldete im Oktober, sie habe ihre Goldbestände um das Zehnfache erhöht.[5] Diese Meldung folgte auf Käufe durch die polnische Zentralbank im Juli, August und September.

Makroökonomische Einflüsse auf den Goldkurs

Wir sind zwar der Ansicht, dass die Unsicherheit aufgrund der globalen Handelsspannungen für den Goldkurs positiv sein sollte, der starke US-Dollar hat sich jedoch als Belastung erwiesen. Ein starker Dollar macht Gold an vielen internationalen Märkten mit der preisempfindlichsten Nachfrage (wie z.B. China und Indien) allgemein teurer. Angesichts dieser Beziehung weist Gold eine umgekehrte Korrelation zum US-Dollar auf, so dass jegliche Schwäche des US-Dollars den Goldkurs stützen dürfte.

Die niedrige Arbeitslosenquote in den USA hat in Kombination mit den konjunkturförderlichen Folgen der Änderungen an der US-Steuerpolitik und den Auswirkungen der eskalierenden Handelsspannungen, die zur Auferlegung neuer Importzölle geführt haben, die Diskussionen um eine mögliche Rückkehr von Inflationsdruck angefacht.

Dieses Umfeld könnte höheren Edelmetallkursen sowie den mit dem Sektor verbundenen Aktien durchaus Unterstützung bieten. Während die Inflation ansteigt, nimmt in der Regel auch die Geldmenge zu. Das Angebot aus Goldminen bleibt jedoch weitgehend unverändert und reagiert nur langsam.

In einem inflationären Umfeld sollte der Goldkurs tendenziell steigen, so dass der reale Wert erhalten bleibt.

Ausblick für Goldminenaktien

Die Aktien von Goldminenbetreibern sind gegenüber ihren 2011 erreichten Höchstständen deutlich zurückgegangen. Wir sind der Ansicht, dass ihre Bewertungen inzwischen die Erwartung widerspiegeln, dass die Goldpreise künftig unter Druck bleiben sollten.

Die aktuellen Goldkurse bewegen sich in der Nähe der Grenzkosten. Hierbei handelt es sich um das Niveau, das viele Goldminenfirmen benötigen, um ihre Geschäftstätigkeit langfristig beibehalten zu können. Somit kann selbst ein relativ geringer Anstieg des Goldkurses dramatische Auswirkungen auf den erwarteten Cashflow eines Unternehmens haben.

Wir sind zwar der Ansicht, dass Unternehmen in diesem Bereich erhebliches Aufwärtspotenzial bieten, wenn die Goldkurse steigen, gehen jedoch auch davon aus, dass viele Firmen des Sektors gut positioniert sind, um weitere Preisrückgänge zu überstehen.

Die meisten Abbauunternehmen legen ihr Augenmerk weiterhin auf eine verbesserte Kostenstruktur ihres Betriebs, auf Schuldentilgung und eine Rationalisierung der Unternehmensteile. Dies dürfte unserer Einschätzung nach zu einem höheren künftigen Leistungspotenzial führen.

Daher sehen wir auch weiterhin attraktive Chancen bei Aktien, die eng mit Gold und Edelmetallen in Verbindung stehen.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

In diesem Dokument möglicherweise verwendete externe Daten wurden von Franklin Templeton Investments („FTI“) nicht unabhängig verifiziert, bewertet oder überprüft. FTI haftet auf keinen Fall für Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Das Vertrauen auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Material liegt ausschließlich im alleinigen Ermessen des Nutzers. Manche Produkte, Dienstleistungen und Informationen sind möglicherweise nicht in jedem Land verfügbar und werden außerhalb der USA von anderen mit FTI verbundenen Unternehmen und/oder ihren Vertriebsstellen, wie nach lokalem Recht und lokalen Vorschriften zulässig, angeboten. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen über die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen in Ihrem Land an Ihren eigenen professionellen Berater.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Im Edelmetallsektor kommt es zu Preis- und Kursschwankungen bei Gold und anderen Edelmetallen. Die Preise und Kurse von Edelmetallen reagieren stärker auf widrige Veränderungen der den Sektor betreffenden wirtschaftlichen Entwicklung oder regulatorischen Entwicklungen. Anlagen im Ausland sind mit dem Risiko von Währungsschwankungen und politischer Unsicherheit verbunden. Anlagen in Entwicklungsländern beinhalten erhöhte Risiken im Zusammenhang mit denselben Faktoren. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus dem relativ kleinen Marktvolumen und ihrer geringeren Liquidität. Anlagen in kleinere Unternehmen können gegenüber Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders empfindlich sein, und ihre Wachstumsaussichten sind weniger sicher als die von größeren, etablierteren Unternehmen. Ein nicht diversifiziertes Portfolio birgt das Risiko höherer Preisschwankungen als bei einem diversifizierteren Portfolio.

[1] Quelle: World Gold Council.

[2] Diversifizierung ist keine Gewinngarantie und bietet keinen Schutz vor Verlusten.

[3] Die Korrelation misst, im welchem Maße sich zwei Anlagen parallel entwickeln. Die Korrelation liegt zwischen 1 (vollständige positive Korrelation; d. h. zwei Positionen bewegten sich in der Vergangenheit immer in die gleiche Richtung) und -1 (vollständige negative Korrelation; d. h. zwei Positionen bewegten sich in der Vergangenheit immer in entgegengesetzte Richtungen).

[4] Quelle: World Gold Council, „Gold Demand Trends Q3 2018“, 1. November 2018.

[5] Quelle: Magyar Nemzeti Bank, „HUNGARY’S GOLD RESERVES INCREASE TENFOLD, REACHING HISTORICAL LEVELS“, Oktober 2018.