Warum uns die Volatilität des Technologiesektors keine Sorgen bereitetApr 20, 2018

Einige Unternehmen innerhalb des US-Technologiesektors haben sich zuletzt auf dem heißen Stuhl wiedergefunden. Jonathan Curtis, Vice President und Research Analyst der Franklin Equity Group, lässt sich hierdurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Ihm zufolge sind vorübergehende Störungen, die Auswirkungen auf bestimmte Aktien haben, völlig normal, während sich Verbraucher mit neuen Technologien und der Art und Weise, wie sie unser Leben beeinflussen, vertraut machen. Aus seiner Sicht ist das langfristige fundamentale Umfeld des Sektors solide.

Wir haben zuletzt einen Abverkauf bei US-Technologiewerten verzeichnet, da einige Unternehmen in diesem Sektor mit kurzfristigen Herausforderungen und negativen Schlagzeilen zu kämpfen hatten. Als langfristige Anleger lassen wir uns hierdurch jedoch nicht abschrecken. Insgesamt hat sich der Technologiesektor während des vergangenen Jahres gut entwickelt. Daher überrascht es uns überhaupt nicht, dass der Markt einen Teil dieser Gewinne wieder abgibt.

Im ersten Quartal dieses Jahres verschärften Sorgen über Verbraucherdatenschutz und potenziell striktere aufsichtsrechtliche Kontrollen die bestehende Nervosität der Anleger aufgrund von Spekulationen, die US-Notenbank könne ihre Zinsanhebungen als Reaktion auf das höhere Lohnwachstum womöglich beschleunigen. Zusätzlich eingetrübt wurde die Stimmung der Anleger durch die Möglichkeit eines eskalierenden Handelskonflikts, in erster Linie mit China.

Datenschutzbedenken: Das unausgesprochene heikle (Digital-) Thema

Während bei autonomen Fahrzeugen in jüngster Zeit Sicherheitsprobleme zum Vorschein getreten sind, sehen sich Online-Plattformen aufgrund von Datenschutzfragen zunehmend in der Kritik. Vor allem Facebook hat hiermit zu kämpfen, seitdem enthüllt wurde, dass eine Datenanalysefirma einen kleinen Teil seiner Benutzerdaten jahrelang unsachgemäß aufbewahrt hatte. Dies hat eine große Debatte über den Benutzer- und Datenschutz entfacht.

Wir können natürlich nicht genau voraussagen, was letztlich mit Facebook oder anderen Einzelunternehmen geschehen wird. Allgemein gehen wir jedoch davon aus, dass es Technologieunternehmen insgesamt gelingen wird, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen und einen hohen Grad an Engagement zu wahren. Aus unserer Sicht dürfte es sich bei dem jüngsten Rückschlag des Sektors lediglich um eine kurzfristige Störung und nicht um einen strukturellen Wandel im Entwicklungspfad der Branche oder der Geschäftsmodelle dieser Unternehmen handeln.

Dennoch wird deutlich, dass Verbraucher gerade erst beginnen, zu verstehen, wie digitale Unternehmen dieser Art agieren. Wir sind davon überzeugt, dass digitale soziale Netzwerke in der ein oder anderen Form überleben werden, da die Menschen ein starkes Bedürfnis nach Verbindung haben – sowohl zu einander, als auch zu den Unternehmen und Themen, die ihnen wichtig sind. Die auf diesen Plattformen tätigen Werbekunden erkennen natürlich, wie wertvoll es ist, Verbraucher zielgerichtet ansprechen zu können. Allerdings werden sie dies künftig sicherlich auf eine etwas weniger intransparente Art und Weise tun müssen. Wir sind zuversichtlich, dass sich diese Probleme lösen lassen.

Langfristige Betrachtung des technologischen Wandels 

Anleger verstehen allmählich, dass Technologie eine immer wichtigere Rolle für die Weltwirtschaft spielt, und aus unserer Sicht sind die langfristigen Fundamentaldaten des Sektors positiv. Wir beobachten einen übergeordneten Trend, im Zuge dessen der digitale Wandel (dieser betrifft Bereiche wie etwa künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Computing, Software-as-a-Service und Robotik) in sämtlichen Bereichen der Wirtschaft Fahrt aufnimmt.

Der digitale Wandel scheint an Dynamik zu gewinnen, auch wenn es dabei bei vereinzelten Unternehmen zu Wachstumsschmerzen kommt. Die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte in den Bereichen KI und maschinelles Lernen haben Chancen für Technologieanbieter in der Datenverarbeitungs-Lieferkette sowie für Unternehmen mit einzigartigen und größer werdenden Datenbeständen geschaffen.

Wir sind davon überzeugt, dass Anleger im Verlauf der Jahre 2018 und 2019 zunehmend schätzen werden, wie Technologieunternehmen mit umfangreichen und größer werdenden Datenbeständen in der Lage sein werden, ihre Daten mit Algorithmen des maschinellen Lernens zu kombinieren, um neue Ertragsquellen zu schaffen, Kosteneinsparungen zu erzielen, Prognosemodelle zu erstellen und wachsende Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Wir gehen davon aus, dass die gesamte Datenkette (Datenspeicherung, -verarbeitung und -analyse), und insbesondere Unternehmen, die über relativ einzigartige Datenbestände verfügen, von dieser tektonischen Verschiebung profitieren werden.

