Auswahl des geeigneten Investitionsansatzes für ETFsApr 9, 2018

Börsengehandelte Fonds (ETFs) werden zum Teil für ihre Flexibilität und Transparenz gepriesen. Jason Xavier, Head of EMEA ETF Capital Markets bei Franklin Templeton Investments, erklärt, dass Investoren in Europa mehrere Optionen zur Verfügung stehen, um sich an ETFs zu beteiligen. Die Wahl des Handelsansatzes wird wahrscheinlich durch eine Reihe von Faktoren bestimmt.

In einem früheren Artikel haben wir einige der Unterschiede in der Art und Weise erläutert, wie börsengehandelte Fonds (ETFs) in Europa im Vergleich zum reiferen US-Markt gehandelt werden.

In diesem Beitrag befassen wir uns eingehender mit den beiden Handelsansätzen und untersuchen die verschiedenen Situationen, in denen die jeweilige Methode eine attraktive Wahl darstellen könnte.

Zuerst möchten wir daran erinnern, welche beiden Optionen für den Handel von ETFs in Europa zur Verfügung stehen:

  • Zum Nettoinventarwert (NIW) 1 – auf Basis der Schlusskurse der zugrunde liegenden Werte des ETF.
  • „Intraday/Risikohandel“ – auf Basis von Echtzeitkursen, die den ganzen Tag über quotiert werden. Anleger, die sich für diesen Ansatz entscheiden, können einen ETF jederzeit während der Handelszeiten kaufen.

Die Auswahl des Ansatzes richtet sich nach den Vorlieben der Anleger.

Es gibt einige konkrete Fälle, in denen Anlegern der Kauf (oder Verkauf) eines ETF zum NIW attraktiv erscheinen mag, besonders wenn sie auf andere Anlagen umsteigen – entweder von einem Publikumsfonds auf einen ETF oder zwischen ähnlichen ETFs.

Ein Anleger, der von einem Publikumsfonds auf einen ETF umsteigt, möchte einen möglichst reibungslosen Übergang gewährleisten. Da dieser Anleger bis Handelsschluss warten muss, um aus dem Publikumsfonds auszusteigen, kann es sich als effizienter und attraktiver erweisen, das Engagement beim ETF auf die gleiche Weise herzustellen.

In ähnlicher Weise kann bei der Umschichtung zwischen ETFs ein Handel zum NIW eine attraktive und effiziente Option sein, die ein nahtloses Engagement bei den gewünschten Werten sicherstellt, solange sich die Bewertungsmethoden weitgehend decken oder sich die Beteiligungen der beiden Fonds deutlich überschneiden.

Allerdings kann der NIW-Handel unter anderen Umständen eine weniger attraktive Möglichkeit darstellen.

Ein denkbares Beispiel ist ein Anleger, der einen globalen ETF handeln möchte – einen Fonds, dem globale Werte wie etwa Aktien zugrunde liegen, die an verschiedenen Börsen auf der ganzen Welt notiert sind.

In einem 24-Stunden-Zeitraum wird der NIW dieses ETF erst dann bestimmt, wenn alle Märkte, an denen die zugrunde liegenden Vermögenswerte gehandelt werden, geschlossen haben.

Beispielsweise müsste ein Anleger in London bis zum Marktschluss in den USA am folgenden Tag warten, um den Nettoinventarwert zu bestimmen.

Ein Anleger, der eine direkte Investition in einem globalen Produkt tätigen möchte, weiß also möglicherweise die Flexibilität und Transparenz des „Risikohandels“ mit Intraday-Kursen zu schätzen.

Natürlich kann es sein, dass ein globaler ETF bei einem „Risikohandel“ einige Vermögenswerte enthält, die an Börsen notiert sind, die sich zum Zeitpunkt des Handels durch den Investor außerhalb ihrer Handelszeiten befinden. In solchen Fällen stützen die Market-Maker 2 den Kurs auf die zugrunde liegenden Näherungswerte für diesen Markt – im Endeffekt ein Kurs, der stark mit dem zugrunde liegenden Markt korreliert. Beispielsweise kann der S&P 500 Terminmarkt, der praktisch rund um die Uhr gehandelt wird, als Näherungswert für die Preisfindung für einen ETF, der auf dem zugrunde liegenden S&P 500 Index beruht, herangezogen werden, wenn der US-Markt geschlossen ist.

Auftragsarten für den „Risikohandel“
Beim „Risikohandel“ kann ein Anleger zwischen ein oder zwei Auftragsarten wählen, die dem Handel einzelner Aktien ähneln: Börsenaufträge oder Limitaufträge.

Ein Börsenauftrag wird zum aktuellen Kurs auf dem Bildschirm ausgeführt. Die Attraktivität für Anleger besteht darin, dass der gesamte Auftrag ausgeführt wird. Auf der anderen Seite hat der Anleger keine Kontrolle über den Kurs, zu dem der Handel ausgeführt wird, da sich die Preise rasch ändern können.

Die Ausführung eines Limitauftrags wird dann eingeleitet, wenn der Kurs ein festgelegtes Niveau (oder besser) erreicht. Der Vorteil eines Limitauftrags liegt darin, dass Anleger einen Höchst- oder Mindestkurs festsetzen können, zu dem sie den ETF kaufen bzw. verkaufen möchten. Wenn der aktuelle Kurs allerdings stark vom festgesetzten Niveau abweicht und dieses nicht erreicht, solange der Auftrag offen ist, wird der Auftrag möglicherweise nicht ausgeführt. Ein Limitauftrag für einen Kauf könnte beispielsweise festlegen, dass ein Anleger nicht mehr als 20 € je Anteil zahlen möchte. Der Auftrag wird also nicht erfüllt, wenn der Markt bei 21 € notiert und der Kurs weiter steigt.

Das nächste Mal
Bisher habe ich die beiden Methoden für den Handel mit ETFs in Europa und die unterschiedlichen Handelsansätze erörtert. Das nächste Mal werde ich mit einigen der Mythen um Liquidität und ETFs aufräumen.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen von Jason Xavier in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?
Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Maklerprovisionen und ETF Aufwendungen schmälern die Renditen. ETF Anteile können den Tag über zu ihrem Marktpreis an der Börse, an der sie notiert sind, gekauft oder verkauft werden. ETFs werden wie Aktien gehandelt. Ihr Marktwert schwankt, und sie können zu Kursen gehandelt werden, die über oder unter ihrem Nettoinventarwert liegen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass ein aktiver Handelsmarkt für ETF Anteile entsteht oder gepflegt wird oder dass deren Notierung fortgeführt wird oder unverändert bleibt. ETF Anteile können zwar an Sekundärmärkten gehandelt werden, aber eventuell werden sie nicht unter allen Marktbedingungen ohne Weiteres gehandelt, und in Zeiten von Marktstörungen können sie erhebliche Abschläge aufweisen.

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[1]Der Nettoinventarwert (NIW) steht für den Wert je Anteil eines ETF. Der NIW je Anteil errechnet sich, indem der Nettoinventarwert des Fonds durch die Anzahl der umlaufenden Anteile dividiert wird.

[2]Ein Market-Maker ist eine Firma oder Einzelperson, die Liquidität sicherstellt, indem sie bereitsteht, ein bestimmtes Wertpapier während der Handelszeiten zu kaufen oder zu verkaufen.