Ausblick Hedgefonds-Strategie im 2. QuartalApr 27, 2018

Im Ausblick für das 2. Quartal 2018 erläutern das Research- und Portfolio Construction-Team von K2 Advisors ihre Einschätzungen, warum Anleger sich nicht vor der Rückkehr der Marktvolatilität fürchten sollten und warum dies Chancen für aktive Manager schaffen könnte. Das Team ist der Ansicht, dass derartige Einblicke Anlegern helfen können, die Argumente für den Erwerb von Publikumsfonds mit Hedge-Strategien besser zu verstehen.

Ende letzten Jahres wiesen wir darauf hin, dass auf das Abebben der seit 2008 herbeigeführten massiven weltweiten Liquiditätsschwemme eine Welle der Volatilität folgen könnte. Diese Welle hat uns nun scheinbar erreicht.

Gemessen am VIX (dem sog. „Angstindex“) stieg die Marktvolatilität im ersten Quartal des Jahres um 80 %. S&P 500 Index und Dow Jones Industrial Average gingen im Quartalsverlauf beide zurück, während der Nasdaq Composite Index vor allem aufgrund eines kräftigen Plus im Januar einen moderaten Zuwachs verzeichnen konnte. Neun der elf Sektoren des S&P 500 notierten schlechter.

Zu den stärksten Verlusten kam es bei Telekommunikationsdiensten, nichtzyklischen Konsumgütern und Energie. Informationstechnologie und zyklische Konsumgüter erwiesen sich trotz eines weitläufigen Abverkaufs im März als positive Ausreißer. Das negative Quartal des S&P 500 Index beendete eine Abfolge von neun positiven Quartalen, der längsten Serie in 20 Jahren. Zudem geschah all dies nach dem 9. Jahrestag des US-Bullenmarktes, der am 9. März 2009 begann, und zehn Jahre nach der Rettung von Bear Stearns.

Und was nun? Aus unserer Sicht war ein Ende der beispiellos niedrigen Volatilität zu erwarten und vielleicht sogar zu begrüßen. In mancher Weise spiegelt dies die Rückkehr zu einem normaleren Marktverhalten wider. Dies ist aus unserer Sicht etwas Gutes.

Wie in vorherigen Kommentaren bereits erwähnt, war das historisch hohe Niveau der quantitativen Lockerung nach der weltweiten Finanzkrise – d. h. die Verlängerung der Bilanz der US-Notenbank von rund 900 Milliarden US-Dollar auf mittlerweile fast 4,5 Billionen US-Dollar – im vergangenen Jahrzehnt eine der stärksten Gestaltungskräfte des Marktes. Unseres Erachtens sorgte dies für eine Verzerrung der Preise, eine Unterdrückung der Volatilität und eine Abwendung von den Fundamentaldaten der Unternehmen.

Die Renditen wurden auf Rekordtiefs und die Aktienmärkte auf Rekordhochs getrieben. Darüber hinaus wanderten viele Anleger in riskantere Anlagewerte ab, während die Kapitalkosten künstlich niedrig gehalten wurden. Während passive Anlagen in einem solchen Umfeld sehr gut abschnitten, könnte man sagen, dass aktive Verwalter und Hedgefonds schwächelten. Nun, da die Ära der quantitativen geldpolitischen Anreize langsam zu Ende geht, rechnen wir mit einem verbesserten Umfeld für aktive Manager.

Die abnehmende Unterstützung durch die Zentralbanken dürfte bei Aktien für stärkere Reaktionen auf spezifische Faktoren sorgen. Es ist scheinbar Konsens, dass die weniger stützende Geldpolitik zu einer höheren Kurssensitivität bei den Fundamentalwerten einzelner Unternehmen führen wird. Dies wiederum könnte die paarweisen Korrelationen verringern. Falls es hierzu kommt, dürfte dies auch zu einer größeren Sektorstreuung führen und für Verwalter ein Umfeld schaffen, in dem potenzielle Gewinner und Verlierer besser identifiziert werden können. Daher rechnen wir für das restliche Jahr 2018[1] weiterhin mit einem attraktiven Umfeld für die Generierung von Alpha.

Discretionary Macro

Unser Ausblick für die Discretionary-Macro-Strategie verbessert sich weiter. Die verstärkte Aktivität der Zentralbanken und ihre unterschiedliche Politik haben in Kombination mit politischer Ungewissheit in den wichtigsten Volkswirtschaften zu einem Anstieg der Volatilität in den wichtigsten Anlageklassen beigetragen. Zwar ist der Anstieg moderat, doch deutet er auf höhere Unsicherheit und möglicherweise bessere Handelsgelegenheiten für Verwalter hin, die flexibel in allen Anlageklassen anlegen können (insbesondere in Festzinstiteln und Währungen, die traditionell ein zentraler Schwerpunkt für diskretionäre Manager sind).