Abgesehen von der Marktvolatilität dürfte 2018 unserer Einschätzung nach für die Fundamentaldaten des Informationstechnologiesektors (IT-Sektors) ein gutes, von Umsatzwachstum, steigenden Gewinnen je Aktie und zunehmenden Dividenden geprägtes Jahr werden. Als Gründe hierfür sehen wir das Thema der „digitalen Transformation“, niedrigere Steuern und die Notwendigkeit, vor dem Hintergrund eines knapperen Arbeitsmarkts die Produktivität zu steigern. Wir gehen davon aus, dass vereinzelte Rückschläge am Aktienmarkt unvermeidbar sind und die IT-bedingten Wachstumsaussichten gelegentlich belasten könnten. Dennoch halten wir den Ausblick weiterhin für solide, da in den kommenden Jahren umfassende technologisch bedingte Veränderungen anstehen dürften.

Die Reform der Körperschaftsteuer trägt dazu bei, Kapital in die USA zurückzuführen, das dafür genutzt wird, eigene Aktien zurückzukaufen und die Dividenden für Aktionäre zu erhöhen. Wir hören zudem, dass aufgrund der Steuerreform, bei der der Körperschaftsteuersatz für US-Unternehmen durchgängig gesenkt wurde, zahlreiche Unternehmen außerhalb des Technologiesektors ihre Investitionen in Technologie erhöhen wollen.

Technologie hilft Firmen in sämtlichen Branchen, stärker service-orientierte, datenzentrische Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen. Unternehmen, die Technologieplattformen anbieten, haben sich im Werbesegment gut entwickelt und nutzen neben den engen Geschäftsbeziehungen, die sie mit Verbrauchern aufgebaut haben, auch die von ihnen erfassten Daten, um ihre Tätigkeit in Bereiche wie etwa Finanzdienstleistungen und Transport auszuweiten.

Wir gehen davon aus, dass sich auch Unternehmen, die in ihrem Kern nicht technologisch ausgerichtet sind, gezwungen sehen werden, auf die Fortschritte zu reagieren, die diese großen Technologieplattformanbieter in den bislang für sie neuen Kategorien erzielen. Infolgedessen werden diese nicht technologieorientierten Unternehmen zwangsläufig in Innovationen investieren müssen. Es sollte sich also ein doppelter Effekt bemerkbar machen: Einerseits werden Unternehmen, deren Kerngeschäft auf Technologieplattformen aufbaut, eine Führungsrolle übernehmen. Gleichzeitig werden jedoch auch traditionelle Unternehmen bzw. Firmen außerhalb des Technologiesektors technische Fortschritte nutzen, um ihre Position zu verteidigen.

Suche nach Wertpotenzial inmitten von Volatilität

Während einige Anleger zuletzt Aktien von Unternehmen des Technologiesektors abgestoßen haben, haben wir als aktive Manager im Zuge der unvermeidbaren neuerlichen Volatilität zu Beginn des Jahres 2018 nach Titeln Ausschau gehalten, die das beste langfristige Wachstumspotenzial und die hochwertigsten Geschäftsmodelle und Teams aufweisen.

Dank immer ausgereifterer Technologie und Software können Unternehmen zudem Produkte und Dienstleistungen bereitstellen, die noch vor 10 Jahren undenkbar waren. Insbesondere dürfte unserer Einschätzung nach der Übergang hin zu Technologie „on demand“ die Technologie in den kommenden Jahren noch stärker in unser Alltagsleben hineintragen. Ermöglicht wird dieser Wandel durch eine breite Zahl ständig verbundener Verbraucher, Highspeed-Internetzugang und eine wachsende globale Cloud-Infrastruktur. Dieses Wachstum hat zur Folge, dass Unternehmen, die weit vom IT-Sektor entfernt sind, die Auswirkungen der aufkommenden Plattform-Disruptoren in verschiedensten Wirtschaftszweigen zu spüren bekommen.

Wir verlassen uns auch weiterhin auf unser diszipliniertes Bottom-up-Research, um Unternehmen zu identifizieren, die sich langfristige Trends zunutze machen, die ungeachtet der Verlagerungen an den Märkten und möglicher kurzfristiger Störungen langfristige Wachstumschancen bieten.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Investitionen in schnell wachsende Branchen, einschließlich Technologie und Gesundheitswesen (die erfahrungsgemäß eine hohe Volatilität aufweisen), können zu größeren Kursschwankungen führen, insbesondere kurzfristig, da sich die Produkte dort sehr schnell wandeln. Außerdem werden sie durch Entwicklungen und Veränderungen in der staatlichen Regulierung von Unternehmen beeinflusst, die den wissenschaftlichen oder technischen Fortschritt fördern oder für die Zulassung neuer Arzneimittel und medizinischer Instrumente gelten. Unternehmen mit geringer und mittlerer Börsenkapitalisierung können auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders empfindlich reagieren, und ihre Wachstumsaussichten sind weniger sicher als die von größeren, etablierteren Unternehmen.

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