Könnte malaysischen Aktien 2020 eine leichte Erholung bevorstehen?

Malaysische Aktien blieben 2019 aufgrund einer Kombination aus makroökonomischen und geopolitischen Faktoren hinter ihrer Wertentwicklung zurück.

    Edward Pang

    Edward PangVice President Franklin Templeton Emerging Markets Equity

    Ismar Izhar

    Ismar IzharPortfolio Manager, Research AnalystFranklin Templeton Emerging Markets Equity

    2019 war für die Schwellenländer insgesamt zwar ein positives Jahr, malaysische Aktien entwickelten sich jedoch unterdurchschnittlich, was einer Kombination aus makroökonomischen und geopolitischen Faktoren zuzuschreiben war. Edward Pang und Ismar Izhar von Franklin Templeton Emerging Market Equity gehen jedoch davon aus, dass sich Aktienanlegern 2020 eine Chance auf eine leichte Erholung bieten könnte, da sich der Ausblick für die Unternehmensgewinne aufhellt.

    Malaysische Aktien wurden 2019 durch eine Kombination unterschiedlicher Faktoren belastet. Ein langsameres globales Wachstum, geopolitische Unsicherheit und eine Vielzahl von Herausforderungen im Inland, darunter negative Unternehmensgewinne und zunehmende Befürchtungen einer politischen Instabilität in Malaysia, trübten die Stimmung unter Anlegern ein.

    Auch wenn einige Marktkommentatoren womöglich der Ansicht sind, dass diese Faktoren auch 2020 zu Verwerfungen führen könnten, gehen wir davon aus, dass eine Erholung der Unternehmensgewinne, eine lockere Geldpolitik und ein geringer ausländischer Wertpapierbesitz das Abwärtsrisiko des malaysischen Aktienmarktes begrenzen dürften.

    Nachdem sich das Gewinnwachstum 2018 und 2019 als schwierig erwiesen hat, haben wir nun Grund zur Annahme, dass 2020 in bestimmten Sektoren in dieser Hinsicht eine Erholung einsetzen könnte. Als Gründe hierfür sehen wir:

    • Eine gelockerte Regierungspolitik und entsprechende Anreizmaßnahmen, insbesondere diejenigen, die zu einer Digitalisierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen anregen, wodurch sich die Produktivität und Effizienz von Unternehmen verbessern könnte;
    • Steigende Mengen an hergestellten Elektronikgeräten, während sich die Welt auf die Einführung von Technologie der fünften Generation (5G) zubewegt;
    • Weitere Anzeichen auf eine Diversifizierung von Handelsströmen hin zu Malaysia, während ausländische Unternehmen nach Möglichkeiten suchen, ihre Fertigungsleistung aus China abzuziehen;
    • Multiplikatoreffekte aus der Wiederaufnahme von Mega-Bauprojekten, die kürzlich im Haushalt für 2020 angekündigt wurden; und
    • Eine potenzielle Erholung der vom Land exportierten Rohstoffe, wozu u.a. Palmöl, Rohöl und Gas zählen.

    Zudem sehen wir in Malaysia eine ganze Reihe langfristiger Wachstumstreiber wie etwa steigende Konsumausgaben, die einer Vielzahl von Unternehmen zugute kommen sollten. Höhere Dividendenrenditen stellen einen weiteren Lichtblick für Anleger in malaysischen Aktien dar, da diese während der letzten Jahre im Zuge einer verstärkten Rückführung von Kapital an die Aktionäre gestiegen sind.

    Dank unseres Bottom-up-Ansatzes können wir flexibel bleiben und nach Unternehmen Ausschau halten, bei denen wir nachhaltige Ertragskraft erkennen und die mit einem Abschlag zu ihrem inneren Wert gehandelt werden. Dementsprechend favorisieren wir in der Regel Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen und starken, gut vorhersehbaren Cashflows, da sich diese in Zeiten erhöhter Unsicherheit in der Regel als belastbar erweisen.