Long/Short Equity – Europa

Das Chancenspektrum in Europa ist für Long/Short-Equity-Manager nach wie vor gut. Europäische Aktien notieren gegenüber den USA, wo wir Aktien für voll bewertet halten, weiterhin unter ihrer historischen Durchschnittsbewertung. Die Gewinnprognosen liegen für die Eurozone deutlich unter ihrem vorherigen Höchststand. Dies bietet viel Raum für weitere Erholung. Die Gewinnprognosen in den USA liegen dagegen deutlich über ihrem Höchststand von 2008.

Das Wirtschaftswachstum in Europa dürfte weiterhin langsam zulegen, die Kreditvergabe wieder anziehen und die externe Expansion stark zunehmen. Aus unserer Sicht lassen die Ängste vor einer Katastrophe nach dem Brexit-Beschluss allmählich nach, da das Thema sowohl für Europa als auch Großbritannien ein gütliches Ende zu finden scheint. Überdies scheint sich Europa im Handelsstreit an die Seite von US-Präsident Donald Trump und seiner Administration zu stellen. Dies dürfte seine Position gegenüber China oder Japan verbessern, sollten seitens der USA Zölle verhängt werden.

Zudem erscheint das Alpha-Umfeld mit einer höheren Streuung und schwächeren Korrelationen[2] unter dem Einfluss verschiedener makroökonomischer Entwicklung in der Region, der EZB-Sitzungen und der Wahlen stark.

Relative Value – Festverzinsliche Anlagen

Nun, da die Zinsen endlich wieder steigen, rückt das Durationsrisiko[3] in den Blickpunkt von Festzins-Anlegern. Manager im Bereich festverzinslicher Relative-Value-Anlagen, wie z. B. Long/Short-Credit-Manager, erscheinen aufgrund der kürzeren Duration ihrer Portfolios gut aufgestellt und dürften aus unserer Sicht durch die zunehmende Sektorstreuung in der Lage sein, Alpha zu erzielen.

Der unterschiedliche Kurs der Zentralbanken der führenden globalen Volkswirtschaften wird voraussichtlich bessere direktionale Anlagechancen eröffnen. Die Teilnahme direktionaler Käufer und Verkäufer von Anleihen sollte zu stärkeren Marktineffizienzen zwischen Baranleihen und Futures führen, wovon weniger direktionale Relative-Value-Strategien profitieren sollten. Die Strategie unterliegt nach wie vor einem höheren Hebelungs- und Finanzierungsrisiko, was einen vorsichtigen Ansatz rechtfertigt.

Sie können in unserem früheren Blogeintrag mehr über die hier behandelten Hedge-Strategien erfahren: „Schlagende Argumente für liquide Alternativen.“

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anlagen in diese Art von Hedgefonds-Strategien unterliegen denselben Marktrisiken wie alle Anlagen in jede Art von Wertpapieren, unter anderem einem Volatilitätsrisiko. Es kann nicht zugesichert werden, dass die von den Managern von Hedgefonds und liquiden alternativen Investments angewandten Anlagestrategien erfolgreich sein werden. Wenn die Erwartungen des Verwalters nicht eintreffen, kann es bei Transaktionen immer zu einem Verlust kommen. Der Ausblick für die einzelnen Hedge-Strategien wird im Verhältnis zu anderen Hedge-Strategien ermittelt und stellt keine Meinung bezüglich der erwarteten absoluten künftigen Wertentwicklung oder des Risikos einer Strategie oder Unterstrategie dar. Die von der Research Group von K2 Advisors bestimmten Stimmungen und Überzeugungsgrade beruhen auf einer Vielzahl von Faktoren, die für den (die) Analysten, der (die) die Strategie oder Unterstrategie abdeckt (abdecken), als relevant angesehen werden, und können sich nach alleinigem Ermessen des (der) Analysten im Laufe der Zeit ändern.

[1] Alpha misst die Differenz zwischen den tatsächlichen Renditen eines Fonds und den erwarteten Renditen unter Berücksichtigung des durch das Beta ausgedrückten Risikoniveaus. Ein positives Alpha bedeutet, dass der Fonds eine bessere Wertentwicklung erzielt hat, als sein Beta erwarten lässt. Ein negatives Alpha bedeutet dagegen, dass der Fonds hinter den vom Beta bestimmten Erwartungen zurückgeblieben ist. Manche Investoren betrachten Alpha als eine Maßeinheit für den Mehrwert (oder Minderwert), den ein Fondsmanager geschaffen hat.

[2] Die Korrelation stellt die lineare Beziehung zwischen zwei Renditereihen dar. Die Korrelation zeigt die Stärke der Beziehung zwischen zwei Renditereihen. Je stärker die Beziehung, desto ähnlicher die Renditen.

[3] Die Duration ist ein Maß für die Kurssensibilität (Wert des Kapitalbetrags) einer festverzinslichen Anlage gegenüber Zinsänderungen. Duration wird als eine Anzahl von Jahren angegeben.