Wie Technologie einzelnen Branchen den Weg zu neuen Chancen ebnetDec 1, 2017

Technologie sorgt in nahezu jeder Branche – von Gesundheit über Einzelhandel bis hin zum Transportwesen – für einen Wandel.  Eine Veranstaltung von Franklin Templeton Investments hatte jüngst den Wettlauf zur Entwicklung und Vermarktung autonomer Fahrzeuge zum Thema. Titel: „Ab in die Zukunft: selbstfahrende Autos und die Folgen.“

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Die Gesprächsteilnehmer der Veranstaltung bewerteten den bisherigen Fortschritt und die Aspekte einer Welt mit wirklich autonomen Fahrzeugen. An der Expertenrunde nahmen James Cross, Vice President, Robert Rendler und Robert Stevenson, Portfoliomanager der Franklin Equity Group, sowie Aleck Beach, Vice President und Research Analyst der Franklin Templeton Fixed Income Group, teil und gaben ihre Erkenntnisse weiter.

Rasche technologische Fortschritte wie z. B. selbstfahrende Autos haben auf Dauer das Potenzial, unsere Art zu leben, zu arbeiten und zu fahren, zu verändern. Diese Entwicklung schafft unzählige Investmentchancen, die für uns vor Jahrzehnten noch unvorstellbar waren, und dies in Unternehmen, die nicht traditionell als Teil des Technologiesektors gelten.

Natürlich ist „Technologie“ ein weit gefasster Begriff. Beim Blick auf Fortschritte in der Technologie betrachten wir drei verschiedene Kategorien: Verbrauchertechnologie (wie z. B. Mobilgeräte), Unternehmenstechnologie (für Unternehmen und weniger für Privatpersonen wie z. B. Cloud-Computing) und Industrietechnologie (u. a. Fabrikautomation).

Neben der Automobilbranche, die als zyklischer Konsumgütersektor gilt, verschoben die jüngsten technologischen Entwicklungen auch die breitere Transportbranche zum Beginn einer jahrzehntelangen Phase von Veränderungen und Chancen in den Industriesektor. Da das Transportwesen an der Spitze der Entwicklung steht, ist es ein Bereich, der in vielerlei Hinsicht einer tiefgreifenden Umgestaltung unterliegt, und stellt aus mehreren Gründen einen bedeutsamen Bereich mit Investmentchancen dar.

Wir berücksichtigen neue Technologien und sind stets an Chancen interessiert, die einen doppelten Nutzen – für Staat und Privatwirtschaft – bringen.

Bei den meisten frühen Anwendungen in der Industrietechnologie sehen wir, dass der Staat an der Kundenbasis in der Regel einen hohen Anteil hat und häufig früh in den Prozess eingebunden ist. Bei Internet, Satellitenkommunikation, GPS, Glasfasertechnologie und sogar gewerbsmäßiger Luftfahrt – überall war der Staat früh beteiligt.

Während Katalysatoren wie Mobilität, Cloud-Computing, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen im Verbraucher- und im Unternehmenssektor zu grundlegenden Veränderungen führten, fragen sich die Akteure in Industriesegmenten wie z. B. Raumfahrt, Transportwesen und Verteidigung erst jetzt allmählich, wie diese Technologien ihre Tätigkeit beeinflussen könnten.

Identifizierung der digitalen Kluft

Etwas klarer gestaltet sich die Lage in der Automobilbranche. Auch wenn sie offenbar allmählich schmaler wird, ist in vielen Branchen immer noch eine „digitale Kluft“ zu erkennen.

Wir sind der Ansicht, dass viele etablierte Akteure fantastische global aufgestellte Unternehmen haben, sie jedoch beim Blick auf die Verbreitung neuer Technologien zwei Probleme sehen dürften.

Zum einen müssen sie abwartend agieren, um nicht übersprungen zu werden. Zum anderen müssen sie die Umwandlung ihrer Geschäftsmodelle möglich machen, um an neuen Produkt- und Dienstleistungsangeboten teilzuhaben, ihren Marktanteil zu vergrößern und Chancen auf höhere Margen und freien Cashflow wahrzunehmen.

Zur Behebung dieser beiden Probleme muss die Auto-Branche nach unserer Ansicht generell eine engere Partnerschaft mit der Tech-Branche als in der Vergangenheit ins Auge fassen.

Es gibt Belege, dass dies schon geschieht. Auf einer kürzlichen Veranstaltung an unserem Hauptsitz in San Mateo, Kalifornien, wies uns der in der Bay Area ansässige technische Direktor des Forschungs- und Innovationszentrums eines der weltweit größten Automobilhersteller darauf hin, dass die sprachliche Kluft zwischen Silicon Valley und der Automobilbranche geschrumpft sei.