    Drei Themen, die wir in Malaysia im Auge behalten

    Vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit zu Beginn des Jahres 2020 könnte der malaysische Aktienmarkt zwar volatil bleiben, wir sehen jedoch drei positive langfristige Anlagethemen.

    Thema 1: Konsumwachstum

    Das Wachstum der Mittelschicht Malaysias bedeutet, dass der Wohlstand zunimmt. Dies wiederum hat eine Premiumisierung von Waren und Dienstleistungen zur Folge, wie wir bereits in anderen Schwellenländern beobachten konnten. Malaysia verfügt über eine junge Erwerbsbevölkerung, deren verfügbares Einkommen gestiegen ist. Wir gehen davon aus, dass dieser zunehmende Wohlstand der inländischen Verbraucher die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen weiter beflügeln wird. Darüber hinaus dürfte das Land von der „Visit Malaysia Year 2020“-Initiative profitieren, die die Regierung zur Steigerung des internationalen Tourismus ins Leben gerufen hat.

    Thema 2: Handel

    Unserer Einschätzung nach ist Malaysia gut positioniert, um potenzielle Chancen zu ergreifen, die sich im Zuge der anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China aus der Diversifizierung des Handels weg von China ergeben. Wir haben festgestellt, dass inländische Unternehmen trotz der Störungen des Welthandels im Allgemeinen weiterhin neue Verträge abschließen und zusätzliche Aufträge von neuen Kunden und Markeninhabern erhalten. Im jüngsten malaysischen Haushalt wurde angekündigt, dass eine der wichtigsten Initiativen der Regierung auf die Förderung der Verkehrsinfrastruktur abzielen wird. Dies betrifft insbesondere die Instandhaltung aller Straßen nach Port Klang, dem zwölftgrößten Containerhafen der Welt.

    Thema 3: Technologische Innovationen

    Wir bevorzugen malaysische Unternehmen, die in ihren jeweiligen Branchen eine digitale Transformation erleben. Unserer Einschätzung nach dürfte der Technologiesektor von der Einführung einer zehnjährigen Steuererleichterung auf Tätigkeiten mit hohem Mehrwert profitieren. Zu Beginn dieses Jahres ging einer der größten Mobilfunkbetreiber Malaysias mit Huawei aus China eine Partnerschaft ein, um ein 5G-Telekommunikationsnetz einzurichten, sobald die Technologie verfügbar ist. Wir gehen davon aus, dass Branchen wie Fertigung, Landwirtschaft und das Gesundheitswesen durch die Einführung von 5G einen grundlegenden Wandel durchlaufen werden – und dass sie in den kommenden Jahren eine Wettbewerbsfähigkeit auf globaler Ebene entwickeln könnten.

    Auf Basis unserer Beobachtungen vor Ort sehen wir trotz eines schwierigen Jahres 2019 mehrere Gründe für Enthusiasmus in Bezug auf malaysische Aktien. Wir glauben, dass inländische Faktoren das Wachstum Malaysias im Jahr 2020 und darüber hinaus beflügeln könnten – insbesondere, wenn Infrastrukturprojekte und Regierungsinitiativen allmählich beginnen, ein günstiges Geschäftsumfeld zu schaffen.


    Welche Risiken bestehen?

    Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen in die den Zinsen entgegengesetzte Richtung. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken.

    Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie wirtschaftliche Unsicherheit und politische Veränderungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe die Grenzmärkte gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die geringere Marktgröße, die niedrigere Liquidität und das Fehlen von gefestigten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte dieser Länder entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Investitionen in schnell wachsende Branchen wie den Technologiesektor (der erfahrungsgemäß eine hohe Volatilität aufweist) können zu größeren Kursschwankungen führen, insbesondere kurzfristig, da technologische Produkte schnell verändert und entwickelt werden. Außerdem können sich die Vorschriften für wissenschaftlich oder technologisch fortschrittliche Unternehmen ändern.