Kurze Überlegungen: Dieses Mal ist alles anders

Stephen Dover, Head of Equities, gibt seine Einschätzung zu den Chancen, die sich aktiven Aktienanlegern bieten.

    Stephen H. Dover, CFA

    Stephen H. Dover, CFA Head of Equities

    Unser Stephen Dover erklärt, warum Sir John Templeton das heutige wirtschaftliche Umfeld womöglich als eine weitere Chance für aktive Aktienanleger erkennen würde.

    Auch wenn es scheint, als würden wir in wirtschaftlich einzigartigen Zeiten leben, ist die Landschaft vielleicht nicht ganz so anders, wie wir womöglich glauben. Kürzlich ist mir ein Brief in die Hände geraten, den Sir John Templeton während der Rezession des Jahres 1954 an seine Kunden geschrieben hatte. Er erinnert mich an seinen berühmten Rat, dass die gefährlichste Annahme bei Anlagen ist, dass „dieses Mal alles anders ist“. Wenn ein Aktienmarkt an seinem Höchst- oder Tiefststand notiert, setzen Anleger unweigerlich auf dieses Argument, um ihre emotionsgetriebenen Entscheidungen zu rechtfertigen.

    Sir John schrieb damals:

    • „Wenn hohe Zinsen auf erstklassige Anleihen oder gute Renditen auf hochwertige Vorzugsaktien verfügbar wären, könnten Anleger diese als Mittel für eine Anlage verwenden... Die Renditen auf Anleihen und Vorzugsaktien sind derzeit niedrig.

    • ... Die Kurse erstklassiger Stammaktien sind sehr viel stärker in die Höhe getrieben worden als die Kurse von Stammaktien mit mittlerer und niedrigerer Qualität...

    • ... Eine höhere letztendliche Vergütung kann erreicht werden, wenn man jetzt nach jenen Aktien sucht, die derzeit nicht als qualitativ erstklassig gelten, diesen Ruf jedoch innerhalb weniger Jahre erlangen könnten. Diese Aktien können zu sehr viel niedrigeren Preisen gekauft werden; und später könnte eine Verbesserung des Rufs dann zu... steigenden Kursen führen...

    • ... Eine weitere Politik, die bei der Auswahl von Aktien erfolgreich sein könnte, ist der Kauf derjenigen, die möglicherweise eine mittlere Qualität, dafür aber steigende Gewinne aufweisen...“ —Sir John Templeton, 29. Juli 1954

    Sir John empfahl, sich auf Unternehmen mit besser werdendem Geschäft zu konzentrieren, die zu vernünftigen Kursen gehandelt wurden, und das Risiko zu verwalten. Er sprach sich dafür aus, sowohl hochwertige Unternehmen zu sehr hohen Kursen als auch qualitativ schwache Unternehmen zu Schnäppchenpreisen zu meiden. Er hielt nicht investierte Barmittel für „ungenutztes Kapital“. Eine Verwaltung mit Blick auf Wachstum ist für ein gutes aktives Management heute genauso wichtig wie es 1954 der Fall war. Ich glaube, dass Sir John das heutige wirtschaftliche Umfeld als eine weitere Chance für aktive Aktienanleger erkennen würde.


    Welche Risiken bestehen?

    Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Substanzwerte verzeichnen mitunter manchmal nicht die erwarteten Kursanstiege oder verlieren weiter an Wert. Insoweit ein Portfolio sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann es anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als ein Portfolio, das in einem breiteren Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. Bei aktiv verwalteten Strategien könnten Verluste entstehen, wenn sich das Urteil des Anlageverwalters in Bezug auf Märkte, Zinssätze oder die Attraktivität, relativen Werte, Liquidität oder potenzielle Wertsteigerung bestimmter für ein Portfolio getätigter Anlagen als unzutreffend herausstellt. Es kann nicht garantiert werden, dass die Anlagetechniken oder Entscheidungen eines Anlageverwalters zu den gewünschten Ergebnissen führen.