Er beschrieb seine Aufgabe als Identifizierung und Absorbierung von Technologie in die Automobilbranche.

„Es ist keine Rede mehr von Silicon Valley gegen die Automobilbranche, sondern es heißt nun Silicon Valley UND die Automobilbranche“, so der Experte.

Zusammenarbeit für Elektrifizierung

Die Elektrifizierung von Fahrzeugen ist ein Bereich für eine mögliche Zusammenarbeit.

Schärfere Vorschriften für Fahrzeugemissionen auf der ganzen Welt wirken wie ein Katalysator für die breitere Einführung von Elektrofahrzeugen.

Europa und China setzen sich zum Ziel, den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020/21 um 20 % bis 30 % zu verringern. Städte wie London und Paris haben die Absicht angedeutet, den Verbrennungsmotor ab 2040 zu verbieten.

Aus unserer Sicht könnte für Erstausrüster (OEM) nur wenig Grund bestehen, Milliarden von Dollar an Investitionen in den Verbrennungsmotor zu pumpen. Es wird potenziell einfachere, leichter zu wartende, kostengünstigere elektrische Antriebsstränge geben.

Anschub für Investitionen

Auf der anderen Seite hatten die Elektrifizierung und der Bau von Batteriesätzen für Fahrzeuge für Automobil-OEM bisher traditionell keinen Vorrang. Diese Entwicklungen könnten nach unserer Ansicht einige Akteure dazu bringen, in diesem Bereich höhere Investitionen zu tätigen.

Aus unserer Sicht gibt es drei Optionen:

  • Herstellung eigener neuer Technologie im Unternehmen. Die meisten Erstausrüster haben große Budgets für Forschung und Entwicklung, viel Personal und große Labors. Wir sehen Belege dafür, dass viele diesen Weg einschlagen.
  • Kauf neuer Technologien von Zulieferern und Software-Anbietern.
  • Partnerschaft mit aufstrebenden Technologiefirmen aus Innovationszentren wie Silicon Valley.

Wir sind der Ansicht, dass Partnerschaften mit Technologiefirmen als dritter Weg für große, etablierte Erstausrüster zunehmend attraktiv sein werden, da sie sich die Zutaten aussuchen können, die sie für eine Abfederung der Marktveränderungen und eine Wandlung ihrer eigenen Unternehmen benötigen.

Im Laufe der Zeit dürften die Antriebe von Fahrzeugen vom Verbrennungsmotor auf elektrische Antriebe umgestellt werden; und mit zunehmender Durchdringung des Verkehrswesens durch Fahrtenvermittlungsdienste (Ride Hailing) und letztlich autonome Dienste könnten traditionelle Fahrzeugmerkmale wie Leistung und Bedienung beim Kunden an Bedeutung verlieren.  Anstatt die nächste große Generation des eigenen Achtzylindermotors für einen Pick-up oder ein Hochleistungsauto zu entwickeln, sollten die Automobilhersteller ihre Investitionen vielleicht zur Stärkung ihrer Marke über die Mensch/Maschine-Schnittstelle im Inneren des Fahrzeugs einsetzen oder neue Erlösquellen entwickeln wie z. B. die Bereitstellung und Verwaltung von Fahrzeugflotten für die Fahrtenvermittlung.

Derweil hat die technologische Revolution, die dem Fortschritt hin zu elektrischen und sogar autonomen Fahrzeugen zugrunde liegt, scheinbar Eintrittsbarrieren beseitigt. Und sie hat neuen Akteuren die Mitwirkung in der Automobilbranche ermöglicht.

Bekannte Technologiefirmen haben in diesem Bereich bereits investiert. So versuchen Halbleiterunternehmen die Intelligenz zu liefern, die für die Weiterentwicklung des Transportwesens einen sehr wichtigen Platz einnimmt.

Diese Entwicklungen erweitern das Wettbewerbsumfeld mit neuen Marktteilnehmern. Aber im Hinblick auf den Wettlauf zu vollständig autonomen Fahrzeugen ist die Frage, wer das Ziel zuerst erreicht – und noch wichtiger, wer weiß, wie diese Technologie dann vermarktet und zu Geld gemacht werden kann – noch lange nicht entschieden.

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Wichtige Hinweise

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Technologiebranche kann durch die Veralterung bestehender Technologie, kurze Produktzyklen, sinkende Preise und Gewinne, Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer und die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen erheblich beeinflusst werden.