Beurteilung der Folgen von US-Zöllen auf MetallJun 8, 2018

Die Administration von Präsident Trump hat durch die Ankündigung neuer Zölle auf Stahl und Aluminium für mehrere US-Verbündete die Debatten um einen Handelskrieg neu entfacht. Stephen Lingard von Franklin Templeton Multi-Asset Solutions erörtert die Folgen eines möglichen Handelskrieges und erläutert, warum diese Zölle nach seiner Ansicht insbesondere für den nordamerikanischen Automarkt bedrohlich sind.

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Am 31. Mai machte die Trump-Administration ihre Drohung, Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Kanada, Mexiko und der Europäischen Union (EU) zu verhängen, wahr. Der Schritt kam zwei Tage nach der Ankündigung, Zölle auf in China hergestellte Güter zu verhängen.

Die Zölle auf Metall wurden im März eingeführt, doch Kanada, Mexiko und der EU wurden im April vorübergehende Befreiungen von den Zöllen gewährt. Die jüngsten Gespräche mit der EU über Handelskonzessionen und mit Kanada und Mexiko über eine Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens waren jedoch offensichtlich ins Stocken geraten. In der Folge wurden die Befreiungen aufgehoben.

Aus unserer Sicht wird es in einem Handelskrieg keinen klaren Sieger geben. Auch wenn US-Zölle auf lange Sicht zu einer Verbesserung der US-Handelsbilanz und der Leistungsbilanz führen könnten, dürften sie sich auf kurze Sicht beide verschlechtern. Für manche der importierten, von den US-Verbrauchern gegenwärtig geschätzten Produkte sehen wir keinen Ersatz. Es dürfte seine Zeit brauchen, um diese Produkte in den USA herzustellen, falls dies überhaupt möglich wäre.

Unserer Analyse zufolge würde die gesamte nordamerikanische Automobilindustrie in Mitleidenschaft gezogen, falls Kanada und Mexiko zur Zahlung von US-Zöllen gezwungen wären. Die folgende Grafik zeigt, dass Kanada und Mexiko 2017 die beiden größten Exporteure von Kfz in die USA waren. Die Branche ist also für alle drei Länder von Bedeutung.


Folgen für Anleger
 
Falls es zu einem Handelskrieg kommt und er das weltweite Wachstum in einem Umfeld mit höherer Inflation und höheren Haushaltsdefiziten ausbremst, dürften die meisten Aktienmärkte weltweit parallel abrutschen.

Wir möchten festhalten, dass der US-Aktienmarkt, obwohl er während einiger der jüngsten Volatilitätsschübe absackte, den Anlegern einen defensiveren Sektormix bietet und weniger zyklisch ist als andere Märkte wie z. B. Europa, die ein höheres Engagement in Finanzwerten und Rohstoffen haben. Daher könnte es künftig zu einer Zweiteilung von Markt und Sektoren kommen.

Falls allerdings das aktuelle Gerangel um den Handel ein Ende findet, sind wir nach wie vor zuversichtlich um die Aussichten für das Wirtschaftswachstum und die Aktienmärkte weltweit. Insbesondere erkennen wir in vereinzelten Unternehmen außerhalb der USA, deren Gewinnwachstum und operativer Hebel höher sind, Wertpotenzial.

Wie ich bereits in einem früheren Artikel erwähnte, ist die derzeitige US-Regierung unter dem Strich jedoch oft von Unvorhersehbarkeit geprägt. Der persönliche Verhandlungsstil Trumps scheint in erster Linie auf die Schaffung von Chaos ausgerichtet zu sein. Hieraus ergeben sich dann häufig Veränderungen, die er seiner politischen Basis als „Gewinne“ anpreisen kann.

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